Ein flammender Protest

Mahnfeuer gegen den Wolf: Weidetierhalter fordern mehr Regulierung

+
Mahnfeuer gegen den Wolf gab es am Wochenende an zahlreichen Orten in Niedersachsen, auch in Fintel, wo Friedhelm Wilkens (v.l.), Manuela und Dieter Köster sowie Manfred und Stefanie Gottschalk dabei waren. 

Fintel - In Niedersachsen formiert sich der Widerstand gegen die aktuelle Willkommenskultur für den Wolf. Zum dritten Mal in diesem Jahr haben am Wochenende Weidetierhalter an vielen Stellen im Land Mahnfeuer entzündet, um gegen eine ungesteuerte Verbreitung des grauen Jägers zu demonstrieren – so auch in Fintel. Dort fiel das öffentliche Interesse an der Protestaktion allerdings recht überschaubar aus.

Landesweit leben aktuellen Schätzungen zufolge etwa 100 Wölfe in freier Wildbahn. Nachgewiesen sind neun Rudel, mehrere Wolfspaare und Einzeltiere. „Wir sind nicht gegen Wölfe, wollen nur verhindert wissen, dass er sich uneingeschränkt ausbreitet“, so Landwirt und Mitorganisator Dieter Köster. Das könne schnell passieren, da der „Tisch für ihn durch Wild- und Weidetiere reichlich gedeckt ist“. Die größte Gefahr dabei sei, dass der Wolf durch die dichte Besiedlung die Scheu vor dem Menschen verliert. Und das scheint immer öfter der Fall zu sein.

Bereits Mitte Mai und Anfang Juni hatten Landwirte in Niedersachsen Mahn- und Solidarfeuer gegen Wölfe entzündet, so auch die Finteler Familien Köster und Gottschalk. „Wir bangen ja nicht nur um unsere, sondern auch um die Weidetiere anderer“, erzählt Ehefrau Manuela Köster vor dem Hintergrund, dass die Zahl der gerissenen Nutztiere ja angestiegen sei. „Wir haben selbst Tiere, die wir bei entsprechendem Wetter auf der Weide lassen würden – es aber besser nicht tun, da die Gefahr einfach zu groß ist“, sagt das Ehepaar. Erst kürzlich sei ein Wolf in der Nähe gesichtet worden. „Ist es nur einer? Baut er sich ein Rudel auf? Gehört er zu einer Familie? – Wir wissen es nicht“, meint Dieter Köster.

Er und seine Mitstreiter würden sich auch die Frage stellen, welchen Schutz man den Wiedetieren überhaupt bieten könne. „Einen zwei Meter hohen Weidezaun, der ja auch nur ein begrenztes Stück Weide einschließen würde, können wir uns nicht leisten“, sagt der Finteler Landwirt. „Wir sind jedenfalls gegen die Haltung von Herdeschutzhunden, die sich in der Begegnung mit einem Wolf ein grausames Gemetzel liefern könnten. Wölfe können ja auch Überträger von Krankheiten sein.“

Ein aktives Management, welches Maßnahmen zur Vergrämung, Bestandsregulierung und Möglichkeiten der Entnahme auffälliger Tiere, beispielsweise durch Abschuss, zum Inhalt hat – das ist es, was die beiden Familien fordern. 

hr

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Droht Venezuela eine Diktatur?

Droht Venezuela eine Diktatur?

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Beängstigender Hagel-Sturm: In Istanbul ging fast nichts mehr 

Beängstigender Hagel-Sturm: In Istanbul ging fast nichts mehr 

Sommerreise: Auf hölzernen Pfaden durch die Moorwelten Ströhen

Sommerreise: Auf hölzernen Pfaden durch die Moorwelten Ströhen

Meistgelesene Artikel

Kreisbereitschaft Rotenburg Süd auf dem Weg nach Goslar

Kreisbereitschaft Rotenburg Süd auf dem Weg nach Goslar

Fünfköpfige Familie übersteht schlimmen Unfall leicht verletzt

Fünfköpfige Familie übersteht schlimmen Unfall leicht verletzt

Landwirt hätte gerne vorher über Ausgrabungen Bescheid gewusst

Landwirt hätte gerne vorher über Ausgrabungen Bescheid gewusst

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrerin schwer verletzt

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrerin schwer verletzt

Kommentare