Hartmut Litfin aus Riepe plant Infostreifen für neuangekommene Flüchtlinge und sucht Mitstreiter

Ein Aufklärungsfilm der anderen Art

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Normalerweise filmt er gerne Flipperautomaten. Mit den Aufklärungsfilm für Flüchtlinge und Asylbewerber will Hartmut Litfin nun Neuland betreten

Vahlde - Von Lars Warnecke. Hartmut Litfin hat eine Idee: Warum nicht einmal einen Film drehen, der den gerade erst eingetroffenen Flüchtlingen und Asylbewerbern Orientierungshilfe in einer für sie zunächst noch völlig unbekannten Kultur bietet? „Bilder sagen letztendlich ja auch mehr als tausend Worte“, ist der 61-Jährige überzeugt.

Um sein Vorhaben mit weiteren Ideen zu füttern und schlussendlich auch in die Tat umzusetzen, sucht er nun weitere Mitstreiter – auch Flüchtlinge selbst möchte er in seinem „Aufklärungsfilm“ auftreten lassen. Als „erste Hilfe für alle Menschen mit anderer Sprache, Religion und Kultur als Wegweiser in unserer Gesellschaft für ihre Zukunft“, so stellt sich der in Riepe lebende Hobbyfilmer das Projekt vor. Diese Idee, sagt er, habe er auch schon Anfang des Jahres an die Samtgemeinde Fintel herangetragen. „Aus dem Rathaus habe ich bis heute aber keine Rückmeldung bekommen, ob Interesse an einer Realisierung besteht oder nicht“, bedauert Litfin. Erst vor wenigen Tagen sei er auch bei der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in Rotenburg vorstellig gewesen, „die fanden meine Idee zwar klasse, sind mit dem Erstaufnahmelager aber zur Zeit zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt“.

Jetzt will Litfin es auf eigene Faust versuchen – beziehungsweise mit weiteren Kreativen, die sich in das Filmprojekt einbringen möchten. Professionelles Equipment dafür sei in Form von Kameras sowie Schnitt- und Tonsoftware vorhanden, sagt er. „Das Material müsste am Ende dann nur noch in unterschiedlichen Sprachen synchronisiert werden, die Menschen kommen schließlich auch aus ganz verschiedenen Ländern zu uns.“ Den sinnvollsten Weg, den Film nachher einer großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sieht der gebürtige Hamburger im Internet. „Youtube wäre doch eine perfekte Plattform.“

Das Besondere: Litfin möchte in seiner Produktion nicht den „belehrenden Deutschen“ im Vordergrund stehen haben, sondern viel lieber Flüchtlinge selbst als Protagonisten zu Wort kommen lassen. „Dadurch würde dem primären Betrachterkreis ein Gefühl gegeben, in einer für ihn neuen fremden Welt für die nächste Zeit nicht alleine dazustehen“, erläutert der 61-Jährige den Sinn. Weiterhin würden seinen Worten nach Menschen mit gleichem Schicksal persönlicher die Selbstverständlichkeiten übermitteln – Selbstverständlichkeiten wie beispielsweise die Euro-Münze für den Einkaufswagen oder das Bedienen eines Fahrkartenautomaten. Aber auch die Vorstellung von Anlaufpunkten für Sprachkurse, den Flüchtlingen Sportvereine und sonstige Freizeitgestaltung schmackhaft zu machen oder ihnen die Mülltrennung zu veranschaulichen schweben Hartmut Litfin als Filminhalt vor.

„Das Ganze soll natürlich einem roten Faden folgen“, betont er. Eigene Ideen für eine Handlung habe er reichlich. Und dennoch möchte er das Projekt nicht alleine bestreiten. So lädt er für diesen Donnerstag ab 19 Uhr alle Interessierten, die sich gerne in den Dienst der Sache stellen möchten, zu einem Arbeitskreistreffen ins Musikcafé der Diskothek Padam in Riepe ein.

Er ist überzeugt: „Mit so einem Projekt wären wir in Sachen Asyl sicher Vorreiter über die Gemeindegrenzen hinaus, mir ist zumindest nichts dergleichen bekannt.“

Weitere Informationen zu dem Projekt bietet der Hobbyfilmer auf seiner Internetseite.

www.videofilmerei.de

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