Günter Gruß aus Lauenbrück ist einer der Finteler Bürgerbusfahrer

„Habe einfach Spaß am Auto fahren“

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Hat seine Fahrgäste bereits ins Herz geschlossen: Bürgerbusfahrer Günter Gruß.

Fintel - Seit mehr als einem halben Jahr fährt der Bürgerbus in Fintel. Er hat mehr als 50000 Kilometer unter den Rädern und bereits gut 1000 Fahrgäste transportiert. Jeden Tag sind die Fahrer auf ihren Touren in der ländlich geprägten Gegend rund 350 Kilometer unterwegs. Die Bürgerbusfahrer, sie sind das wichtigste Kapital. Günter Gruß aus Lauenbrück ist einer von ihnen und berichtet über seine Beweggründe.

Als der Verein Bürgerbus Fintel gegründet wurde, meldeten Sie sich als einer der ersten als Fahrer.

Günter Gruß: Mir war es von Beginn an ein Anliegen, vor allem denjenigen zu helfen, die nicht mehr so mobil sein können, ihre Lebensqualität zu erhalten. Das ist heute ganz wichtig. Bei uns auf dem Lande gibt es nur noch an zentralen Orten Einkaufsmöglichkeiten, einen Arzt, eine Bank oder eine Apotheke, und der Personennahverkehr ist sehr ausgedünnt. Die Nachfrage ist vorhanden, aber es lohnt sich nicht, mit großen Bussen unterwegs zu sein. Ich finde, jeder muss soweit wie möglich mobil sein. Das gehört einfach zum Leben, dass man sich nicht eingesperrt fühlt. Das hat mich bewogen, mich dem Verein anzuschließen.

Wie sind Sie denn dazu gekommen?

Gruß: Ich habe das gehört und mich gemeldet. Ich bin jetzt 66 Jahre alt. Mein Berufsleben – 18 Jahre als Kraftfahrer und 27 Jahre als Chemiearbeiter – liegen hinter mir. Jetzt habe ich mehr Zeit, mich dem Autofahren zu widmen – ich fahre nämlich sehr gern Auto. Mit meiner Frau bin ich noch viel unterwegs. Es reizt mich, Natur pur zu erleben.

Es macht Ihnen nichts aus, zweimal in der Woche mehrere Stunden ihrer Freizeit zu opfern?

Gruß: Nein, das Fahren mit dem Bürgerbus macht mir Spaß und ich mache das gern. Ich komme mit Menschen zusammen, helfe ihnen beim Ein- und Aussteigen, unterhalte mich mit ihnen. So entsteht ein schönes Miteinander. Sie erzählen mir, wohin sie fahren und wenn es Besuche bei Freunden waren, berichten sie darüber oder erzählen auch andere nette und traurige Erlebnisse.

Gab es schon einmal besondere Vorkommnisse oder Ausnahmesituationen?

Gruß: Ich kann das nicht sagen, bei mir ist soweit wenig passiert. Der Bus war immer einsatzbereit. Kleinere Sachen erledigt die Werkstatt in Fintel. Verkehrsunfälle hatten wir noch nicht und für Auffälligkeiten bei Verkehrskontrollen muss jeder selbst aufkommen.

Und wie ist es mit den Fahrgästen?

Gruß: Ich komme mit ihnen gut klar. Die mitfahrenden Gäste nutzen gern die Bus-Bahnverbindungen. Manchmal sind Gruppen unterwegs, die einen Ausflug unternehmen. Man muss sich bloß einmal richtig mit dem Fahrplan beschäftigen, und dann findet man Möglichkeiten, den Bus zu nutzen. Für ein kleines Geld lassen sich auch einige Eichenschüler zur Schule mitnehmen.

Warum macht das Bürgerbusfahren Spaß?

Gruß: Die Fahrgäste sind oft dankbar und freuen sich, auch dann, wenn man sich mit ihnen unterhält und sie nicht allein fahren müssen. Da ist das Eis bald gebrochen. Eine Dame sagte mal: „Ohne Bürgerbus könnte ich mir das Leben gar nicht mehr vorstellen.“ Das ist das schönste Kompliment, das wir uns nur wünschen können. Es ist so, dass wir noch ein paar Fahrer gebrauchen können. Je mehr Chauffeure wir sind, desto weniger kommt man mit dem Fahren dran. Klar macht es Spaß, aber es soll ja auch nicht in Stress ausarten. Zwei- bis dreimal monatlich sitzt man ungefähr für vier Stunden am Lenkrad. Der Fahrer sollte zwischen 21 und 75 Jahre alt sein, einen Führerschein der Klasse B besitzen und zwei Jahre Fahrpraxis haben. Das benötigte Gesundheits- und Führungszeugnis bezahlt der Verein. Als Fahrer ist man versichert. Man erhält eine gründliche Einweisung und macht mit einem der Bürgerbusfahrer eine Probefahrt.

hr

Wer Interesse hat, kann sich beim Vorsitzenden Wilfried Pohl unter Telefon 04267/953982 melden.

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