Felix Wiechern sammelt als „Bufdi“ Erfahrungen im Kindergarten Helvesiek

Einsatz zwischen Eiswürfel, Salzstreuer und Gitarre

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Felix Wiechern übernimmt in der Helvesieker Bärenhöhle nicht nur die „klassischen“ Männeraufgaben.

Helvesiek - Von Ulla Heyne. Was passiert, wenn Salz auf Eiswürfel trifft? Mit welchen Akkorden lässt sich der Rolf-Zuckowski-Dauerbrenner „Es schneit“ begleiten? Und warum ist es eigentlich gar nicht schlimm, jeden Tag um 8 Uhr auf der Matte zu stehen? All diese Fragen kann Felix Wiechern inzwischen locker beantworten – dank seines freiwilligen sozialen Jahres als „Bufdi“ (Bundesfreiwilligendienst) in der Bärenhöhle.

Dass er im Kindergarten Helvesiek gelandet ist, sei eigentlich eher einem Zufall geschuldet, erklärt der 16-Jährige, der vorher an der KGS Schneverdingen die Schulbank gedrückt hat: „Eigentlich wollte ich an eine Grundschule für Behinderte. Dafür kamen nur die größeren Städte infrage.“ Erst spät sei ihm die Idee gekommen, auch in der näheren Umgebung nach einem geeigneten Platz zu suchen.

Beim Schnuppertag in Helvesiek fühlte er sich gleich wohl, „und die Leitung wollte mich unbedingt!“ Dabei spiele sicherlich auch eine Rolle, dass die Kinder im Laufe ihrer Kindergartenzeit nicht allzu viele männliche Erzieher sehen: „Ich bin der, mit dem getobt und Fußball gespielt wird“, bringt es der junge Mann auf den Punkt.

Für die Lernwerkstatt des „Schulclubs“ der Vorschüler, bei der er die jungen Forscher in ihren Experimenten begleitet hat, hat sich Felix Wiechern extra Bücher besorgt; herausgekommen ist unter anderem das „Eiswürfelexperiment“.

Doch nicht nur die „klassischen“ Männeraufgaben übernimmt Wiechern, neben der Betreuung beim Mittagessen hat er auch die Schlüsselgewalt über den Spielschuppen. Der Hobbymusiker greift auch gern zur Westerngitarre, spielt „seinen“ Kindern etwas vor oder begleitet sie bei Liedern.

Sogar einige Auftritte hat er so bereits mit den Kindern gemeistert, etwa beim Adventssingen im Helscher Hus: „Als sich einer der Lütten einfach ein Mikro geschnappt und da reingesungen hat – das war schon cool!“, ist das Mitglied einer jüngst gegründeten Kirchenband auch Monate später von der Spontanität seiner Schützlinge beeindruckt. So hat er zunächst auch eine Ausbildung im sozialpädagogischen Bereich in Erwägung gezogen; nach einer Berufsberatung in den BBS Rotenburg ist sein aktueller Berufswunsch Orthopädie-Mechaniker.

Das Überbrückungsjahr möchte er auf keinen Fall missen: „Es lohnt sich schon, Tagesabläufe zu lernen, die so ganz anders sind als Schule und so ins Arbeitsleben reinzukommen.“ Selbständig arbeiten, am Ball bleiben: All das ist für Felix Wiechern kein Problem mehr. Auf die Frage, was denn nun mit dem Eiswürfel unter Salzeinfluss passiert, grinst er spitzbübisch.

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