Erster „Bufdi“ an der Fintauschule übergibt das Staffelholz an Nachfolger

Homepage, Bücherei und Pfannkuchen

Frenk Guenter übernimmt als neuer „Bufdi“ an der Fintauschule den Job von Sania Stock. - Foto: Heyne

Lauenbrück - Sie hat es gerade hinter sich, er steht gerade erst am Anfang. Während es für sie der „Sprung ins kalte Wasser“ war, wird er einen Monat lang eingearbeitet und weiß, was auf ihn zukommt. Die Rede ist vom „Jahr als Bufdi“ an der Fintauschule Lauenbrück. Dort übergibt die scheidende Absolventin des Bundesfreiwilligendienstes Sania Stock gerade das Staffelholz – oder besser: Kochlöffel und Bücherei-Ausleihscheine – an ihren Nachfolger Frenk Guenter.

Die Koch-AG und die Umgestaltung der Ausleihe sind zwei Projekte, die die beiden Abiturienten zu ihren Aufgaben zählen. Guenter ist froh, von seiner Vorgängerin eingearbeitet zu werden: „Gerade in Sachen Bücherei kannte ich mich vorher überhaupt nicht aus“, gibt der 19-Jährige unumwunden zu. Als Stock genau vor einem Jahr ihren Job in der Oberschule antrat, gab es noch keine festen Strukturen für „Bufdis“: „Da ich die erste war, musste sich das erstmal finden“, so die Ostervesederin. Die ersten Wochen seien holprig gewesen, „danach ging es“.

Was die beiden Freiwilligen eint, sind nicht nur die Erfahrungen mit Kindern als Trainer einer Fußballmannschaft, sondern auch der Wunsch, später als Lehrer zu arbeiten und sich hier auszuprobieren. Die Frage „Liegt mir das überhaupt‘?“ kann die junge Frau inzwischen mit „Ja“ beantworten; sie hat ihren Studienplatz ab Oktober in Braunschweig bereits in der Tasche. Auch Guenter wurde geraten, hier erste Erfahrungen zu sammeln, „möglichst in einer Schule, wo einen noch keiner kennt.“ Der „Seitenwechsel“ von Schüler- auf die Lehrerseite falle leichter, wenn man „nicht plötzlich Kumpels von früher was sagen muss“. Beide schätzen den freundlich-offenen Ton an der Fintauschule und das gute Verhältnis zu den Kollegen. Nur das „Herr Guenter“ oder „Frau Stock“ sei zunächst ungewohnt gewesen.

Die zierliche junge Frau hatte in ihrem Jahr in Lauenbrück einige „positive Aha-Momente“: „Ich war überrascht, dass es auch in den Pausen im Lehrer vorwiegend um Fachliches geht; um Fragen zur Korrektur oder Unterrichtsvorbereitung – da ist auch die Meinung der anderen gefragt.“ Angetan war sie auch, dass es keine Probleme mit dem Respekt gegeben habe, „auch nicht bei Schülern, die nur wenige Jahre jünger waren als ich.“

Schwerpunktmäßig würden die „Bufdis“ jedoch in Klassenstufe fünf bis sieben eingesetzt, und in der Sprachlernklasse – für beide Lieblingsstunden, „aber auch die anstrengendsten“, meint Guenter, „mit bis zu 20 Kindern von neun bis 15 auf sechs unterschiedlichen Leistungsniveaus, bei einigen noch mit Alphabetisierung.“ Stock ergänzt: „Dafür bekommt man aber auch mehr zurück“; eine Dankbarkeit, die unter den übrigen Schülern so nicht vorhanden sei.

Auch in der von Stock ins Leben gerufenen und nun von Guenter weiter geführten Koch-AG sind zwei Drittel Flüchtlingskinder. „In 85 Minuten ein gesamtes Essen vorzubereiten, zu kochen und zu essen – das ist schon sportlich“, meint Stock, „alles jenseits von Nudeln mit Soße ist eine Herausforderung“. Bei der Auswahl der Gerichte wird auf den Verzicht von Schweinefleisch geachtet. „Wichtig ist viel Gemüse“, ist Guenters Erfahrung, „dann haben alle viel zu schnippeln und können aktiv sein.“

Unsere Gesprächszeit wird knapp: Auf die beiden „Bufdis“ warten neben der Pressearbeit die Homepage, neu zu beklebende Buchrücken und die Küche: „Heute gibt es Pfannkuchen – das kennen viele gar nicht.“ 

hey

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