Update: Community achtet Naturschutz

Geocacher vertreiben Seeadlerpaar aus Tister Bauernmoor

Weniger Wasser im Tister Bauernmoor erleichtert die Nahrungssuche der Vögel. - Fotos: Bonath
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Weniger Wasser im Tister Bauernmoor erleichtert die Nahrungssuche der Vögel.

Tiste/Stemmen - Menschliche Freude am ausgefallenen Hobby – in diesem Fall das Geocaching, eine Art moderner GPS-Schnitzeljagd – ist sich im Tister Bauernmoor mit dem Naturschutz in die Quere gekommen.

Das Seeadlerpaar im Bauernmoor wurde nach Informationen von Alfred Nottorf, dem ehrenamtlichen Landschaftswart des Landkreises, mehrfach von Geocachern derart gestört, dass der Horst und die Brut der seltenen Vögel in diesem Jahr aufgegeben wurde. Unbeabsichtigt zwar von den Störern, so der Stemmener, aber mit schlimmen Folgen für den Naturschutz.

Tatsächlich gelten beim Geocaching strikte Regeln - sowohl für das Anlagen von Verstecken als auch bei der Suche nach selbigen. Der Naturschutz steht dabei ganz besonders im Fokus, weil viele Fundorte in der Natur zu finden sind. Falsch angelegte Caches werden von Findern gemeldet, Suchende werden an schützenswerten Standorten darauf hingewiesen, Flora und Fauna nicht zu beschädigen.

So heißt es auf der zentralen Info-Homepage für die deutsche Geocaching-Community: „Jeder Cacher sollte beim Ausüben seines Hobbys größtmögliche Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt nehmen. Dazu gehört unter anderem auch, dass man nicht einfach querfeldein rennt, wenn man auch über ausgewiesene Wege ans Ziel kommt, und dass man beim Suchen des Cache äußerst vorsichtig vorgeht und die Natur nicht mutwillig beschädigt oder zerstört.“

Rückkehr der Adler kann dauern

Die vielen Besucher des Tister Bauernmoores, das vor Jahren vom Landkreis zusammen mit dem Ekelmoor (1220 Hektar groß) wieder vernässt wurde und sich zu einem Vogelparadies zahlreicher Arten entwickelt hat, werden vermutlich längere Zeit warten müssen, bis sie die seltenen Adler mit mehr als zwei Meter Flügelspannweite erneut bestaunen können.

Zurzeit bereiten sich Tausende Kraniche auf ihren langen Weiterflug in die Winterquartiere im Süden vor. Sie sind dabei, sich Kraftreserven anzufressen für ihren Flug in großen Keilformationen nach Südfrankreich, nach Spanien und verschiedene Bereiche Afrikas. Die schlanken Schreitvögel mit ihren markanten Rufen kommen Jahr für Jahr aus Nordeuropa, und immer mehr wählen das Tister Bauernmoor als Zwischenstation. Nach den Nächten im schützenden seichten Gewässer starten die Vögel in großer Zahl zur Nahrungsaufnahme auf die abgeernteten Maisfelder der Umgebung. Ein Spektakel, das immer wieder von vielen Naturfreunden verfolgt wird. Ein Schauspiel, das sich bei der Rückkehr der Tiere am späten Nachmittag wiederholt. Ein besonderes Erlebnis für viele Besucher, die bei herrlichem Herbstwetter am Sonnabend und Sonntag nach Tiste gekommen waren.

Zahl der Kraniche zuletzt gestiegen

Viele hatten Kameras mit Objektiven und langen Brennweiten, Ferngläser und technische Ausrüstung auf den Beobachtungsturm geschleppt, um eindrucksvolle Fotos schießen zu können. Übrigens haben der Klimawandel und die milden Winter dafür gesorgt, dass die Zahl der Kraniche, die nicht in den warmen Süden fliegt, sich ständig vergrößert. Die langbeinigen Großvögel, so Nottorf, würden in den Wintermonaten in der Region ausreichend Futter finden. Der Landschaftswart zu der monatelangen Trockenphase: „Für das Moor ist der fehlende Regen nicht dramatisch. Der niedrige Wasserstand trägt dazu bei, den Vögeln bei der Nahrungssuche zu helfen.“

Update: Dem ursprünglichen Artikel haben wir eine Erklärung zum Naturschutz beim Geocaching hinzugefügt.

bn/kom

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