Bundesfreiwilligendienst für Samtgemeinde

Von der Schule in den Kindergarten

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Die Bundesfreiwilligendienstler in der Samtgemeinde Fintel (mit Koordinatorin Kim Holsten, Mitte) genießen ihre Einblicke ins Berufsleben. 

Lauenbrück - Von Hannes Ujen. Ein Jahr Zeit zur Orientierung nach dem Schulabschluss – das und noch mehr bietet der Bundesfreiwilligendienst. Jörg Leskien, Tobias Steinke, Kathena Behrens, Hendrik Dangschat, Ben Renken, Monique Wiebke, Sophie Bellmann, Michelle Seefried, Denise Bedey und Nele Rischbode haben sich im Sommer vergangenen Jahres dafür entschieden und stecken momentan mittendrin in so einem Jahr.

Die elf Bundesfreiwilligendienstler (Bufdis) arbeiten allesamt in Einrichtungen der Samtgemeinde Fintel, davon fünf in Kindergärten und sechs in Schulen. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichten sie von ihren Erfahrungen.

Nele Rischbode ist 17 Jahre alt und sammelt erste Berufserfahrung im Helvesieker Kindergarten. „Die Umstellung auf eine 39-Stunden-Woche war zunächst nicht einfach, aber jetzt habe ich mich daran gewöhnt und es gefällt mir gut hier“, sagt die junge Scheeßelerin. „Ich möchte auf jeden Fall etwas mit Kindern machen, eventuell in Richtung Krankenhaus – meine Erkenntnis: Jedes Kind ist etwas Besonderes.“

Michelle Seefried (17) absolviert ihren Bundesfreiwilligendienst in der Lauenbrücker Kita Löwenburg. „Ich beginne im April eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und fühle mich jetzt in meiner Berufswahl bestätigt. Man bekommt von den Kindern viel zurück und fühlt sich gebraucht und wertgeschätzt“, hat sie festgestellt.

Zweite Ausbildung denkbar

Denise Bedey (24) aus Fintel ist ausgebildete Metallbauerin. „Falls ich weiterhin in meinem gelernten Beruf keine Anstellung finde, kann ich mir jetzt durchaus auch eine zweite Ausbildung im sozialpädagogischen Bereich vorstellen – das hat mir die Arbeit in der Finteler Krippe gezeigt.“

Dass sie mit ihrem Berufswunsch Erzieherin nach mehreren Praktika und der Bufdi-Zeit genau richtig liegt, bekräftigt die 19-jährige Monique Wiebke aus Stemmen. Sie arbeitet in der Finteler Krippe. „Es passt einfach und ich freue mich auf die vierjährige Ausbildung an den Berufsbildenden Schulen in Rotenburg.“

Ebenfalls im Lauenbrücker Kindergarten ist Hendrik Dangschat (18) tätig. „Mit dem Bufdi-Jahr habe ich die Zeit bis zu meinem Studium in Richtung Soziologie/Psychologie sinnvoll genutzt“, erzählt der Lauenbrücker. „Die Arbeit mit den verschiedenen Altersgruppen ist sehr interessant für mich und hat mir bei meiner Berufsorientierung geholfen.“

So ergeht es auch Tobias Steinke (18) aus Fintel. Er gehört zu jenen Bundesfreiwilligendienstler, die in den Schulen der Samtgemeinde arbeiten, wo sie gezielt einzelne Kinder oder Kleingruppen betreuen, die Lehrkräfte beim Unterricht und bei der Gestaltung des Ganztagsbetriebs sowie bei der Ausgestaltung von Projekten und Festen unterstützen. „Ich hatte absolut keine Ahnung, was ich beruflich machen möchte, und kann jetzt nach fünf Monaten sagen, dass mein Entschluss, Lehramt für Grundschule zu studieren, fest steht“, so Steinke. „Die Bewerbung auf die Anzeige in der Zeitung war genau richtig, und die praktische Arbeit mit den Schülern macht mir unheimlich viel Spaß. Man lernt, selbst zu entscheiden, darf aber noch Fehler machen und kann so wertvolle Erfahrungen sammeln.“

„Betrachte Zeit als sinnvoll“

Ben Renken (19) aus Ostervesede hat eine Stelle an der Fintauschule Lauenbrück gefunden. Er sagt: „Die Entscheidung für das Bufdi-Jahr habe ich bewusst getroffen und betrachte sie als sinnvolle Zeit. So weiß ich jetzt durch die Arbeit in der Oberschule, dass die Ausbildung zum Lehrer an Haupt- und Realschulen genau mein Ding ist. Super finde ich auch die Möglichkeit, den Übungsleiterschein zu erwerben. Highlight war für mich, dass mir die Organisation und Durchführung des Weihnachtsturniers anvertraut wurde. Das war zwar eine Herausforderung, aber auch eine große Bestätigung.“

Ebenfalls im Schuldienst auf Zeit befindet sich Jörg Leskien. „Meine Schwester war als Bufdi tätig und davon sehr angetan“, berichtet der 18-jährige Scheeßeler. Mir hilft es bei der Orientierung, denn nun weiß ich, dass meine Berufswahl zwar in Richtung Staatsdienst, aber nicht unbedingt Lehramt gehen soll – so könnte ich mir gut ein duales Studium vorstellen. Den Einblick in die reale Berufswelt finde ich sehr sinnvoll, denn es ist eine interessante Erfahrung, in der Schule mal auf der anderen Seite zu stehen.“

Nach dem Abitur noch keine rechte Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft hatte Kathena Behrens (18) aus Vahlde. „Ich habe mich dann auf die Anzeige in der Zeitung beworben und bin an die Finteler Friedrich-Freudenthal-Schule gekommen. Dort war ich selbst Schülerin und arbeite nun mit ehemaligen Lehrern von mir zusammen, die jetzt plötzlich Kollegen sind – das war anfangs etwas komisch, läuft jetzt aber gut. Obwohl mir die Arbeit Spaß macht, weiß ich nunmehr, dass meine Berufswahl mehr in Richtung kaufmännische Ausbildung gehen soll.“

Bufdi-Zeit zur Orientierung

Sophie Bellmann (21) aus Vahlde ist in der Fintauschule tätig: „Ich nutze die Bufdi-Zeit ebenfalls zur Orientierung, nachdem eine Ausbildung zur Mediengestalterin nicht meinen Vorstellungen entsprach. Nunmehr habe ich mein Ding gefunden und werde mich für einen Studienplatz mit Fachrichtung Deutsch und Kunst auf Lehramt bewerben.“ Insofern, sagt sie, sei das Jahr für sie keine verschenkte Zeit, sondern vielmehr ein Schritt zur richtigen Berufswahl und persönlichen Zufriedenheit.

„Bei der praktischen Arbeit im Kindergarten oder in der Schule wird vielen Bufdis schnell klar, ob man sich für eine Tätigkeit im pädagogischen oder sozialpädagogischen Bereich entscheiden möchte“, weiß Koordinatorin Kim Holsten von der Samtgemeindeverwaltung. „Nach fünf Monaten praktischer Tätigkeit haben jetzt viele eine konkretere Vorstellung von ihrem Berufsziel – egal, ob mit Haupt- oder Realschulabschluss, abgeschlossener Ausbildung, Fachhochschulreife oder Abitur.“

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