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Krippenplätze in der Samtgemeinde Fintel reichen nicht aus, jetzt soll ein Container her

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Von: Lars Warnecke

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Mit Krippencontainern, wie sie am Scheeßeler Speckfeldweg stehen, hat die Gemeinde schon Erfahrungen gesammelt. Potenziell wird es auch in Lauenbrück auf so eine Lösung hinauslaufen, um ausreichend Betreuungsplätze in der Samtgemeinde Fintel sicherzustellen.
Mit Krippencontainern, wie sie am Scheeßeler Speckfeldweg stehen, hat die Gemeinde schon Erfahrungen gesammelt. Potenziell wird es auch in Lauenbrück auf so eine Lösung hinauslaufen, um ausreichend Betreuungsplätze in der Samtgemeinde Fintel sicherzustellen. © Warnecke

Die Kindertagesstätten in der Samtgemeinde Fintel platzen aus allen Nähten, die Zahl der vorhandenen Betreuungsplätze kann die aktuelle Nachfrage der Eltern nicht mehr decken. Deshalb wird in der Politik jetzt über einen Krippen-Container nachgedacht.

Lauenbrück – Container – wie das schon klingt: nach Blech und Baustelle, ungemütlich und kalt. Kein Ort für Kinder, möchte man denken. Schon gar nicht für Kleine. Doch die Gemeinde Scheeßel hat es vorgemacht, hat zeitweise Mädchen und Jungen im Krippenalter zwecks Betreuung in sogenannten Raummodulen unterbringen müssen. Die, das sei vorweggesagt, muten allerdings alles andere als unbehaglich an, kommen einer ausgebauten Einrichtung sogar recht nah – auch wenn man das von außen betrachtet nicht unbedingt vermuten würde.

Sieben Neuanmeldungen

Über eine solche vorübergehende Container-Lösung denkt man nun auch in der Samtgemeinde Fintel nach – notgedrungen. Denn wie vor einigen Jahren noch Scheeßel, steht auch sie nun vor dem Dilemma, mit Blick auf das neue Kindergartenjahr zu wenig Betreuungsplätze vorhalten zu können. Entsprechend lange Gesichter waren im jüngsten Ausschuss für Bildung, Soziales und Jugend zu sehen, als Verwaltungsmitarbeiter Olaf Böhling die Faktenlage umriss: „Wir müssen feststellen, dass uns die Sache überrollt“, erklärte er. Sieben Neuanmeldungen seien binnen der vergangenen zwei Wochen noch im Rathaus aufgelaufen – für die fehlen aber allesamt die Kapazitäten. Zumindest solange, wie man von der Einrichtung sogenannter altersgemischter Gruppen absieht. Zwar würde Böhlings Worten nach mit solchen Gruppen der Rechtsanspruch geradeso noch erfüllt werden können – Spielraum, auch und vor allem die Bereitstellung von Plätzen für Flüchtlingskinder betreffend, bliebe für die Zukunft dann aber keiner mehr. Und: „Im Erzieherbereich ist so etwas auch nicht gerne gesehen, weil es eine hohe Arbeitsbelastung mit sich bringt“, verdeutlichte er.

Wir müssen feststellen, dass uns die Sache überrollt.

Olaf Böhling 

Dass es im Moment gar keine Alternative zu einem Container gibt, befand Ratsherr Ulrich Brunkhorst (CDU): „Wir haben in der Samtgemeinde immer viel Wert auf vernünftige Lösungen gelegt, indem wir die Kinder eben nicht in gemischte Gruppen gepackt haben.“ An den Kosten dürfe es angesichts der sensiblen Thematik jedenfalls nicht scheitern. „Da dürfen wir nicht an der falschen Stelle sparen“, betonte der Helvesieker.

Rund 100 000 Euro, rechnete Olaf Böhling vor, würde die Samtgemeinde ein Container am Standort in Lauenbrück kosten – für eine Krippengruppe über eine Laufzeit von einem Jahr, monatliche Mieten und der Aufbau mit eingerechnet. „Natürlich müssten wir dann noch zwei Erzieher einstellen, die bezahlt werden möchten.“ Wie Jochen Intelmann (SPD) ausführte, werde man vom Landkreis einen Teil der Kosten noch erstattet bekommen.

Schnellste Lösung

Ob man auf dem Markt denn überhaupt noch derartige Module finden würde, wollte Ausschussmitglied Arne Homfeldt (CDU) wissen. „Bei der letzten Flüchtlingskrise gab es nämlich keine mehr.“ Ein konkretes Angebot, so der Rathausmitarbeiter, würde in der Tat noch nicht vorliegen. „Wir haben aber schon einen Antrag gestartet, auf den es noch keine Antwort gibt. Das kann natürlich schiefgehen, dann müssten wir weiterüberlegen.“ Ein Container, konstatierte er, sei jedoch die schnellste Möglichkeit, um bis zum August ausreichend Plätze anbieten zu können.

Ideen machten im Gremium die Runde, wonach etwa die Stemmer Schule oder das alte Grundschulgebäude in Lauenbrück, sollte es nach Fertigstellung des Neubaus eine Nachnutzung erfahren, perspektivisch als festes Quartier für eine weitere Krippe durchaus dienlich sein könnten. Brunkhorst schlug vor, sämtliche Möglichkeiten von der Verwaltung prüfen zu lassen, „sodass wir breit aufgestellt sind und zu einer vernünftigen Lösung in Absprache mit den Fachkräften in unseren Kindergärten kommen können“.

Eine Beschlussempfehlung zwecks Nachbesserung traf der Fachausschuss (noch) nicht, handelte sich bei dem in der Sitzung besprochenen Punkt doch offiziell um einen reinen Sachstandsbericht zur aktuellen Kita-Planung.

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