Kampf um den Hirsch

Wortpoeten liefern im Landpark beim Weihnachtsslam ab

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Heiterkeit nicht nur im Publikum: Die schräge Slammer-Trophäe, der Hirsch mit dem silbernen Bömmelchen, sorgte auch bei den Finalisten „Fee“ Felicia Brembeck (v.l.), Sven Kamin und Moderator Hauke Prigge für gute Laune.

Lauenbrück - Ein Tannenbaum, der von der Decke hängt, ein mit Glitzergirlande geschmückter Mikroständer und die obligatorischen curryfarbenen Lampen der zehn Sommer-Slams –beim Weihnachtsslam im Landpark Lauenbrück ging es am Freitagabend nicht nur optisch schräg zu. Auch beim zweiten vorweihnachtlichen Pendant zur großen Schwester „Poetry im Park“ hatte Organisator und Moderator Hauke Prigge lauter namhafte und hörens- und sehenswerte Slammer aus ganz Deutschland vor 130 Zuschauern in der Orangerie versammelt.

Bei dem nehmen sich auch die Regeln ein wenig anders aus: Nur vier Slammer treten gegeneinander an, dafür in gleich zwei Runden. Schon die erste offenbarte eine Vielfalt an Themen und Stimmungen, von Marvin Ruppers Büttenrede aus Großenkneten bis zum nachdenklich-tragischen inneren Monolog einer Kindsmörderin. „So breit gestreut waren wir noch nie“, frohlockte Prigge denn auch. Das überzeugte auch die Gäste, zum Großteil „Ersthörer“. Wolfgang Staritz aus Scheeßel war angetan: „Toll - nicht nur wie unterschiedlich die Darbietungen, sondern auch die spezielle Atmosphäre!“ Dem pflichtete der spätere Sieger Sven Kamin aus Wedel, einigen Gästen bereits von „Feuer und Flamme“ oder „Poetry im Park“ bekannt, bei: „Hier dampft die Hütte! Die Stimmung des Publikums trägt einen mit!“ Er überzeugte in der zweiten Runde, deren Vorgabe „Weihnachtsthemen“ lautete, mit gleich drei ganz unterschiedlichen Betrachtungsansätzen: Den Gedichten über Weihnachtsstress und das Nadeln eines Tannenbaums folgte eine textliche Abwandlung des Raps „Haus am See“ von Peter Fox, bei denen sich der Altmeister in Manier des Zauberlehrlings beim Plätzchenbacken als „Backentäter“ in ungeahnte verbale Höhen schraubte – sehr zur Begeisterung der rund 130 Zuschauer.

Doch auch „Fee“ Felicia Brembeck mit ihren oft morbiden, nachdenklichen Texten ganz in traditioneller Weltverbesserer-Slammermanier, punktete – nämlich mit Authentizität und reicher Mimik trotz eher sperriger Themen. Die Schilderung des Small Talks bei Weihnachtsfeiern angesichts des Theologiestudiums: skurril, und schreiend komisch. Der Bogen vom Kreuzzug bis zu Katzendärmen zur Verhütung muss erst mal geschlagen werden – für die Wahl-Berlinerin ein Leichtes. Das sicherte ihr vor Marvin Ruppert und Katja Hofmann den Einzug ins Finale – allerdings äußerst knapp mit einem einzigen Punkt Vorsprung.

Am Ende wies das „Applausometer“ des Publikums einen Doppelsieg aus. Um die Trophäe, den Sperrholzhirsch mit dem Silber-Bömmelchen – ging es allerdings nicht wirklich. Sondern um eine schräge Weihnachtseinstimmung in stimmigem Ambiente und dichter Atmosphäre. 

hey

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