Freibadsanierung wird teurer

Finteler Gemeinderat spricht sich mehrheitlich für Beckenkopfsanierung aus

Die Arbeiten im Finteler Freibad laufen auf weiter auf Hochtouren. Aktuell wird an der Beckenhydraulik gewerkelt. Dazu sind die Fliesen rundherum aufgenommen worden.
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Die Arbeiten im Finteler Freibad laufen auf weiter auf Hochtouren. Aktuell wird an der Beckenhydraulik gewerkelt. Dazu sind die Fliesen rundherum aufgenommen worden.

Fintel – Ernüchterung im Finteler Gemeinderat: Die Sanierung des Freibades wird definitiv teurer als geplant. „Wir haben im Laufe der Baumaßnahmen festgestellt, dass es Sinn macht, den Fliesenkopf, an dem wir eh schon immer intensiv Schadstellen haben ausbessern müssen, gleich komplett mit neu zu machen“, erklärte Bürgermeister Wilfried Behrens (SPD) in der jüngsten Sitzung.

Zwei Angebote seien bei der Verwaltung eingegangen – das günstigste einer Fachfirma aus Sulingen liege bei 213 000 Euro. „Dieses Geld haben wir natürlich nicht im Haushalt vorgesehen, nach Rücksprache mit dem Rechnungsprüfungsamt können wir es aber – vorausgesetzt, wir beschließen die Vergabe heute – über einen Nachtragshaushalt einsetzen“, verdeutlichte Behrens, der selbst eindringlich darum warb, die Arbeiten, die eben nur den Kopf und nicht etwa auch die Wandfliesen im Beckenbereich betreffen würden, ausführen zu lassen. Denn: „Jetzt ist das ganze Becken zwecks einer Hydraulikausbesserung rundherum freigegraben, die Fliesenleger kämen also bestens dran – wenn es erst wieder zugepflastert wäre und wir würden es ein paar Jahre später machen, wäre das Ganze schon sehr viel aufwendiger.“

Vor allem, führte Behrens an, könne durch den Einbau einer neuen Überlaufrinne auch die Sicherheit gleich mitverbessert werden, deren Abdeckung sei schließlich nicht mehr „ganz up to date“, wie er es formulierte. „Wir müssen uns sogar die Gitter vornehmen“, nahm Ratsherr Werner Kahlke (SPD) den Faden auf. „Wenn da jemand reintritt und sich die Füße bricht, sind wir am Ende noch haftbar.“

Kritik am Management

Kritik, warum die Fliesen erst jetzt Gegenstand der Sanierung geworden seien, wurde aus der CDU-Fraktion laut. „Ich kann nicht begreifen, warum der Planer, der doch eigentlich ganz genau wissen müsste, was rundherum neu zu machen ist, das nicht schon eher festgestellt hat“, gab Heiner Hagemann zu Protokoll. Und Charly Aselmann, sein Fraktionskollege, bemerkte: „Das ist schon abenteuerlich, dass die Kosten für die Arbeiten im Haushalt noch nicht drin sind – wir müssen die Kuh vom Eis kriegen, und das machen wir jetzt auch.“ Von einem von Beginn an schlechtgeführten Management mit Blick auf die Sanierung sprach gar Grünen-Ratsfrau Gabriele Schnellrieder: „Wir werden wöchentlich mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert – aber natürlich müssen wir eine Entscheidung treffen.“

Mit Schuldzuweisungen, so der Bürgermeister, sei nun aber auch niemandem geholfen. „Tatsache ist, dass wir in der Grundplanung die Fliesen einfach nicht berücksichtigt haben.“ Demnach habe das mit der Badsanierung beauftragte Ingenieurbüro seinerzeit sehr wohl auf das Thema Beckenkopf hingewiesen. „Im Rat haben wir dann die beiden Bauabschnitte beschlossen, ohne die Fliesen in Auftrag zu geben – sie waren nicht in unserem Fokus.“ Nun müsse eben nachgebessert werden. „Und da müssen wir gemeinsam raus.“

Fertigstellung für Ende Juli geplant

Dem konnte Dietmar Röhrs (CDU) nur beipflichten. Nur: „Wir müssen den Finteler Bürgern auch vermitteln, dass wir in dieser Saison das Bad wahrscheinlich gar nicht mehr öffnen werden können.“ Den Betrieb wenigstens noch für vier Wochen aufzunehmen, halte er aufgrund der Vertragsvergabe, die nun anstünde, für utopisch. Dem entgegnete Behrens, dass eine Fertigstellung laut Bauzeitplan tatsächlich für Ende Juli anvisiert sei – „wenn denn alles glattgeht“.

Am Ende sprach sich der Rat mehrheitlich, bei einer Gegenstimme von Gabriele Schnellrieder, für die Beckenkopfsanierung aus. Noch nicht entscheiden mussten sich die Damen und Herren Politiker hinsichtlich einer weiteren Maßnahme, die die Umwälzpumpen im Freibad betrifft. Die, teilte der Bürgermeister mit, seien auf dem Außengelände bisher in einem unterirdischen, drei Meter tiefen Schacht untergebracht. Nur gehe ein Abstieg des Badpersonals zwecks Reinigung der Pumpenfilter eben auch immer mit einer gewissen Risikosituation einher. Wilfried Behrens: „Es gibt einen Alternativvorschlag von der Ingenieurfirma, die Pumpen als Tauchgruppen in der Schwallwasserkammer einzuhängen.“ Hierfür seien Mehrkosten in Höhe von 25 000 Euro zu erwarten.

Von Lars Warnecke

Sanierung in zwei Abschnitten

Vor zweieinhalb Jahren hatte der Rat das Gesamtkonzept zur Freibadsanierung beschlossen. Um die Kosten zu wuppen, erfolgt die Maßnahme in zwei Bauabschnitten: Bereits einen Haken setzen kann die Gemeinde unter die Technik im Gebäude, was unter anderem die Filter, die Steuerungsanlage und die Leitungsführung mit einschließt. In diesem Jahr war die Beckenhydraulik das Kernthema, wofür es seitens des Landkreises auch Zuschüsse gegeben hat.

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