Jung, weiblich, im Glauben verwurzelt

Lotte Blattmann wird in Fintel zur neuen Pastorin ordiniert

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Lotte Blattmann (4.v.r.) im Kreis der sie ordinierenden Kollegen und Mentoren.

Fintel - Mit einem ländlichen „Moin“ begrüßte Interimspastor Achim Blackstein am Sonntagnachmittag das voll besetzte Gotteshaus zum eigentlich feierlichen Anlass.

Zur Ordinationsfeier der neuen Pastorin in der St.-Antonius-Kirche hatten sich nicht nur Gemeindemitglieder eingefunden, sondern auch Vertreter der Nachbargemeinden, offizielle Kirchenvertreter, der Kirchenvorstand sowie die Ordinationszeugen, der stellvertretende Superintendent Matthias Wilke und nicht zuletzt Familie und Wegbegleiter von Lotte Blattmann.

„Sie bekommen eine Pastorin mit gleich drei Abschlüssen“, pries Superintendent Christian Brandy die Qualifikationen der im Wendland aufgewachsenen Pastorin und Mutter eines kleinen Sohns. Ihre Jugend in (nicht nur geografisch) unmittelbarer Nähe zur Kirche in Lüchow und dem politisch aufgeheizten Klima der Castor-Transporte hätten ihren Werdegang geprägt, wie Blackstein ausführte, ebenso wie die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis Politik und Glauben nach den 9/11-Anschlägen: Auf ein Studium der Politikwissenschaften in Halle/Saale folgte ein Lehramtsstudium, bevor der Gatte angesichts ihrer tiefen Verwurzelung im Glauben zum Theologiestudium riet.

So zeugt der Lebenslauf von Blattmann, die im Vikariat in der Stadtgemeinde Lüneburg vielfältige Erfahrungen in der Gemeindearbeit sammelte, von einer echten „Allrounderin“: Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Organisation beim Kirchentag, ein Praktikum im Deutschen Bundestag. 

Große innere Berufung

Superintendent Brandy hob neben der großen inneren Berufung, die sich im apostolischen Ordinationsspruch („Wir können es ja nicht lassen, davon zu reden, was wir gehört und gesehen haben“) auch ihre große persönliche Bescheidenheit hervor. Er übte deutliche Kritik an dem von ihm festgestellten heutigen „Alltagsatheismus“ und bat angesichts der „prinzipiellen Überforderung durch den Pastorenberuf“ um Unterstützung durch die Ehrenamtler der Kirchengemeinde.

Die überreichten Blattmann symbolisch den Staffelstab, den Pastor Wilhelm Röhrs bei seinem Ausscheiden vor 18 Jahren an seinen Nachfolger abgegeben hatte und der nun von Thomas Steinke zurückgekehrt sei: „Staffellauf darf genau wie Glaube und Kirche Anstrengung kosten, soll aber keine Last sein, sondern ist ein Mannschaftssport“, so Ute Seiler und Detlef Weseloh vom Kirchenvorstand. Sie dankten auch dem ausscheidenden Springer Achim Blackstein für seine „Denkanstöße, lockeren Ansprachen und deutlichen Aussagen“.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Posaunen- und vom Kirchenchor unter Leitung von Christian Weseloh. Der anhaltende Applaus der Gemeinde nach Beendigung der ersten Amtshandlung durch Blattmann, nämlich der Abnahme des Abendmahls, hätte es nicht deutlicher machen können: Die Gemeinde freut sich auf ihre neue Pastorin.

hey

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