Im Interessenkonflikt

Hauptnutzer der „Alten Sparkasse“ sind sich über Raumgestaltung uneins

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Vor knapp einem Jahr war das Fintau-Familienforum im Lauenbrücker Ratssaal an den Start gegangen - mit einem Eltern-Kind-Frühstück.

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Zeit für eine erste Bilanz: Am Dienstagabend legte der Verein Simbav den Mitgliedern des Lauenbrücker Sozialausschusses Rechenschaft darüber ab, wie das in der Gemeinde beheimatete Fintau-Familienforum, welches erst im Februar vergangenen Jahres an den Start gegangen war, angenommen wird. Die hohen Teilnehmerzahlen am Eltern-Kind-Frühstück, an der Baby- und an der Waldgruppe, die Koordinatorin Petra von Spreckelsen nebst ihrer Kollegin Ina Helwig in der Sitzung vortrugen, stimmten die Politiker jedenfalls zufrieden.

Doch wie heißt es doch gleich so schön: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und den haben die Simbav-Verantwortlichen ausgerechnet in der „Alten Sparkasse“ gefunden. Hier, in dem für die Dorfgemeinschaft frisch hergerichteten Gebäude an der Bahnhofstraße, haben die Gruppen ihr neues Domizil gefunden. Der Umzug aus dem Rat- und dem Gemeindehaus habe schon stattgefunden, so von Spreckelsen. 

Sprich: Sämtliches Equipment für die Spiel- und Bewegungsangebote sei inzwischen in einem zentralen Lagerraum untergebracht worden. An sich, so die Simbav-Frau, böte das Dorfgemeinschafshaus beste Voraussetzungen, die Angebote fortzuführen - wenn der Raum nicht mit derart vielen schweren Tischen und Stühlen, die sich nicht stapeln lassen, bestückt sei. „Die Gruppen finden ja am Boden auf Matten statt, damit Kinder und Eltern auf Augenhöhe sind.“ 

So wie das Mobiliar derzeit angeordnet ist, sei es jedenfalls schwierig, sich zu entfalten. „Selbst, wenn man den einen oder anderen Tisch verschieben würde, wäre der Raum noch immer recht eng.“ Den ortsansässigen Müttern, die die dreimal wöchentlich zusammenkommenden Gruppen leiten, sei ein ständiges Hin- und Hergeschiebe jedenfalls nicht zuzumuten, so von Spreckelsen, „vor allem, weil einige von ihnen schwanger sind.“

Dieses Argument konnte Gisela Volkmer durchaus nachvollziehen. Sie ist Vorsitzende der Aktiven Frauen Lauenbrück, ein weiterer Hauptnutzer des Gebäudes. Aber: „Eine gewisse Gemütlichkeit muss dort grundsätzlich sein.“ Sie fände es schade, müsste an der Tischanordnung wieder gerüttelt werden. „Der Raum dient ja der Dorfgemeinschaft im Allgemeinen und nicht als Kindergarten im Speziellen.“

Und doch, ergriff Ina Helwig das Wort, sollten sich auch die „Simbav-Familien“ dort wohlfühlen können. „Dass die Kinder in ihrer Entwicklung in den Gruppen gefördert werden, entspricht doch sicher auch dem Ansinnen der Gemeinde.“ Sie plädierte dafür, an einer Lösung zu arbeiten, die allen gerecht werden könne, „bevor die Eltern mit ihren Kindern nicht mehr wiederkommen und stattdessen lieber unsere Angebote in Scheeßel oder Bothel in Anspruch nehmen“.

Dass es weder für den einen noch für den anderen eine Exklusivnutzung geben würde, betonte Ausschussvorsitzender Arne Homfeldt (CDU): „Bei allen Anlaufschwierigkeiten bin ich mir sicher, dass wir noch einen Kompromiss finden werden.“ Dafür wolle man sich nun noch einmal vor Ort austauschen. Und auch Ute Schwiebert, beratendes Mitglied im Gremium, betonte: „Alle Nutzer sind gleichberechtigt - mit den gleichen Rechten und Pflichten. Aber es muss fair gehandelt werden ohne Missgunst und Ärger.“

Was ist das Simbav-Familienforum? Mit anderen Elternteilen und Kindern zusammenkommen, sich kennenlernen und austauschen - das ist die Idee hinter dem Familienforum Simbav, einem Verein, in dem sich alles ums Netzwerken, um Bildung und um Gesundheit dreht. 

2003 in Rotenburg gegründet, hat der Verein sein Angebot auf umliegende Ortschaften ausgedehnt. Seit Februar vergangenen Jahres bringt er auch Familien in Lauenbrück regelmäßig zusammen - mit niedrigschwelligen Eltern-Kind-Angeboten im örtlichen Ratssaal, im Gemeindehaus oder in Form einer Waldgruppe. Fortan finden alle stationären Treffen im neu hergerichteten Dorfgemeinschaftshaus in der „Alten Sparkasse“ statt.

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