Hamburger Musical-Ensemble begeistert bei Landgut-Premiere

Frivole Sprüche und melancholische Lieder

Nicht zuletzt die unmittelbare Nähe zu den Akteuren macht den Reiz des Abends aus. Foto: Heyne

Stemmen – Was bitte ist ein „Diätical“? Wer unter „Jojo-Effekt“ im Landgut Stemmen einen Vortrag für gesunde Ernährung erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt: Das Hamburger Ensemble „Krimödie“ unterhielt am Sonntagabend unter diesem Titel 40 Dinner-Gäste zwischen den drei Gängen mit Spielszenen voller flotter und frivoler Sprüche und passender Lieder.

Zu dumm, dass im Friseursalon von Sascha (charmant jungenhaft gespielt von André Grave) der Strom ausfällt – so sind drei wildfremde Kundinnen gezwungen, die Zeit mit Gesprächen zu überbrücken. Und worüber ließe sich trefflicher lästern als über Gewicht, Altern und das andere Geschlecht? „Männer sind wie Wolken: Wenn sie sich verziehen, kann’s noch schön werden“, konstatiert Hausfrau Margot (gespielt von Werner Becker, der auch Regie führte). Ein Spruch gibt den nächsten, sehr zum Amüsement des Publikums.

Dass bei dem Boulevardstück aus der Feder von Kerstin Langner-Jorgensen der Niveau-Ball zuweilen arg flach gehalten wird, tut dem Vergnügen keinen Abbruch. Für Stimmung sorgen die in die Handlung eingebetteten Lieder, die die Akteure, allesamt ausgebildete Musical-Darsteller, mit viel Verve zum Besten geben. Die Erinnerung an den Urlaubsflirt mündet in „Schuld war nur der Bossa Nova“ und „Griechischer Wein“. Der intime, familiäre Rahmen, die unmittelbare Nähe, sie machen auch den Reiz des Abends aus. „Total nett und sehr spielfreudig – ich bin begeistert“, befindet Michaela Gerken aus Scheeßel. Günther Finner ist gerade gemaßregelt worden, als er zu früh in den Refrain einstieg. „Das passt einfach!“, begeistert sich der Tostedter über das Geschenk seiner Frau.

Im Verlauf des Abends wird es melancholisch: Das Solo „Aufrecht gehen“ von Floristin Steffi alias Aileen Oldenburg, die per What’s App-Nachricht von ihrem Freund verlassen wurde, sorgt ebenso für berührende Momente wie Udo Jürgens‘ „Lieben ohne Leiden“. Rasant geht es zu, als die Akteure im Zeitraffer zu „My Heart will go on“ den Film „Titanic“ nachspielen, inklusive Rammen des Eisbergs. Zwei Stücke erarbeitet das Hamburger Ensemble pro Jahr und hofft, auch Stemmen in den Tourplan aufnehmen zu können. Aus Sicht der Besucher, Akteure und Gastgeber Alex Trau spricht nichts dagegen – aber bitte mit Sahne!  hey

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