Ire spielt in der Lauenbrücker Scheune

Larry Mathews: „Es ist immer eine Herausforderung“

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Larry Mathews bei seinem Auftritt in der Scheune im vergangenen Jahr. 

Lauenbrück - Seine Auftritte in Lauenbrück sind legendär: Jedes Jahr füllt Larry Mathews mit seiner Band „Blackstones“ die Scheune mit Zuschauern, Liedern und einer Atmosphäre, die ansteckt. Wie der Ire das macht und warum auch jenseits von „Irish Rover“ vor der Bühne die Post abgeht, verriet uns der im südhamburger Raum wohnhafte Singer-Songwriter vor seinem Auftritt am Samstag im Interview.

Herr Mathews, Sie sind seit vielen Jahren ein regelmäßiger Gast in Lauenbrück – und jedes Mal ist die Scheune proppevoll. Wie schaffen Sie das?

Larry Mathews: Im Lauf der Jahre haben wir uns ein fantastisches Publikum erspielt, das sich den Termin für unseren jährlichen Gig schon lange im Voraus im Kalender einträgt. Unsere Fans wissen nicht nur, dass sie ein lebendiger Abend voller irischer Songs mit der Fiddel erwartet, sondern auch Lieder, die sie inzwischen wiedererkennen und mitsingen können. Die Scheune ist ein gemütlicher Veranstaltungsort – da fällt es leicht, eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die den Leuten im winterlichen Januar das Herz wärmt.

Sie sprachen eben schon an, dass viele Besucher die irischen Traditionals auswendig kennen. Was hat die traditionelle irische Musik, dass sie viele Deutsche so fasziniert?

Mathews: Ich glaube, dass viele Deutsche die Nase voll haben von der künstlich erzeugten Musik im Radio und Fernsehen, mit denen sie ständig berieselt werden. Irische Musik wird auf natürlichen Instrumenten gespielt, die Stimmen werden nicht verzerrt und klingen so wie seit hunderten von Jahren am heimischen Ofen oder Kamin.

Viele Ihrer Zuschauer erwarten Lieder wie den „Wild Rover” oder „Whiskey in the Jar“. Aber Larry Mathews hat noch eine andere Seite.

Mathews: Ich habe irgendwann angefangen, meine eigenen Songs zu schreiben, weil ich selbst viele eigene Geschichten erlebt habe, die erzählt werden wollen; Erfahrungen und Beobachtungen im Leben, vor allem aus dem Blickwinkel eines Iren. Es macht eine unglaubliche Freude, eigene Songs oder Stücks zu komponieren oder zu texten, die es bisher noch nicht gegeben hat und die meine Gefühle zu dem damaligen Zeitpunkt zum Ausdruck bringen.

Ist es für Sie eine Herausforderung, im Konzert ein Gleichgewicht zu finden zwischen den stark nachgefragten, stimmungsvollen Traditionals und Ihren eigenen unbekannten, eher ruhigeren Songs?

Mathews: Es ist immer eine Herausforderung, wenn man als Songwriter dem Publikum einen neuen Song vorstellt, das eher die bekannten Lieder erwartet. Meistens kommen die Leute hinterher zu mir und meinen, dass ihnen meine eigenen Lieder noch besser gefallen haben als die bekannten Volkslieder.

Wie würden Sie Ihren eigenen musikalischen Hintergrund beschreiben – ist er eher vom Erbe traditioneller irischer Volksweisen geprägt oder spielten noch andere Einflüsse eine Rolle?

Mathews: In meiner Kindheit in Irland war ich von Musik umrundet. Alle Familienmitglieder sangen, spielen die Fiddel oder Akkordeon, allerdings nicht professionell. Damals waren wir noch nicht an das Stromnetz angeschlossen und Musik und Geschichten waren unsere Form der Unterhaltung. Ich habe mein Taschengeld gespart und davon ein Banjo gekauft. In meiner Jugend wurden die Dubliners und die Clancy Brothers bekannt – das war für uns eine ungemeine Inspirationsquelle.

Sie leben jetzt seit vielen Jahren in Deutschland – schlägt sich das in Ihrem Sound, Ihren Kompositionen oder den von Ihnen behandelten Themen nieder?

Mathews: Ich spiele ausgesprochen gern vor deutschem Publikum. Die Zuhörer sind die besten – sie hören genau hin, schätzen das, was wir als Singer-Songwriter machen, und das Musizieren der Band, vom Rhythmusklopfen mit dem Fuß über die Fiddel bis zu den irischen Balladen und den melancholischen Liebesliedern.

Ist die Reihenfolge der Lieder, die Sie live spielen, vorher festgelegt oder lassen Sie sich da vom Augenblick leiten?

Mathews: Früher, als die Band noch kleiner war, habe ich ohne Setlist gearbeitet. Heute ist es aber schon wegen der unterschiedlichen Instrumente in jedem Song für die Jungs sehr hilfreich zu wissen, was als nächstes kommt. Aber ich kann meine irische Herkunft nicht verleugnen: Manchmal weiche ich schon von der Planung ab.

Worauf legen Sie in Lauenbrück den Schwerpunkt?

Mathews: Vor allem geht es darum, zwischen uns und den Zuschauern eine Verbindung, einen Draht zu schaffen.

Wird es auch neues Material zu hören geben?

Mathews: Ich habe einige neue Songs geschrieben, die wir in Lauenbrück spielen. Ich war in Florida, als Hurricane Irma wütete, sodass wir evakuiert werden mussten. Die Erfahrung unmittelbarer Gefahr durch den schlimmsten Hurricane seit 150 Jahren war der Auslöser für einige Songideen. Und wir spielen viele Songs meines jüngsten Albums, das sich großer Beliebtheit erfreut und sowohl die Seele anspricht als auch zum Tanzen anregt.

Larry Mathews tritt gemeinsam mit seiner Blackstone-Band am Sonnabend im Bistro Scheune in Lauenbrück (Bahnhofstraße 60) auf. Einlass ist ab 19.30 Uhr, Konzertbeginn um 21 Uhr. Karten sind im Vorverkauf (Telefon 04267 /352) zum Preis von 13 Euro erhältlich, an der Abendkasse kostet der Eintritt 15 Euro.

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