Hubertusmesse in der Lauenbrücker Kirche / Waidmännischer Brauch

Mit Horn und Herbstlaub

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Auch die Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Lauenbrück spielte auf.

Lauenbrück - Von Hannelore Rutzen. Für Jäger ist der November ein besonderer Monat. Sie ehren ihren Schutzpatron, den heiligen Hubertus. Aus diesem Grund versammelten sich Jäger und Freunde am Sonntagabend in der Martin-Luther-Kirche in Lauenbrück und hielten eine Hubertusmesse ab.

Der Brauch geht auf den damaligen Pfalzgraf und leidenschaftlichen Jäger Hubertus von Lüttich (655 bis 727) zurück. Der lebte nach dem Tod seiner Frau als Einsiedler in den Wäldern der Ardennen. Als er im Geweih eines Hirsches eine Kruzifix-Erscheinung sah, veränderte ihn dieses Erlebnis nachhaltig: Er schwor der Jagd ab. Fortan sah er vielmehr den göttlichen Ursprung in allen Wesen auf der Erde. Aus diesem Grund machte sich der spätere Bischof von Maastricht und Lüttich für Wildbestände stark.

Aus dieser „Achtung vor dem Geschöpfe“ begründete sich die Waidgerechtigkeit, die die heutigen Normen und Regeln für den Jagd- und Angelbetrieb festlegt. Die Waidgerechtigkeit kann darüber hinaus auch als ein Vorläufer des modernen Naturschutzes angesehen werden.

Bekanntheit erlangte die Hubertusmesse vor allem als „Erntedankfest der Jäger“. Zu diesem Anlass wurde die Lauenbrücker Kirche waidmännisch hergerichtet. Auf dem Boden verstreutes Laub erinnerte an die gewohnte Umgebung des Jägers, den Wald. Den Gottesdienst hielt Pastor Lars Rüter ab.

Zwei Bläsergruppen waren für die musikalische Untermalung verantwortlich. Zu Beginn stimmte die Jagdhornbläsergruppe des örtlichen Hegerings mit jagdlichen Signalen an dem mit Fackeln stimmungsvoll beleuchteten Weg zum Gotteshaus ein. Die Messe selbst untermalte die Parforcehorn-Bläserkreis Nordheide unter der Leitung von Ute Marx. Bereits seit 1972 macht es sich das Ensemble zur Aufgabe, alte Jagdmusik in Annäherung an historische Spielweisen nachzuempfinden.

Im Mittelpunkt der Predigt, der Gebete und Fürbitten von Pastor Rüter stand der respektvolle Umgang sowie die Hege und Pflege der Schöpfung Gottes. Anspruch sei es, so Rüter, sorgsam und mit großer Verantwortung mit der Natur umzugehen und in ihre Vorgänge einzugreifen.

Diesem Auftrag müsse man sich als Christ stellen und sein Leben danach ausrichten – so wie es der Heilige Hubertus tat.

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