Flüchtlinge und Einheimische kommen sich beim Kochen in Lauenbrücker Fintauschule näher

Integration geht durch den Magen

Beim gemeinsamen Kochen finden in Lauenbrück Flüchtlinge und Einheimische zueinander und erzählen sich ihre Lebensgeschichte. - Foto: Rutzen

Lauenbrück - Einkaufen, kochen, essen – mit einer ganz praxisnahen Alltagserfahrung lernen Flüchtlinge in der Samtgemeinde Fintel beim Internationalen Kochtreff ihre neue Heimat etwas besser kennen. Bei der jüngsten kulinarischen Aktion unter der Leitung der Gleichstellungsbeauftragten Philine Homfeldt standen afrikanische Gerichte auf dem Speiseplan.

Die Hemmschwelle ist niedrig, die Teilnahme freiwillig. „Dennoch oder gerade deswegen kommen unsere Flüchtlinge regelmäßig wieder und bringen neue Leute mit“, hat Homfeldt festgestellt. „Die Teilnehmer, ob Asylbewerber oder Einheimische, scheinen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geschmack gekommen zu sein.“ Und tatsächlich: An die 30 Köche, Hilfsköche und Helfer von der Elfenbeinküste, aus dem Sudan, aus Montenegro, Albanien sowie eine Gastschülerin aus Spanien wirbeln in der Schulküche der Lauenbrücker Fintauschule herum.

Ausrichter sind dieses Mal Charly, Assad, Keito, Adama von der Elfenbeinküste. „Wir möchten heute einmal gerne ein typisches afrikanisches Gericht anbieten – mit Fisch und verschiedenem Gemüse, so wie es unsere Mütter zu Hause zubereiteten“, erzählt Assad. Dafür hätten er und einige weitere Mitstreiter in Hamburg die Zutaten eingekauft und mitgebracht.

Kaum gewaschen und geschnippelt, landen die Ingredienzien auch schon in den Töpfen. In der einen Pfanne brutzelt der Karpfen, in der anderen zerkleinerte Kochbananen, in einem anderen Topf kochen die Süßkartoffeln. Tomaten und kleine Auberginen werden geschnitten, weiterhin braucht man Zwiebeln, Jams, Pfefferfrüchte und andere Gewürze. Den Namen des Gerichtes kennen die Schwarzafrikaner auch nicht, „es schmeckt auf jeden Fall sehr, sehr gut“, verspricht Assad.

Nach und nach entstehen in der Küche ein bisschen radebrechend, dafür aber auf Augenhöhe Gespräche. Über die Heimat, über das Leben dort, über das neue Zuhause in der Samtgemeinde und manchmal auch über die Flucht.

Am Ende wird das Mahl aufgetragen. Es riecht nicht nur gut, es schmeckt auch allen. Und ganz nebenbei ist man sich wieder ein Stück näher gekommen.

hr

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