Verwaltungsfachmann will bei Kommunalwahl antreten

Finteler Bürgermeisterkandidat: CDU und Grüne stellen Sven Maier vor

Sven Maier steht vor dem Rathaus der Samtgemeinde Fintel.
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Sven Maier möchte im kommenden Jahr mit der Unterstützung von CDU und den Grünen ins Rennen ziehen um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters.

Sven Maier will Bürgermeister der Samtgemeinde Fintel werden. CDU und die Grünen unterstützen den Verwaltungsfachmann.

  • Sven Maier will Bürgermeister der Samtgemeinde Fintel werden.
  • CDU und Grüne unterstützen den parteilosen Kandidaten
  • SPD will eigenen Kandidaten aufstellen.

Lauenbrück – Es war eine Überraschung für die Verwaltungsmitarbeiter im Lauenbrücker Rathaus und die Parteien, als Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger im Sommer verkündete, bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr nicht wieder antreten zu wollen. Danach musste die Politik sich also auf die Suche machen nach möglichen Kandidaten, die sich diesen Job vorstellen könnten. Einen haben sie nun gefunden: Als parteilosen Kandidaten haben CDU und Grüne Sven Maier vorgestellt. Der Verwaltungsfachmann kennt die Samtgemeinde und besonders die Verwaltung bereits gut, er ist seit zwei Jahren Leiter des Fachbereichs Finanz- und Bauwesen.

Dass es jemand mit Verwaltungserfahrung werden soll, sei den beiden Parteien schnell klar gewesen, erklärt Michael Versemann. „Jemand, der die Abläufe und die Mitarbeiter kennt“ sei von Vorteil, so der CDU-Ortsverbandsvorsitzende. Bei der positiven Entwicklung der Samtgemeinde dürfe kein Bruch entstehen, und es sei wichtig, dass „die Verwaltung überparteilich funktioniert“, sind sich die beiden Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Schnellrieder (Grüne) und Jürgen Rademacher (CDU) einig.

Maier hatte sich noch nicht mit Kandidatur-Frage beschäftigt

Kurz nach Krügers Bekanntgabe hätten sich die Fraktionen zusammengesetzt, auch mit dem Amtsinhaber, um über mögliche Kandidaten zu sprechen. Schnell sei dabei die Idee aufgekommen, in der Verwaltung bei den Fachbereichsleitern nachzufragen. So hat die Anfrage auch Maier erreicht, für den das durchaus überraschend gekommen sei. Mit Krügers Absage einer erneuten Kandidatur habe er nicht gerechnet und sich daher mit der Frage einer Bürgermeisterkandidatur auch noch nicht auseinandergesetzt. „Daher habe ich mir zunächst ein wenig Bedenkzeit erbeten“, sagt der 33-Jährige, der mit seiner Frau in Horneburg im Landkreis Stade lebt. Er habe in den vergangenen Wochen viel überlegt, und „nach der Abwägung aller Vor- und Nachteile, die das Amt mit sich bringt, mich für die Kandidatur entschieden“, sagt Maier.

Weil die Entscheidung noch relativ jung ist, könne er auch noch keine konkreten Ziele oder Pläne formulieren, mit denen er die Samtgemeinde als Bürgermeister weiterentwickeln würde. Gleichwohl, betonen beide Parteien, kenne der Verwaltungsfachmann die Probleme und anstehende Projekte. Diese zu vollenden, dazu gehört etwa der Umbau der Grundschule Lauenbrück oder die Erweiterung der Klärschlammvererdungsanlage, sei ihm wichtig. Welchen speziellen Themen er sich widmet, das müsse sich zeigen, erklärt er mit dem Blick auf den Wahlkampf.

Wann der so richtig starten kann, wissen Maier und die beiden Parteien, die ihn dabei unterstützen wollen, noch nicht. „Coronabedingt sind Präsenzveranstaltungen wohl in nächster Zeit noch schwierig“, so Maier. Um sich vorzustellen und bekannter zu machen, könne er sich aber stattdessen auch virtuelle Gesprächsrunden vorstellen. Social Media möchte er sich auch zunutze machen, um sich und seine Themen vorzustellen.

Zur Person

Sven Maier ist 33 Jahre alt und leitet derzeit den Fachbereich Bauen und Finanzen der Samtgemeinde Fintel. Insgesamt zehn Jahre Verwaltungserfahrung, vorrangig im Bereich Finanzen, weist er bereits vor. Sein Abitur und die anschließende Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten hat er in Rottenburg am Neckar gemacht und dann zunächst den Grundwehrdienst absolviert. Schließlich ist er in die Verwaltung zurückgekehrt und hat berufsbegleitend Betriebswirt studiert. Seit fünf Jahren hat er Führungspositionen inne, zuletzt als Leiter der Gemeindekasse in Neu Wulmstorf. Maier ist verheiratet und lebt in Horneburg im Landkreis Stade.

Als Kämmerer kennt er die derzeitige Haushaltslage der Samtgemeinde gut. Gerade für das kommende Jahr steht – unter anderem der Kreisumlage sei Dank – ein Überschuss von rund 40 000 Euro im Plan. Doch wie sich die Pandemie auf den Haushalt für das übernächste Jahr auswirkt, ist noch unklar, zumal die Samtgemeinde in den kommenden Jahren für einige Projekte tiefer in die Tasche greifen muss. „Ich sehe das ganz zuversichtlich“, sagt Maier. Die Samtgemeinde sei finanziell gut aufgestellt. Doch angesichts der anstehenden Investitionen werde die Kommune eben in den kommenden Jahren auch Schulden machen müssen. „Aber diese Investitionen sind auch enorm wichtig für die Zukunft der Samtgemeinde“, ist er sich sicher. Daher gelte es auch, wenn möglich Fördermittel zu akquirieren.

Veränderungen im Fachbereich stehen bevor

Für die Fachbereichsleitung Finanz- und Bauwesen stehen mit der Kandidatur in der nächsten Zeit allerdings einige Veränderungen an. Friedhelm Indorf verabschiedet sich am Jahresende offiziell als Kämmerer und geht in den Ruhestand. Wenn Maier dann nach der Wahl ebenfalls das Büro wechselt, müsste jemand neues gefunden werden. „Wir können jetzt natürlich noch nicht jemanden suchen“, erklärt Maier. Doch die Verwaltung sei in den vergangenen Jahren so aufgestellt worden, dass eine gewisse Zeit überbrückt und die Situation vorbereitet werden könne.

Die SPD hat sich derweil für eine eigene Suche entschieden. Es gebe Kandidaten, über die derzeit noch in den Ortsvereinen abgestimmt werde, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende Cathrin Intelmann. Das laufe noch bis zum 5. Januar, „dann wissen wir mehr“.

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