Erleuchtung und Aufschub

Finteler Gemeinderat fasst weitere Beschlüsse zum Baugebiet „In den Drohn“

Erschließungsarbeiten für die Bebauung im neuen Wohngebiet „In den Drohn“  in Fintel.
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Und los geht´s: Mit den Erschließungsarbeiten ist der Startschuss für die Bebauung im neuen Wohngebiet „In den Drohn“ gefallen.

Fintel – Über insgesamt drei Angelegenheiten, die das Baugebiet „In den Drohn“ in Fintel betreffen, hat der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung beraten. Dazu gehörten die Festlegung der Grundstückspreise, die Auswahl der Straßenbeleuchtung sowie die Benennung der Straßennamen. Die vom Rat letztlich beschlossenen Preise haben es für Finteler Verhältnisse durchaus in sich, seien laut Bürgermeister Wilfried Behrens (SPD) angesichts der engen Haushaltslage und einer ungewissen Reise, wohin sich die kommunalen Finanzen noch entwickeln – Stichwort Corona – aber durchaus angemessen.

„So ist es ratsam, auf das, was ursprünglich angedacht war, noch ein bisschen draufzupacken“, erklärte er. Aus den Fingern gesogen seien die neuen Zahlen, die die Samtgemeindekämmerei auf Basis der Erschließungs- und Planungskosten, aber auch mit Blick auf die Infrastrukturabgabe (zehn Euro pro verkauften Quadratmeter gehen an die Samtgemeinde) ausgerechnet habe, jedenfalls nicht. Zwischen 108 und 114 Euro, so der Vorschlag aus dem Lauenbrücker Rathaus, sollen normale Grundstücke kosten, mit zehn Euro pro Quadratmeter mehr sind solche Bauplätze bewertet, die an der östlichen Grenze zum Osterberg liegen. Grund: Die Gemeinde lässt dort auf den Grundstücken eine Baumreihe pflanzen, die die Eigentümer später auch in Schuss zu halten haben. Und: Für vier im B-Plan enthaltene Grundstücke, auf denen Mehrfamilienhäuser errichtet werden können, müssten Bauträger pro Quadratmeter schon zwischen 128 und 130 Euro berappen. „In diesem Bereich will jemand auch Wohnungen vermieten“, so Behrens, der die Frage in den Raum stellte, ob man nun an die Höchstgrenze herangehen soll, an die niedrigste Preisgrenze oder an einen Wert irgendwo dazwischen.

Tatsächlich sprachen sich die Ratsmitglieder jeweils mehrheitlich für das Maximum aus – sogar 140 Euro, und damit noch etwas mehr als die Kämmerei es empfohlen hatte, sollen nun für die vier größeren Bauplätze fällig sein. „Jetzt wird die Verwaltung die Bewerber anschreiben und sie dazu einladen, sich ein Grundstück auszusuchen“, informierte der Bürgermeister. Die Reihenfolge laufe nach dem Windhundprinzip ab. „Ich hoffe nur, dass wir noch genug eigene junge Finteler in das Baugebiet locken können und nicht eine komplette Trabantenstadt bekommen“, äußerte sich Ratsherr Steffen Florin (CDU). Seine Befürchtung sei es, dass die nunmehr festgezurrten Preise für einfache Leute womöglich gar nicht erschwinglich sein könnten. „Der Markt erfordert es aber nun mal – deshalb trage ich die Entscheidung mit.“

Wenn das eine nicht ist, kann das andere ja trotzdem.

Gabriele Schnellrieder, Grüne

Im Herbst sollen die ersten Häuslebauer loslegen können. Spätestens bis dahin müssen auch die Namen für die drei durch das Baugebiet führenden Straßen unter Dach und Fach gebracht sein. Auf Bezeichnungen – „Hinter den Höfen“, „Drohnweg“ und „Immentun“ – hatte sich der Bauausschuss eigentlich ja schon verständigt. Nur muss das Ganze nun noch einmal neu überdacht werden, seien doch nicht alle Namen in historischer Hinsicht wirklich stimmig, wie Behrens ausführte. Darauf habe Mitbürger Harry Lürssen hingewiesen, der es sich zur Aufgabe gemacht habe, im ganzen Ort Forschung zu betreiben.

„Und sein Kommentar ist uns durchaus was wert“, betonte der Bürgermeister. Man stünde bei der Namensfindung jedenfalls nicht unter Zeitdruck, befand Werner Kahlke (SPD). Entsprechend beschloss der Rat auch einstimmig, mögliche Änderungen, die im Verlauf der Debatte zur Sprache kamen, in den Fraktionen sacken zu lassen und im nächsten Bauausschuss neu zu beraten – wie auch einen Antrag, den die Gruppe B90/Die Grünen und Erwin Weseloh eingebracht hatte. Der hat zum Inhalt, man möge der fußläufigen, adressenlosen Verbindung unmittelbar hinter der Eisdiele doch ebenfalls einen eigenen Namen widmen – nämlich Vags-Claus-Weg, in Anlehnung an Fintels verstorbenen Altbürgermeister Claus Riebesehl. „Der Weg führt ja eh über sein Grundstück und es wäre eine schöne Würdigung seiner Verdienste“, warb Gruppensprecherin Gabriele Schnellrieder um Zustimmung. Skeptisch äußerte sich Charly Aselmann (CDU) zum Antrag: „Wir hatten in einem anderen Baugebiet eine Wegeverbindung gehabt, die auch keinen Namen bekommen sollte.“ Schnellrieder: „Wenn das eine nicht ist, kann das andere ja trotzdem.“

Zäh sollte sich einmal mehr die Diskussion um die Lichtintensität der Straßenbeleuchtung gestalten. Wie der Bürgermeister mitteilte, müsse vor dem Hintergrund, dass für das Baugebiet inzwischen die Erschließungsarbeiten begonnen hätten, somit also auch zeitnah die Anzahl der Laternen festgelegt werden müsse, dazu nun ein Beschluss her. „Über das Aussehen der Lampen brauchen wir nicht zu entscheiden, sondern darüber, was sie an Licht geben.“ Dazu hatte die Verwaltung, nachdem die Grünen das ursprüngliche Konzept nicht für insektenfreundlich genug befunden hatten, eine neue Beschlussvorlage erarbeitet. Demnach sollen nun 37 Leuchten mit einer Lichtleistung von 3 000 Kelvin zum Einsatz kommen, was unter naturschutzfachlichen Aspekten auch durchaus vertretbar sei, wie Werner Kahlke erläuterte. Seiner Auskunft nach sollten zur besseren Ausleuchtung aber fünf und nicht vier Meter hohe Masten Verwendung finden.

Diesem Paket konnte der Rat auch mehrheitlich zustimmen, während die Grünen weiterhin auf 2 200 Kelvin pochten. Eine solche Lichtleistung, hieß es von anderer Seite, führe aber unterm Strich zu einem höheren Energieverbrauch.

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