Samtgemeinderat berät

Kommt die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht in Fintel?

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Die Samtgemeindeverwaltung will die Kastration und Kennzeichnung freilaufender Katzen zur Pflicht machen.

Lauenbrück - Von Jennifer Kräge. Kommt die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen in der Samtgemeinde Fintel? Diese Frage war eine der am meisten diskutierten während der Sitzung des Finteler Samtgemeinderates am Donnerstagabend.

Als Anlass wurde der Hintergrund genannt, dass das Tierheim Arche Noah in Stuhr-Brinkum in den vergangenen Jahren Katzen mit ihrem Nachwuchs als Großteil an Fundtieren aus der Samtgemeinde aufgenommen hat. Ziel der Verordnung ist die ungehinderte Fortpflanzung freilaufender Katzen einzudämmen. Neben Tierschutzorganisationen sind es auch Städte wie Verden, die beispielhaft vorangehen und sich für eine solche Pflicht einsetzen. So ist die Kastration für Katzen und Kater unbedenklich.

Weitreichende Debatte

Der Beschlussvorschlag führte zu einer weitreichenden Debatte. So kam die Frage nach der Überwachung der Halter bei dieser Pflicht auf. Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger stellte dabei nochmals klar, dass es dabei nicht darum gehe, jeden einzelnen Halter zu überwachen, was so auch unmöglich sei, sondern vielmehr um die großen Problemfälle, bei denen sich die Katzen in Massen ungehindert fortpflanzen können. Ratsherr Reinhard Trau (CDU) zeigte sich nach anfänglicher Skepsis zustimmend. Er habe die Problematik erkannt, wenn sich Katzen ungehindert fortpflanzen können. „Mit dieser Verordnung könnte man die Mitbürgerinnen und Mitbürger in die Pflicht nehmen“, so Trau.

Jürgen Rademacher, Fraktionsvorsitzender der CDU, plädierte dafür, dem Beschluss nicht ohne Weiteres zuzustimmen. Er stelle sich die Frage, wie man am besten auf die Halter zugeht, um sie auf die Missstände aufmerksam zu machen und äußerte Bedenken, dass man der Problematik, gerade in kleineren Kommunen nicht Herr werden könne. Auch andere Ratsmitglieder sprachen sich dafür aus, Katzenhalter vorerst darüber zu informieren.

Vorerst keine Einigung

Ordnungsamtsleiterin Henrike Hoppe berichtete von der Vorreiterrolle, die die Stadt Verden bereits eingenommen hat: „Schon vor sieben Jahren ist die Stadt das Thema angegangen und wurde dafür überörtlich gelobt, auch von der Tierschutzorganisation Peta. Auch Zeven ist zufrieden mit dieser Verordnung und lobt in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit den Tierärzten.“ Weiterhin sagte sie, „dass Mitbürgerinnen und Mitbürger auf dem Informationsweg erreicht werden können, um nicht nur zu zeigen, dass es Geld dafür gibt, sondern auch, was sie den Tieren damit Gutes tun können“.

Gleichstellungsbeauftragte Philine Homfeldt sprach sich ebenfalls für eine Kastration aus. Sie sei selbst Katzenhalterin und wisse um die Problematik der unkontrollierten Fortpflanzung.

Die Meinungen reichten von Zustimmung bis Skepsis – eine Einigung über die Beschlussvorlage findet vorerst nicht statt, nur, dass sie zu gegebener Zeit weiter besprochen werden soll.

Eine weitere Frage zur Kastrations- und Kennzeichnungspflicht bezog sich auf Zuschüsse, mit der die Samtgemeinde Katzenhalter unterstützen kann. Hier wurde dem Vorschlag weitestgehend zugestimmt, dass für Katzen ein Zuschuss von 40 Euro sowie für Kater ein Zuschuss von 25 Euro gewährleistet werden könnte.

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