Helmut Dammann-Tamke spricht vor regionalen CDU-Mitgliedern über agrarpolitische Themen

„Nicht egal, wie man über uns denkt“

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Stellten agrarpolitische Themen in den Fokus: Helmut Dammann-Tamke (Mitte) mit Reinhard Trau (Vorsitzender CDU-Samtgemeindeverband Fintel), Manfred Lieder (Vorsitzender Gemeindeverband Scheeßel), MdL Mechthild Ross-Luttmann und Ernst-August Kröger, Ortsbürgermeister von Bartelsdorf. Foto. Rutzen

Lauenbrück - Von A wie Agrarpolitik bis W wie Wolf – der Bogen, den Helmut Dammann-Tamke vor den mehr als 80 anwesenden CDU-Mitgliedern unter dem Dach der Scheune von Klaus Miesner in Lauenbrück spannte, war groß. Auf Einladung des Samtgemeindeverbandes Fintel und des Gemeindeverbandes der Scheeßeler Union war der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen aus Hannover angereist, um sich mit den Gästen auszutauschen.

Dammann-Tamke, Landwirt im Nebenerwerb, stellte in seinen Ausführungen fest, dass viele Mitbürger heute kaum noch wissen würden, wie Lebensmittel wirklich hergestellt werden. Dennoch betrachteten sie die Landwirtschaft und ihre Produkte kritisch. „Wir ernähren 80 Millionen Bundesbürger mit unseren Produkten. Sie sind unsere Kunden. Da kann es uns nicht egal sein, was sie über uns denken“, so der Experte. Seiner Überzeugung nach gelte es die Wirklichkeit der Landwirte zu vermitteln, und dazu gehöre auch deren Wunsch nach einem Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde.

Auf eine Frage aus der Zuhörerschaft warf der Landespolitiker ein, dass eine Rückkehr zur Milchmengenregulierung der falsche Weg sei, die Milchpreiskrise zu lösen. Die Mengenbeschränkung führe seiner Einschätzung nach zu hohen Kosten. Ziel müsse es sein, neue Absatzmärkte zu erschließen.

Fakt sei, jeden Tag fielen für den Bau von Straßen, Gewerbegebieten, von Häusern und Gebäuden zwölf Hektar landwirtschaftliche Produktionsfläche zum Opfer. Dammann-Tamke rechnete vor: „Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist im Durchschnitt 62 Hektar groß, also verlieren wir alle fünf Tage einen Betrieb.“ Die Landwirtschaft könne so nicht mehr auf gesicherter Fläche produzieren. Und das habe Folgen. „Ohne Fläche kein Futter, keine gesicherte Haltung geschweige denn Wachstum der Tierbestände.“ Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation müsste die Nahrungsmittelproduktion um 70 Prozent gesteigert werden, um dem Wachstum der Weltbevölkerung in der Frage der Ernährung standzuhalten.

Unzufrieden zeigte sich der Christdemokrat mit der Politik des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, beispielsweise dem Vorenthalten von Zuschüssen für die Landwirtschaftskammer. Er selbst sehe das als ein Beispiel dafür, dass die Landwirtschaft nicht genügend nachhaltig gestärkt werde.

Als Vorsitzender der Landesjägerschaft widmete sich Dammann-Tamke auch dem Thema Wolf. Der sei weiter in Niedersachsen auf dem Vormarsch. So wachse die Population im Jahr um 30 bis 50 Prozent. „Im Jahr 2003 gab es das erste Rudel, zwei Jahre später das zweite – jetzt haben wir verstreut 14 bis 32 Rudel“, schilderte er die Entwicklung und erinnerte, dass das Tier ja geschützt sei. „Wir müssen uns sachlich informieren und lernen, den Wolf zu akzeptieren und mit ihm zu leben“, so seine Botschaft.

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