Gruselfriedhof von Ramona Lis zieht Halloween-Gänger an

Zombies zwischen den Erdbeeren

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Initiatorin Ramona Lis (l.) durfte sogar Harry-Potter-Charakter „Dobby” mit Süßigkeiten beglücken.

Lauenbrück - Von Ulla Heyne. Samstag, kurz nach Einbruch der Dunkelheit: Zu dem freien Grundstück von Günter Gruß im Zentrum von Lauenbrück strömen seit einigen Stunden die Menschen, oder eher Gestalten: Denn neben Eltern und Großeltern sind es vor allem kleine Vampire, Hexen und Untote, die zu Halloween den Weg zum Gruselfriedhof von Romina Lis antreten.

Die hat auch in diesem Jahr richtig aufgefahren: Mehr als 20 Gräber mit frisch aufgeschütteter Erde voller Gebeine sind am Nachmittag mit Hilfe einiger Biker-Freunde entstanden.

„Kapazitätsmäßig ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, meint die Initiatorin des Gruselspaßes, der seit 2009 Jahr für Jahr mehr Besucher anzieht. „Jetzt wird nur noch ausgebessert und erneuert“. Dieses Mal hat sie gemeinsam mit einer Freundin zwei Grabsteine erneuert, „die waren einfach verschlissen“. Und auch die beiden Zombies, die sich gerade aus der Erde zu graben scheinen, sind neu.

Ein Altbekannter: Der überlebensgroße Werwolf „Wolfi“ am Eingang. Er ringt nur den Jüngsten Respekt ab, die schon am späten Nachmittag mit den Eltern kommen. Die älteren Kinder, die zwischen 18 und 20 Uhr vorbei schauen, leuchten mit Taschenlampen, lesen die humorvollen Inschriften. Dass unter dem Grabstein „Rainer Zufall“ liegt, ringt schon den Zehnjährigen ein Lachen ab.

Andere Grabinschriften sind wohl eher etwas für die Erwachsenen; dass der Namenszug der Verschiedenen „Willma Ficken“ in altdeutscher Schrift auf dem Grabstein prangt, kommt einem Vater sehr zupass – so bleibt dem Sohnemann im Grundschulalter nur die Spekulation.

Ein Untoter, der beim Ausruf „Papi, warum leuchtet das Skelett?“ folgsam antrabt, begrüßt mich mit durch die Silikonmaske gedämpfter Stimme: „Hallo, letztes Jahr war ich der mit der Axtwunde!“ Dieses Jahr muss er auf das Schminktalent der Tochter verzichten; Abhilfe schafft eine Maske aus dem Ein-Euro-Shop. Für Thomas Erke ist der Besuch ein Familientreffen, zu dem sogar die Tochter aus Münster kommt.

Halloween-Friedhof in Lauenbrück

Gegen 19 Uhr kommen die ersten Süßigkeiten-Engpässe: Mit so viel Andrang hat auch Lis nicht gerechnet. Die Würstchen vom Grill reichen noch; auch Dobby, der Hauself, langt zu. Wie auch für die Gäste – einige sind sogar aus Visselhövede gekommen – birgt der Abend auch für Lis immer wieder Überraschungen: „Man weiß nie, wer kommt!“ Nach einer Gruppe von Flüchtlingen im Vorjahr hat sie sich dieses Mal über viele türkische Mitbürger gefreut; „letztes Jahr waren es viele Jugendliche, dieses Mal überwiegen die Familien mit Kindern!“ Willkommen sind sie alle – Hauptsache, sie teilen die schräge Freude an Gespenst und Gebein, und „es tritt niemand auf die Erdbeeren!“

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