35 Jahre Atelier Geddert in Vahlde

Im Zeichen der Artenvielfalt

Über die Ausstellungseröffnung in der Finteler Sparkasse freuen sich Sabine Geddert (v.l.), Uwe Cordes und Hobbykünstlerin Regina Rademacher. 
Foto: Ujen
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Über die Ausstellungseröffnung in der Finteler Sparkasse freuen sich Sabine Geddert (v.l.), Uwe Cordes und Hobbykünstlerin Regina Rademacher. Foto: Ujen

Fintel/Vahlde – Die Sparkassen-Filiale an der Rotenburger Straße 9 in Fintel verfügt über einen lichtdurchfluteten, offenen Besucherbereich und somit über optimale Voraussetzungen für Bilderausstellungen. Zumal es sich auch in Coronazeiten um einen öffentlich zugänglichen Raum handelt, war es jetzt möglich, die im vergangenen Jahr geplante Ausstellung „Artenvielfalt“ anlässlich des 35-jährigen Bestehens der Mal- und Zeichenschule Atelier Geddert durchzuführen. Geschäftsstellenleiter Uwe Cordes und Atelierleiterin Sabine Geddert zeigten sich erleichtert über die termingerechte Eröffnung der Wanderausstellung, die bis zum 14. August in Fintel Station macht und zu den normalen Öffnungszeiten zu sehen ist.

„Um den Bildern genügend Raum zu geben, haben wir uns dafür entschieden, jeweils nur acht Teilnehmer zu präsentieren und dann nach einer Woche die Bilder auszutauschen, sodass letztendlich 30 Bilder zu sehen sind“, erklärt die Atelierinhaberin. „Die Auswahl der Bildmotive zum Thema Artenvielfalt war jedem Teilnehmer freigestellt, und so verwundert es nicht, dass die Darstellungen überwiegend sympathische Tiere zeigen.“

Es handelt sich dabei einheitlich um Leinwandbilder in Öl- und Acryltechnik, die jeweils einzeln auf einer Staffelei stehen. Titel wie „Schnegge“, „Quellentanz“, „Libelle im Morgentau“ oder „Froschpool“, aber auch „Urmel auf dem Strand“ und „Be-Lämmert“ sollen neugierig machen auf die Arbeiten der Kunstschaffenden, die alle aus der hiesigen Region kommen.

Als sogenanntes Begleitwerk steuert Geddert ihren limitierten Druck „WiesenWesenWeg“ aus ihrer Suchbild-Serie „Siehste? Denkste!“ bei, das erst auf den zweiten Blick von sehr vielen Arten bevölkert ist.

Als durch Corona am 13. März das Aus für den Atelierbetrieb in Hamburg und Vahlde kam, hatten die an der Wanderausstellung beteiligten Kursteilnehmer zum Glück ihre seit einem Jahr in Arbeit befindlichen Werke fertiggestellt, die im Altonaer Rathaus und in der Sparkasse Hamburg-Bahrenfeld gezeigt wurden. In Scheeßel war dann allerdings Schluss, denn Ausstellungsräume wie das dortige Kunstgewerbehaus wurden gesperrt, und das Projekt musste auf 2021 verschoben werden. Auch der mit rund 200 Besuchern stets gut besuchte Tag der offenen Tür mit großer Werkeschau der Atelier-Teilnehmer in Vahlder musste abgesagt werden.

Das Thema „Artenvielfalt“ hat sich Sabine Geddert bereits vor zwei Jahren für ihre Jubiläums-Wanderausstellung überlegt. „Damals habe ich mir nicht vorstellen können, welche Brisanz dieses Thema 2020 erreichen wird“, so die studierte Künstlerin: „Ein großer Teil der Insekten ist gefährdet oder bereits ausgestorben – ganz zu schweigen von den vielen anderen Lebewesen, die die Erde schon verlassen haben.“ Der Klimawandel würde dazu beitragen, aber auch unsere Vorstellung davon, was in der Natur sein darf und was nicht. „Wer braucht schon beispielsweise Bremsen oder Blattläuse? Nun, wir vielleicht nicht direkt, aber solange wir das Wissen um das komplett ineinander verwobene Netz der Natur nicht begreifen und respektieren, sieht es schlecht aus für die Artenvielfalt und damit auch für uns Menschen.“

Dass es 2020 ein Volksbegehren „Artenvielfalt in Niedersachsen“ geben würde, sei ihr bei der Wahl ihres Jubiläumsthemas nicht bekannt gewesen, doch würde es sehr gut zu ihrer Wanderausstellung passen. „Aus Corona-Gründen kann diese zurzeit nicht viel wandern. Ich hoffe aber, dass wir 2021 weitere Ausstellungstermine wahrnehmen können.“

Für das Vahlder Künstlerehepaar Sabine und Christian Geddert bedeutete die Corona-Pandemie zunächst den kompletten Ausfall ihrer Atelier-Einnahmen. Dazu kamen Kosten für gebuchte Ausstellungen wie die Art Expo New York, Hanse Art Lübeck oder Schloss Reinbek mit allen damit verbundenen Ausgaben wie Ausstellungsgebühren und Reisekosten sowie zum anderen die entgangenen Verkaufseinnahmen. Durch eine recht lukrative Ausstellung im Januar vor Corona in Dresden sowie eine Bundes-Soforthilfe haben sie diese schwierige Zeit überbrücken können. Die viele freie Zeit nutzte die Vahlder Künstlerin intensiv für ihr eigenes kreatives Schaffen. Mit Unterstützung ihres Sohnes Sascha Geddert, in Dresden lebender Animationskünstler, sowie ihres Ehemanns, dem Skulpturenkünstler Christian Geddert, kann man nunmehr auf Facebook, Youtube oder Instagram mit musikalischer Unterlegung durch Sabine Gedderts gemalte Landschaften streifen und nach und nach die vielen verborgenen Einzelheiten entdecken.

Wie geht es weiter im Atelier Geddert? Sabine Geddert zeigt sich optimistisch und wird zunächst die ausgefallenen Kurstermine nachholen – natürlich mit begrenzter Teilnehmerzahl und gebührendem Abstand. „Dabei werden wir nach Möglichkeit auf unseren großen Ateliergarten in Vahlde ausweichen und ab Juli/August wieder in die regulären Kurse einsteigen.“

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