Gemeinderat verhindert Baustopp

Fintel muss beim Freibad Gas geben

Ein Stapel Steinfliesen vor dem Freibad
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Auch von außen ist zu sehen: Im Bad im Wiesengrund wird gebaut. Der Zeitpunkt der Fertigstellung ist aber noch unklar. Jetzt versucht man, die Saison 2022 zu retten.

Schon seit Sanierungsbeginn verzögern sich die Bauarbeiten im Finteler Bad im Wiesengrund immer wieder. Schon die letzte Saison musste deswegen ausfallen, und auch die 2022 ist in Gefahr. Der Gemeinderat versucht, per Eilantrag einen Baustopp zu verhindern.

Fintel – Schlechte Zeiten für alle, die in Fintel gerne schwimmen gehen. So war das Jahr 2020 schon ein schwieriges Jahr, da Corona dem Badespaß überall weitgehend einen Strich durch die Rechnung machte. Zwar konnte das Bad im Wiesengrund zwischendurch öffnen, doch mit einer normalen Saison war der Sommer 2020 nicht zu vergleichen. 2021 gab es dann überhaupt keine reguläre Öffnung – neben der Pandemie vor allem, weil die notwendigen Renovierungsmaßnahmen noch nicht abgeschlossen waren.

Doch auch die Saison 2022 ist gefährdet. Der Winter kommt, und um im kommenden Jahr das Bad wieder öffnen zu können, sind schnelle Entscheidungen gefragt. Der Finteler Gemeinderat war daher genötigt, kurzerhand einem Eilantrag zuzustimmen. So möchte man zumindest alles dafür tun, dass das Bad 2022 wieder öffnen kann. Für dieses Ziel kann die Gemeinde nun kurzfristiger und schneller agieren, damit hat der Rat einen Baustopp verhindert.

„Die Fliesenwand im Becken ist in einem schlechteren Zustand, als ursprünglich gedacht. Wenn wir jetzt nur einige Fliesen erneuern, dann müssen wir in wenigen Jahren noch mal ran“, erklärte Bürgermeister Wilfried Behrens (SPD) auf der jüngsten Ratssitzung die Situation. Daher müsse man nun mehr Geld investieren. Es stehen Mehrkosten in Höhe von etwa 50 000 Euro im Raum. Mit Hilfe des Eilantrags bat Behrens um die Zustimmung, dass im nächsten Schritt der Verwaltungsausschuss die weiteren Entscheidungen in dieser Sache stellvertretend für den Rat übernehmen dürfe. „Wir müssen das Prozedere kommunalrechtlich ins Lot bringen“, so der Bürgermeister.

Die Eile gebiete der unausweichlich anstehende Winter. Jetzt sei das Wetter noch gut, einige wenige Wochen könnten die Arbeiten noch weiter gehen. Dazu bräuchte die ausführende Firma aber eine schnelle Entscheidung. Die könne es geben, wenn der Verwaltungsausschuss die Sache übernehme. „Ansonsten wird eine neue Ratssitzung notwendig“, so Behrens weiter. „Die anstehenden Arbeiten müssen unmittelbar beauftragt werden, sonst haben wir einen Baustopp“, schilderte er die Notlage. Ein solcher Baustopp, das stellte sich dann auch in der anschließenden Diskussion dar, könnte heißen, dass auch im Jahr 2022 keine Freibadsaison stattfinden wird.

Trotz Einstimmigkeit beim Eilantrag musste sich der Bürgermeister einige Kritik gefallen lassen – insbesondere aus den Reihen der CDU: „Das ist unfassbar. Wir hätten das besser alles selber gemacht“, so etwa Heiner Hagemann. „Warum läuft da so viel schief, kann man da nicht mal einen Gutachter drauf schauen lassen?“, fragte Heike Broocks. „Das ist schon hanebüchen, aber wir müssen sehen, dass die Arbeiten weiter gehen“, plädierte Claus Aselmann.

Behrens erläuterte, dass das große Problem von Anfang an die verspätete Ausschreibung gewesen sei. Dies liege an Prozessen, die mit dem Rechnungsprüfungsamt zu tun hätten. „Da hängt der Hammer“, so der Bürgermeister. Er gab zu, dass der zweite Bauabschnitt der Arbeiten mehr als enttäuschend verlaufen sei. Jetzt gehe es um notwendige Entscheidungen.

Im Verlauf der Ratssitzung wurde jedoch noch einmal über das Gesamtprojekt diskutiert. Behrens erklärte noch einige Hintergründe der zahlreichen Verzögerungen, und auch dieses Mal musste er sich auch scharfe Kritik anhören. „Es gab nie einen Überblick zu den Kosten und zu den Arbeitsschritten“, beklagte Gabriele Schnellrieder (Grüne). „Wer hat die Sanierung denn von Seiten der Verwaltung geleitet, wer hat das koordiniert?“ Behrens musste eingestehen, dass die Koordinierung über ein Ingenieursbüro laufe und er als Bürgermeister die Prozesse überwache. Der hitzige Ton der Aussprache stieß wiederum bei Behrens’ Barteifreunden sauer auf. „Das ist ja eine Frechheit, was hier gefragt wird“, echauffierte sich Werner Kahlke (SPD). Die Verwaltung habe keine Weisungsbefugnis gegenüber den Mitarbeitern einer Firma, „das ist an den Haaren herbeigezogen“. Einen kleinen Trost hatte Behrens jedoch für die Gemeinderatsmitglieder: Er wies darauf hin, dass man immerhin in dem Jahr keine Personal, Wasser, Strom- und Heizkosten für das Bad habe bezahlen müssen.

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