Finteler Ausschuss will Krippe am Löwenburg-Kindergarten anbauen

Platz für mehr Betreuung

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Samtgemeindebürgermeister Michael Niestädt, Christa Aschenbach, Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Soziales und Jugend und Daniela Poltrock, Mitglied des Gremiums.

Lauenbrück - Von Hannelore Rutzen. Der „Löwenburg“-Kindergarten in Lauenbrück soll um einen Anbau für eine Krippengruppe erweitert werden – dafür hat sich am Mittwochabend der Ausschuss für Bildung, Soziales und Jugend in der Samtgemeinde Fintel ausgesprochen. Allerdings: Nicht alle Mitglieder stimmten für die auf 500000 Euro geschätzte Maßnahme zu.

Ordnungsamtsleiterin Henrike Hoppe brachte es auf den Punkt: Durch gute Betreuungsmöglichkeiten im Kita-Wesen, und den Verkauf an Bauplätzen sei der Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen in der Samtgemeinde enorm angestiegen. Die Lage habe sich sogar zugespitzt. Derzeit, so die Verwaltungsfachfrau, würden in der Samtgemeinde mehr als 160 Kinder leben, die einen Anspruch auf einen Krippenplatz hätten. „In unseren Einrichtungen bestehen kaum noch Aufnahmekapazitäten“, teilte Hoppe mit. Schon für die Jahre 2016/17 seien mehr als 30 Kinder angemeldet und sogar für die noch Ungeborenen 2017/18 und 2018/19 Anmeldungen getätigt. „Für das kommende Jahr sind die vorhandenen Möglichkeiten bis auf wenige Plätze ausgebucht“, erklärte sie. „Wir haben in unserer Samtgemeinde eine hohe Betreuungsquote von 97 Prozent der unter Dreijährigen. Ich sehe auch in Zukunft keinen Rückgang – im Gegenteil. Dazu kommt der Wegfall des Betreuungsgeldes, das bereits Eltern von 58 Kindern beantragt haben. Man muss schauen, wie sich das auswirkt“.

Für die Ausschussmitlieder bestand kein Zweifel: „Es ist dringender Handlungsbedarf. Wir würden uns etwas vergeben und unsere Attraktivität aufgeben, wenn wir nicht zügig etwas tun“, hieß es.

Wo aber könnte ein Krippenausbau stattfinden? Aus räumlichen Gründen steht der Standort Fintel für eine Erweiterung nicht zur Verfügung. Helvesiek erhält Fördergelder der EU, die nicht für den Ausbau von Betreuungsplätzen verwendet werden dürfen. Am Standort Stemmen kann nicht erweitert werden, weil in dem Kindergarten weiterhin die Beschulung von zwei Klassen vorgesehen ist. In Vahlde gäbe es durch größere Umbauten des Dorfgemeinschaftshauses Möglichkeiten zur Aufstockung von Plätzen, aber aus wirtschaftlichen Gründen sei es nicht realisierbar.

In Lauenbrück wurde die Umnutzung leer stehender Klassenräume in der Fintauschule zur Sprache gebracht. Dagegen sprach jedoch die Lage in der oberen Etage.

Am Hauptstandort der Kindereinrichtung „Löwenburg“ in Lauenbrück stünde genügend Fläche für einen Anbau und die Erweiterung von Plätzen zur Verfügung. Sollten die Anmeldezahlen von Kindern für eine Betreuung zurückgehen, könnten dort alle Gruppen konzentriert und der Standort „Alte Post“ an die Gemeinde zurückgegeben werden. Die Kosten für den Anbau würden sich auf rund eine halbe Millionen Euro belaufen. „Wir wissen, wir müssen handeln und Betreuungsplätze schaffen im Wissen, dass die finanzielle Situation Sorgen bereitet“, äußerten die Politiker ihre Bedenken. Mit dem Votum beauftragte das Gremium die Samtgemeindeverwaltung nun, einen Umsetzungsplan zu erarbeiten.

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