Produktivität zwischen Ochs und Esel

Landpark Lauenbrück bietet ab April „Coworking“-Räumlichkeiten

Katharine (v.l.) und Friedrich-Michael von Schiller sowie Eike Holsten und Marco Prietz in der Orangerie im Landpark Lauenbrück.
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Stellwände machen die „Orangerie“ zum Büro auf Zeit. Von dem Konzept sind Katharine (v.l.) und Friedrich-Michael von Schiller ebenso überzeugt wie ihre Gäste Eike Holsten und Marco Prietz.

Lauenbrück – Ein Arbeitsplatz im Grünen in unmittelbarer Nähe zu Ochs und Esel, die Mittagspause draußen im Liegestuhl verbringen und nach der Arbeit die Kinder von der umweltpädagogischen Betreuung abholen – noch ist der Plan von Katharine und Friedrich-Michael von Schiller für ihren Landpark Lauenbrück Zukunftsmusik, die Arbeitsplätze in der mit Trennwänden versehenen „Orangerie“ bislang leer.

Doch wenn es nach den Landpark-Betreibern geht, so könnten im Rahmen des Versuchsballons „Popup Coworking“ bereits ab April die ersten vier digitalen Nomaden hier einziehen. Einen halben Tag, ganze Tage oder wochenweise, „das ist ganz flexibel“, so die Visionärin.

„Die Zukunft ist mobil“, ist ihre Überzeugung, und Ehemann Friedrich-Michael ergänzt: „Dies ist keine Corona-Maßnahme. Die Pandemie hat nur den Anstoß gegeben.“ In der Zeit der Lockdowns habe sich gezeigt, „dass man nicht nur im Büro aktiv sein kann“. Diese Erfahrung hat auch Landratskandidat Marco Prietz (CDU) gemacht, auf Stippvisite, um das touristische Aushängeschild der Region kennenzulernen.

Aus eigener Erfahrung weiß er: „Zwölf Monate im Homeoffice, das setzt zu.“ Sowohl mit Familie und Kinderbetreuung als auch für Alleinstehende, wo Vereinsamung drohe und dem ständig präsenten Problem der Entgrenzung von Privatleben und Arbeitswelt. „Wir sind geprägt durch das Modell ‚Anwesenheit gleich Produktivität‘ – davon müssen wir uns verabschieden“, so der Verwaltungsfachmann.

Katharine von Schiller sieht in ihrem Angebot für gesundes Arbeiten im Grünen auch eine Chance für die Metropolregion und könnte sich für die multifunktionalen Räume, die heute schon W-Lan und in naher Zukunft auch eine Infrastruktur mit Druck- und Kopieroptionen bieten sollen, auch andere Nutzungen, wie beispielsweise Sprachunterricht für Migranten, vorstellen.

Schützenhilfe für das zunächst auf zwei Monate befristete und vom Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt soll das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützte „Coworkland“ geben. Die Genossenschaft vereint rund 30 Coworking-Projekte im ländlichen Raum und soll den Lauenbrückern mit ihren Erfahrungen aus Schleswig-Holstein beratend zur Seite stehen.

Im Rahmen des zunächst auf acht Wochen angelegten Pilotprojekts ist eine Untersuchung seines Erfolgs geplant, um herauszufinden, was gut laufe „und an welchen Stellschrauben noch gedreht werden muss“, so Katharine von Schiller.

Und die sind vorerst noch ganz profaner Art: Momentan fehlt es nämlich noch mangels Bekanntmachung des Vorhabens etwa auf den Internetseiten der Beteiligten an Interessenten, die das Angebot nutzen möchten.

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