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„Vahlde 2030“: Bürger-AG soll Entwicklungskonzept erstellen

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Von: Lars Warnecke

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Für die Vahlder Schützenhalle gibt es Erweiterungspläne – ein Mehrgenerationenhaus könnte so entstehen.
Für die Vahlder Schützenhalle gibt es Erweiterungspläne – ein Mehrgenerationenhaus könnte so entstehen. © -

Dieses Projekt hat ganz gewiss Zukunft: In Vahlde soll eine Arbeitsgruppe ermitteln, in welche Richtung sich das Dorf in den kommenden Jahren entwickeln könnte.

Vahlde – Wie könnte Vahlde im Jahre 2030 aussehen? Sicher, einen Tante-Emma-Laden, von dem es früher sogar gleich zwei im Dorf gab, den wird es nicht mehr geben. Da macht sich Tobias Koch, der Ortsbürgermeister, keine Illusionen. Ein weiteres Wohnbaugebiet? Wohl eher nicht, ist mit dem „Brunskamp“ ein Neues zwecks dörflicher Eigenentwicklung doch gerade erst erschlossen worden.

Wohin soll also die Reise in den kommenden Jahren gehen? Welche Bedarfe gibt es? Wie lässt sich die Dorfgemeinschaft noch weiter stärken? Und wie möchte man sich für die Zukunft überhaupt aufstellen? Fragen über Fragen, auf die eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Namen „Vahlde 2030“ konkrete Antworten finden soll. Die soll demnächst aus der Taufe gehoben werden – nicht mit Ratsmitgliedern, auch nicht mit ehemaligen Mandatsträgern, sondern unter Beteiligung ganz „normaler“ Bürgerinnen und Bürger. So jedenfalls wünscht es sich Koch, der mit dem Vorhaben in der jüngsten Gemeinderatssitzung durchaus auf offene Ohren gestoßen war: Geschlossen stimmte das Gremium zu, das Projekt weiter zu forcieren.

Wohin geht die Reise für die Gemeinde? Das soll die AG „Vahlde 2030“ ermitteln.
Wohin geht die Reise für die Gemeinde? Das soll die AG „Vahlde 2030“ ermitteln. © Warnecke

Stein des Anstoßes, berichtet er, habe eigentlich das letztjährige Schützenfest gegeben. Das 100-jährige Vereinsbestehen mussten die Vahlder Grünröcke nämlich in einem gemieteten XXL-Zelt feiern – notgedrungen, denn die örtliche Gastwirtschaft Leuenroth, ein Traditionshaus im Dorf, stand für diesen Zweck schon nicht mehr zur Verfügung. „Tatsächlich wissen wir noch nicht so richtig, wie es mit dem Lokal weitergeht“, sagt Koch. Eine Schließung sei jedenfalls leider nicht auszuschließen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wolle man auf Nummer sichergehen. Überlegungen, den Schießstand grundlegend zu erweitern, stehen im Raum. „Ein Zelt kostet ja auch immer viel Geld sowie Aufwand und Zeit, das aufzubauen“, betont er.

Ohnehin könnte das Gebäude, wenn es denn mehr Platz böte, später als eine Art Mehrgenerationenhaus oder Mehrzweckhalle firmieren. Schon heute würde das Domizil der Schützen von der Darts-Sparte des Sportvereins mitgenutzt. Auch Tischtennis spiele man dort. Denkbar wäre es ihm zufolge, ebenfalls die Turnangebote „einziehen“ zu lassen, sollte es denn wirklich zu einer baulichen Erweiterung kommen. „Das Ganze findet im Moment noch im DGH statt – eher zweckmäßig als ideal, weil die Räumlichkeiten dort schlichtweg zu klein sind“, weiß der Ortsbürgermeister.

Wie geht es mit der Gaststätte Leuenroth weiter? Diese Frage beschäftigt das Dorf.
Wie geht es mit der Gaststätte Leuenroth weiter? Diese Frage beschäftigt das Dorf. © -

Was schon jetzt feststeht: Vahldes Brandschützer benötigen ein neues, größeres Feuerwehrhaus. „Das Alte entspricht bei Weitem nicht mehr den Vorschriften“, sagt er. Auf Samtgemeinde-Ebene werde man sich bald zum Thema austauschen. Über das große Ganze, um die Gemeinde zukunftssicher zu machen, solle dann die AG „2030“ beraten. „Es gibt viele Möglichkeiten, nur brauchen wir natürlich auch Freiwillige, die mitmachen möchten – das kann nicht alles nur auf ein oder zwei Schultern liegen bleiben.“ Fünf bis sechs Mitglieder schweben ihm vor, und das komplett durchgemischt. Sprich: „Ich möchte auch jemanden aus unseren Ortsteilen Benkeloh und Riepe dabei haben, Männer und Frauen, Jung und Alt.“ Natürlich habe man auch immer ein paar Leute im Kopf, sagt Koch. „Ich hoffe aber, dass sich Bürger von sich aus bei mir oder bei einem Ratsmitglied melden, die Bock dazu hätten.“ Interessierte möchte er demnächst zu einer ersten Sitzung einladen. Und noch etwas plant der Vahlder: „Ich will gerne eine Umfrage im Dorf machen lassen, online wie auch per ausgedrucktem Zettel, um auf diese Weise zu ermitteln, was die Einwohner sich für ihre Heimat wünschen.“

Das alte Feuerwehrhaus an der Dorfstraße hat keine Zukunft – es ist zu klein geworden.
Das alte Feuerwehrhaus an der Dorfstraße hat keine Zukunft – es ist zu klein geworden. © -

Ideen hat Tobias Koch auch schon selbst. „Mir schwebt zum Beispiel vor, für nächstes Jahr ein Seifenkistenrennen auf den Friedhofsberg anzuschieben.“ Auch das Thema Kultur, welches im Dorf bisher viel zu kurz gekommen sei, liege ihm am Herzen: „Man könnte etwa die umliegenden plattdeutschen Theatervereine mal fragen, ob diese Lust hätten, in Vahlde zu spielen – gerade für Menschen, die nicht mehr so mobil sind.“ Auch für solche Auftritte, ist er überzeugt, wäre ein neues Mehrgenerationenhaus, für dessen Entstehung diverse Fördertöpfe angezapft werden könnten, eigentlich der ideale Standort.

Ursprünglich habe er ein Dorfentwicklungskonzept für einen Zeitraum von zehn Jahren im Sinn gehabt. „Aber ,Vahlde 2033‘ klingt nicht so griffig wie ,Vahlde 2030‘“, macht Koch mit einem Augenzwinkern deutlich. Sieben Jahre, weiß er, seien jedoch ebenso eine Spanne, in der sich vieles realisieren lassen könne. Man wird es sehen.

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