Konzert in der St. Antonius-Kirche

Gotteswerbung in Musik

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Nicht nur musikalisch, sondern auch in Sachen Showtalent hattendie Amerikaner die Nase vorn.

Fintel - „Bläsermusik der Spitzenklasse“ – bei einer solchen Selbsteinschätzung darf man gespannt bis skeptisch sein. Was die zwölf Blechbläser des Projekt-Ensembles „Eurobrass“ am Sonntagabend in der St. Antonius-Kirche in Fintel boten, zerstreute allerdings jeden Zweifel.

Zwei Stunden lang luden die Profimusiker in der mit 200 Zuschauern gut gefüllten Kirche dazu ein, Gott musikalisch zu huldigen. Denn das steht bei dem seit 38 Jahren bestehenden Ensemble mit wechselnden Musikern mit christlichem Hintergrund, darunter drei „Neulinge“, im Vordergrund: Für ihren Glauben zu werben – und das beileibe nicht nur musikalisch.

Nach einem hochklassigen Set mit Arrangements vornehmlich klassischer Stücke quer „durch den Garten“, von Vivaldi über Holst und Bach bis zu einem packenden sinfonischen Arrangement amerikanischer Volkstänze als Horn-Tuba-Quartett, teilte eine Teilnehmerin ihre religiösen Erfahrungen mit dem Publikum. Dieser sehr offene Umgang mit Persönlichem mutete für einige Zuhörer zunächst befremdlich an; „Eurobrass“-Mitinitiatorin Angie Hunter, in Deutschland lebende Amerikanerin und somit Grenzgängerin zwischen den Kulturen, kennt das schon: „Die deutschen Zuschauer sind aber in der Regel bereit, das über sich ergehen zu lassen – und es wird nicht als aufgesetzt, sondern als authentisch empfunden.“

So rekrutiert sich das Ensemble, darunter viele Musiklehrer und -dozenten, Mitglieder der US-Airforceband, Pastorin, Komponist und Handglockenspieler, aus persönlichen Empfehlungen Ehemaliger; die dreiwöchige Reise durch deutsche Kirchen mit Übernachtung in Gastfamilien finanziert sich aus Spenden, Gagen fließen keine.

Authentisch wirkte das frisch zusammengesetzte Orchester in der Tat: Bei der Vorstellung in charmantem Deutsch oder in einigen Showeinlagen, vor allem aber in der Freude an der – nach nur fünf Probentagen bestechenden – Qualität der Vorträge, von der Suppé-Ouvertüre über ein modernes „Lobe den Herren“ im Filmmusik-Stil, bis zum feierlichen Abschluss mit dem „Amen“ aus Händels Messias – schon göttlich, irgendwie.

hey

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