Bürgerbusverein sucht ehrenamtliche Fahrer

„Fintau-Shuttle“ weiter auf Kurs

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Steffen Klaus (4.v.l.) und Werngard Freyn (2.v.l.) haben die Vereinsführung für den verstorbenen Vorsitzenden Wilfried Pohl übernommen. Gemeinsam mit weiteren Vorstandsmitgliedern halten sie den Fahrbetrieb aufrecht.

Lauenbrück - Von Heinz Goldstein. Nach dem plötzlichen Tod des Vorsitzenden des Bürgerbusvereins in der Samtgemeinde Fintel, Wilfried Pohl, im Juni, musste der Fahrbetrieb für die beiden Bus-Linien 872/873 übergangslos aufrecht erhalten werden. Routiniert haben die Stellvertreter Werngard Freyn (Vize) und der dritte Vorsitzende, Steffen Klaus, der zusätzlich noch Fahrdienstleiter ist, die Aufgabe zur Zufriedenheit aller erfüllt. Bis September soll ein neuer Vorsitzender gefunden werden, der das Amt kommissarisch übernehmen wird, bis dann auf der Jahreshauptversammlung im Februar 2020 ein neuer „Kopf“ von den Mitgliedern gewählt wird, erklärt Freyn.

Zurzeit hat der gesamte Vorstand alle Hände voll zu tun, die Akten des ehemaligen Vorsitzenden zu sichten und – wenn nötig – aufzuarbeiten. Der überaus fleißige Pohl hatte viele Dinge selbst in die Hand genommen und persönlich erledigt. „Wir sind zurzeit dabei, uns ein aktuelles Bild von der Aktenlage zu machen“, so Klaus. Danach soll die Arbeit des Vorsitzenden auf mehrere Schultern verteilt werden. Wer dann was übernehmen wird, soll noch im Einzelnen besprochen werden. Als Informationspool dient fortan der Speicherort Google Drive. „Dort werden wir die Leserechte nach Vereinsmitgliedern, Fahrern und Vorstand splitten“, erklärt der IT-Experte des Vereins, Karl-Heinz Poludniok. Der Vorstand wird sich über E-Mail austauschen.

„Uns drückt der Schuh an mehreren Stellen. Ein sehr wichtiger Punkt, den wir unbedingt in Angriff nehmen müssen, ist, Ehrenamtliche zu finden, die bei uns als Fahrer dringend benötigt werden“, so Klaus, der bei der Einsatzplanung der zurzeit zwölf fest zur Verfügung stehenden sowie zehn gelegentlich einplanbaren Fahrer viel Geschick und Improvisationstalent beweisen muss. Seine Idealvorstellung wäre, dass er mit knapp unter 30 Fahrern, egal ob männlich oder weiblich, bei der Dienstplangestaltung kalkulieren kann. „Aber davon sind wir noch weit entfernt.“

Der Fahrbetrieb des „Fintau-Shuttles“ ist 2014 aufgenommen worden. Bei den Lenkern der ersten Stunde läuft die Genehmigung für die Personenbeförderung nach fünf Jahren ab. Sie müssen gegen Vorlage eines ärztlichen Attestes über die Fahrtauglichkeit und zudem den Führerschein Klasse B erneut vorlegen. Da einige Fahrer im Rentenalter sind, gebe es schon eine gewisse Durchfallquote, sagt Freyn. Wer mindestens 21 Jahre alt ist und bereits zwei Jahre im Besitz der Fahrerlaubnis ist, darf einen Bürgerbus lenken, erklärt der Fahrdienstleiter. Der Vorstand hofft, auch junge Fahrer für sich gewinnen zu können, setzt aber weiterhin auf Ruheständler, die von der Zeit her flexibler einzusetzen sind. Der Verein übernimmt die Kosten für die Tauglichkeitsuntersuchung und Umschreibung des Führerscheins, er setzt allerdings darauf, dass die Fahrer danach auch ehrenamtlich auf Tour gehen und die Kosten wieder einfahren.

„Mir macht der Umgang mit den Fahrgästen Spaß. Es ist immer mal Zeit für einen kleinen Klönschnack, aber auch, um mit Ratschlägen zu helfen“, erklärt der Fahrer Hans-Günter Gruß, der auch für den Fuhrpark verantwortlich ist. Es gibt Ruheständler, denen die sozialen Kontakte abhandenkommen, so Klaus. „Hier bei uns haben die Fahrer viele soziale Kontakte – und das nicht nur mit den Fahrgästen, sondern auch untereinander, zum Beispiel bei Veranstaltungen des Vereins oder den regelmäßigen Treffen, wie unter anderem der monatliche Stammtisch.“

Fahrer Poludniok ist mit Leib und Seele auf Linientour und rät Interessierten, einmal auf einer Fahrt als Beifahrer dabei zu sein, um Bürgerbus-Atmosphäre zu schnuppern. „Es fällt sicherlich anschließend leichter zu entscheiden: Ist das was für mich oder soll ich lieber die Finger davon lassen?“, erklärt er. Der Vorstand würde sich über jede Anfrage freuen und gibt auch gerne Auskünfte im Detail. Dazu gehört der Versicherungsschutz des Fahrers, die Stundenbelastung pro Woche und einiges mehr.

Gefahren werde in zwei Schichten. Die Frühschicht beginnt um 7.30 Uhr und endet um 13 Uhr. Die zweite Schicht startet um 13.30 Uhr und endet um 19 Uhr. Die reine Fahrzeit beträgt viereinhalb Stunden. Pro Woche werden also zehn Fahrer benötigt. „Je mehr Freiwillige zur Verfügung stehen, desto geringer ist die monatliche zeitliche Belastung. Wer öfter fahren möchte, kann das jederzeit beim Fahrdienstleiter anmelden“, erklärt Klaus.

Ziel des Bürgerbusvereins sei es, dass jeder Fahrer bei freier Einteilung zwei Mal im Monat zum Einsatz kommt. Weitere Informationen über den Verein gibt es im Internet unter www.buergerbus-fintel.de.

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