Im Wachstum

Finteler Bauausschuss fasst Aufstellungsbeschluss für Edeka-Erweiterung

Da geht noch was: 845 Qudratmeter Verkaufsfläche zählt der Edeka-Lebensmittelmarkt an der Straße Am Markt gegenwärtig. Auf bis zu 1 200 Quadratmeter will die Behrens-Eigentümergemeinschaft die Fläche aufstocken. 
Fotos: Warnecke
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Da geht noch was: 845 Qudratmeter Verkaufsfläche zählt der Edeka-Lebensmittelmarkt an der Straße Am Markt gegenwärtig. Auf bis zu 1 200 Quadratmeter will die Behrens-Eigentümergemeinschaft die Fläche aufstocken. Fotos: Warnecke
  • Lars Warnecke
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Fintel – Eines ist gewiss: Einen anderen Weg einschlagen müssen die rund 3 000 Einwohner der Gemeinde Fintel in Zukunft nicht, wollen sie sich mit Obst, Gemüse, Fleisch und Co. eindecken. Nein, „ihr“ Edeka-Lieder bleibt dort, wo er ist – an der Straße „Am Markt, nur wenige Meter vom Kreisel entfernt. Umgewöhnen müssen sich die Kunden aber dennoch. Denn größer soll der Lebensmittelmarkt nun werden, von 845 auf maximal 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche wachsen. Darauf hatte der Gemeinderat sich schon vor wenigen Wochen in öffentlicher Sitzung festgelegt – wenn auch angesichts einer ebenfalls in Frage kommenden Alternative denkbar knapp. Sieben Stimmen waren dafür, sechs dagegen, dem Antrag der Behrens-Eigentümergemeinschaft zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für einen Anbau an das Bestandsgebäude nachzukommen. Die Abstimmung damals erfolgte – eigentlich ganz untypisch für das Gremium – geheim.

Am Mittwoch nun lag es am gemeindlichen Bau- und Planungsausschuss, das weitere bauleitplanerische Verfahren in die Spur zu bringen. Und wie Bürgermeister Wilfried Behrens (SPD) vor versammelter Mannschaft im Gasthof Röhrs richtig feststellte: „Der Druck aus der ganzen Geschichte ist raus.“ Behrens erinnerte noch einmal an das monatelange Ringen um die Zukunft des Supermarktes.

Ursprungsidee sei ein kompletter Neubau gewesen, für den ein Investor auch schon ein Gelände am Finteler Wohlsberg gefunden habe, welches Platz für mindestens 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche böte. „Und der war sich mit Edeka auch schon insofern einig, dass der Einzelhandelskonzern dort das Geschäft unter diesen Voraussetungen betreiben würde“, rekapitulierte Behrens. Mit dieser Perspektive vor Augen, habe der Rat im Juni letzten Jahres für den Flächen- sowie den Bebauungsplan auch schon einen Aufstellungsbeschluss gefasst.

Doch dann wendete sich das Blatt: Aufgrund der Beschlusslage stellte der Besitzer des Edeka-Gebäudes am Markt, die Behrens-Eigentümergemeinschaft, beim Landkreis eine Bauvoranfrage, ob eine Erweiterung auf 1200 Quadratmeter nicht auch für ihre Immobile, in der ebenso die Post, ein Bäcker und ein Blumenladen ihre Domizile haben, in Frage kommen könne. „Dieses Maß ist von der Fläche her wohl das richtige für Fintel“, erklärte der Bürgermeister.

Und siehe da: Auch diese Option war plötzlich im Rennen, „wenngleich es von der Raumordnung zunächst noch erheblich Bedenken gab, da wir kein Grundzentrum sind, laut Landkreis daher ein Markt für Fintel mit 800 Quadratmetern völlig ausreichend sei“, so Behrens. Bei einem sogenannten Scoping-Termin mit allen Beteiligten sei man dann aber doch umgeschwenkt. „Der Landkreis sagt aber, dass man an der Stelle einen B-Plan auflegen müsse, da es sich um ein Mischgebiet handelt.“

Fest steht: Für den Anbau werden eine benachbarte Scheune nebst abrissreifem Wohnhaus weichen müssen. Und: Für den inzwischen über den Tisch gefallenen Neubau am Wohlsberg seien der Gemeinde in planerischer Hinsicht noch keine Kosten entstanden. Unsicher sei derweil noch, ob und in welchem Ausmaß Lärmschutz- und sonstige Emissionsgutacht im Zuge des Bebauungsplanes zu erstellen seien. „Was da auf uns zukommt, wissen wir noch nicht genau.“

Geschichte wiederholt sich bekanntlich – und so hatte der Fachausschuss, ähnlich wie schon vor einem Jahr, erneut einen Aufstellungsbeschluss zum Supermarkt-Gelände zu fassen, was einstimmig, bei einer Enthaltung von Ratsfrau Sabine Stöver (SPD), in der Sitzung am Mittwochabend auch geschah. Besiegelt werden muss die Sache noch vom Rat.

„Jetzt ist die Eigentümergemeinschaft am Zug“, verkündete Bürgermeister Behrens, nachdem es keine einzige Nachfrage aus den Reihen der Politiker zu der vielfach diskutierten Angelegenheit gab. Da das Behrens-Konsortium angekündigt hatte, die Kosten für das Planverfahren übernehmen zu wollen, gelte es in einem nächsten Schritt, zwischen ihm und der Gemeinde einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen. „Darin ist dann alles festgehalten, was denn tatsächlich nun alles entstehen soll.“

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