Beim Flohmarkt im Landgut Stemmen wechselt Interieur den Besitzer

Aus 40 Jahren Hotelhistorie

Auf Schnäppchenjagd im Festsaal: Zahlreiche Besucher waren im Landgut auf der Suche nach einem Stück Hotelgeschichte. - Fotos: Ujen

Stemmen - Von Hannes Ujen. Auf antiken Stühlen sitzen, die einstmals die Hotelflure säumten, das hat doch was. Eine Lampe in den eigenen vier Wänden installieren, die jahrzehntelang die Lobby erleuchtete, das hat doch ebenso seinen Reiz. Diese und noch viele weitere Raritäten gab es am Sonntag beim großen Hotelflohmarkt im Landgut Stemmen zu erwerben. Ein Fest für Schnäppchenjäger – und Nostalgiker.

Luise Trau ist noch immer ganz baff. „Mit so viel Resonanz habe ich nun wirklich nicht gerechnet.“ In der Tat war das Interesse an den unzähligen Artikeln aus dem Hotelfundus enorm – so enorm, dass es zeitweise kaum ein Durchkommen für die Interessenten gab. „Dass ich in meinem Leben überhaupt noch einmal einen Flohmarkt mache, habe ich mir auch nicht ausmalen können“, so die Seniorchefin des Landguts.

Gegenstände mit Geschichte

Zugegeben: Etwas Wehmut schwang bei der Hoteliersfamilie Trau schon ein wenig mit. An vielen Dingen hinge eben eine besondere Geschichte, wie an Gläsern aus Mexiko, Lampen, antiken Möbelstücken, Bildern und Dekoartikeln aus dem Hotelinventar, sagt Trau. „In den vergangenen 40 Jahren, seitdem ich und mein Mann Johann aus dem kleinem Landgasthof ein florierendes Hotel gemacht haben, hat sich einiges angesammelt.“

Silke Beckmann ist seit mehr als 20 Jahren im Landgut tätig und kennt sich bestens aus: „Ich denke, man muss immer mal Platz für Neues machen. Man kann nicht an allen alten Dingen festhalten, sondern muss im Hotelbetrieb mit der Zeit gehen.“ Auch Mitarbeiterin Anke Ullrich ist als Expertin für das Feilschen mittendrin, denn alle Preise sind verhandelbar: „Ich bin sehr positiv überrascht. Richtig gut gehen Gläser und Geschirr, aber auch Dekorationsartikel sind sehr heiß begehrt.“

Flohmarkt im Landgut Stemmen

Die Tombola für das Kinderhospiz Löwenherz war im Rekordtempo ausverkauft: 50 skurrile Sachen, hübsch als Geschenke verpackt und lauter Gewinne zum Lospreis von 50 Cent kamen unter die Leute. „Es waren zum Beispiel Figuren, Topflappen mit Rose oder Blumenvasen darunter – alles Dinge, die man mögen muss“, verrät Luise Trau. Im vollbesetzten Hochzeitssaal fanden auch noch diverse Privatanbieter Platz für ihre Flohmarktartikel. Auch sie freuten über den Zuspruch des Publikums.

„Wir sind froh, Platz zu schaffen für neue Dinge, die da kommen werden“, resümiert Juniorchef Derk-Alexander Trau, der zusammen mit seinem Bruder Christopher in der 19. Generation den Betrieb übernimmt. „Viele Sachen begleiten uns seit der Kindheit und haben ihre eigene Geschichte. Nun sollen sich auch andere daran erfreuen.“

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