Holger Benning und Uwe Martens klären in Stemmen über die Tiere auf

Der Wolf und das „Rotkäppchensyndrom“

Die Wolfsberater Holger Benning und Uwe Martens
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Die Wolfsberater Holger Benning und Uwe Martens

Stemmen - Von Hannelore Rutzen. Wie gefährlich ist der Wolf? Diese Frage beschäftigt Menschen immer wieder, sobald Isegrim thematisiert wird. So auch die 25 Besucher beim Informationsabend im „Stemmer Landgut“, die Holger Benning und Uwe Martens, Wolfsberater im Landkreis Rotenburg beziehungsweise im Lüneburg, über die möglichen Gefahren und ein Zusammenleben mit den Tieren ausgefragt haben.

Claudia Blohm aus Stemmerfelde, Inhaberin der Hubsy-Ranch, Mutter Petra und Vater Stefan Blohm berichteten stellvertretend für die anderen Gäste: „Ausgelöst durch den Verkehrsunfall mit den ausgebüxten Pferden auf der Bundesstraße75, fragen wir uns nach der Ursache, ob eventuell ein Wolf die Tiere aufschreckte oder anfallen wollte. Es kursieren Gerüchte Internet. Können wir unsere Kinder noch im Wald spielen lassen? Wie können wir uns schützen?“

Uwe Martens und Holger Benning versuchten die Anwesenden zu beruhigen: „Der Wolf ist nicht böse.“ Das „Rotkäppchensyndrom“ sei aber bei vielen Menschen noch fest verankert. Die Experten erklärten, dass Menschen nicht in das Beuteschema der Wölfe fallen würden. Die Tiere sind scheu und meiden den Menschen. Es könne allerdings zu Angriffen auf Nutztiere finden, so die Berater. „Aber diese greifen sie nur an, wenn sie nicht genügend wildlebende Tiere finden“, erklärten die beiden. Dann jagten sie jedoch nur leicht zu überwältigende Tiere. An Pferde oder Rinder wagten sich die Wölfe nur selten heran – diese Tiere seien einfach zu groß und wehrten sich stärker.

Eine anwesende Jägerin berichtete, sie habe bereits zweimal einen Wolf in dieser Region gesehen. Die beiden Experten rieten den Anwesenden daraufhin, sich durch mobile oder feste Elektrozäune zu schützen. „Der unterste Draht sollte 20 Zentimeter Abstand zum Boden haben, denn die Wölfe versuchen eher durch ein Hindernis hindurch zu schlüpfen als darüber zu springen“, so die Experten. Eine der ältesten Methoden, um seine Tiere vor möglichen Wolfsangriffen – oder auch vor Überfällen durch wildernde Hunde, eindringende Menschen oder Wildschweine – zu schützen, ist der Einsatz von Herdenschutzhunden.

Claudia Blohm resümierte daraufhin: „Wir müssen unsere Weiden rüsten und die Tiere sichern. Unsere Ranch hat schon schlechte Erfahrungen gemacht, als uns jemand ein Pferd gestohlen hat. Eine einfache Umzäunung reicht nicht. Wir haben unsere Zäune verstärkt und Wildkameras angebracht. So haben wir die Tiere ständig im Blick.“ Heinz-Georg Dittmer vom Pferdehof Sieben Eichen in Stemmerfeld meinte: „Ich empfand den Vortrag zu speziell. Es ging um eine Umzäunung, die finanziell aufwendig ist. Ist das nötig? Ist denn wirklich ein Pferd in unserer Gegend je durch Angriffe von Wölfen zu Schaden gekommen? Ich halte es für übertrieben. Die Informationen über Wölfe aber waren interessant.“

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