Schnelle Hilfe für Eloolo

Kirchengemeinde Fintel unterstützt krisengeschüttelte Partnergemeinde

Zwei Frauen zeigen mit einem Laptop Bilder von einer Heuschreckenplage.
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Es sieht nicht gut aus: Pastorin Lotte Blattmann (l.) und Sabine Wilkens zeigen Bilder von der Heuschreckenplage, die auch in Eloolo wütet.

Die Finteler Kirchengemeinde unterstützt eine Partnergemeinde in Afrika. Dort droht eine Hungersnot. Man möchte schnelle und unbürokratische Hilfe leisten.

Fintel – Die Bilder, die Lotte Blattmann erreicht haben und auf dem Laptop präsentiert, sind erschreckend: Millionen gefräßiger Wüstenheuschrecken überziehen ganze Landstriche. Durch die Schwärme hat sich der Himmel komplett verdunkelt, zu sehen ist nicht mehr als einzige graue Suppe. „So sieht es derzeit leider aus im Süden und Osten Afrikas“, sagt Fintels Pastorin.

Seit Wochen schon werde die Region von der schwersten Heuschreckenplage seit 25 Jahren heimgesucht – mit fatalen Folgen für die Bevölkerung. „Die Not der dort lebenden Menschen ist natürlich groß, zerstören die Viecher ja die Ernte und somit auch ihre Lebensmittelgrundlage“, so Blattmann.

Betroffen von der Katastrophe, die zum allgemeinen Leidwesen auch noch mitten in eine Dürrezeit falle, sei so auch Eloolo, die in Namibia an der Grenze zu Angola gelegene Partnergemeinde der Finteler St.-Antonius-Kirchengemeinde. Mitglied Sabine Wilkens, die aufgrund der freundschaftlichen Beziehungen, die seit 1994 ganz offiziell bestehen, selbst schon mehrfach „unten“ war, kann jedenfalls nur ungläubig mit dem Kopf schütteln, wenn sie solche Bilder sieht.

Spenden willkommen

Für die Eloolo-Hilfe hat die Kirchengemeinde Fintel folgendens Spendenkonto eingerichtet: IBAN DE40 2415 1235 0025 1585 85, Verwendungszweck: KG Fintel, Kirchengemeinde Eloolo. Weitere Infos, auch zum Partnerschaftsprojekt, sind im Internet unter www.kirchengemeinde-fintel.de erhältlich.

„Alles, was die Leute essen wollten, ist nun vernichtet worden, und dann wütet dort ja auch noch gerade die Maul- und Klauenseuche – es ist wirklich schlimm.“ Seit dem Jahr 2002 nimmt die Tierärztin an den in loser Abfolge stattfindenden, vom Rotenburger Kirchenkreis finanziell unterstützten Besuchsreisen teil. Kennen- und schätzengelernt habe sie eine einheimische Bevölkerung, die so gar nichts mit der norddeutschen, oft unterkühlten Mentalität gemein habe. „Man wird dort aufgenommen, als gehöre man zur Verwandtschaft – dabei kennen die Menschen uns eigentlich ja gar nicht.“

Diese Erfahrung habe sie zuletzt wieder 2017 gemacht – bei einem Gegenbesuch, nachdem im Vorjahr, im Lutherjahr, eine vierköpfige aus Eloolo entsandte Delegation im Heidedorf zu Gast war. „Eigentlich wollten wir 2020 wieder runter, wegen der Pandemie war es uns aber leider nicht möglich.“ Wir – das seien stets zehn bis zwölf Reisende, die sich dem Programm aus gleich mehreren Kirchengemeinden in der Region, aber auch aus der zweiten Finteler Partnergemeinde Wehrsdorf (Sachsen) anschließen würden. Großformatige Fotos, die im Finteler Haus der Begegnung die Wände schmücken, zeugen von den letzten, herzlichen Begegnungen aus besseren Zeiten.

Für den Kirchenvorstand, so Blattmann, habe angesichts der prekären Lage, die durch einen langen, relativ konsequenten Lockdown im vergangenen Jahr noch gefördert worden sei, Stichwort Arbeitslosigkeit, jedenfalls schnell festgestanden: Für Eloolo müsse umgehend und ganz unbürokratisch Hilfe geleistet werden. Darum hat die Gemeinde in den vergangenen Tagen bereits öffentlich um Geldspenden gebeten – mit Erfolg. „Mehr als 5 000 Euro konnten wir als Soforthilfe schon überweisen, damit die von der Hungersnot betroffenen Menschen sich wenigstens etwas zu essen kaufen können“, zeigt sich die Pastorin erleichtert. Mehl sei beispielsweise ein begehrtes Gut. „Aber es darf natürlich noch gerne weitergespendet werden – wenn wir etwas bekommen, schicken wir es hin.“

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