Erdnussbutter soll „Energy“ anlocken

Familie sucht ihr entflohenes Känguru

Känguru „Rocky“ ist derzeit alleine in dem großen Auslauf.
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Känguru „Rocky“ ist derzeit alleine in dem großen Auslauf. Er lebt seit vier Jahren auf dem Hof.

„Energy“ hüpft immer noch durch Lauenbrück. Die Eigentümer wollen das Känguru möglichst schnell einfangen und wollen es jetzt mit einem besonderen Trick versuchen: Erdnussbutter.

Lauenbrück – Benjamin und Bianca Erdmann, Inhaber des Garten-Landschaftsbauunternehmens Erdmann, kommen nicht zur Ruhe. Permanent klingelt das Telefon. Das Fernsehen, Zeitungen, Radiosender und natürlich Freunde und Bekannte melden sich bei dem Paar aus Lauenbrück, war am Dienstag vergangener Woche doch eines seiner beiden Kängurus über den Zaun gesprungen und hüpfte durch den Ort – ein ungewöhnlicher Anblick.

Bis dato wussten nur engste Freunde, dass die Erdmanns überhaupt solche exotischen Tiere haben – nun hat die Familie und vor allem das Weibchen namens „Energy“ für überregionale Aufmerksamkeit gesorgt. „Wir wollten die Berichterstattung anfangs gar nicht, denn wir haben die Tiere wirklich nur als privates Hobby. Wir haben keinen Zoo und sind keine öffentliche Einrichtung“, sagt Bianca Erdmann.

Da sie und ihr Mann aber etwas ratlos sind, wie sie das abhanden gekommene Beuteltier nun wieder einfangen sollen, ist die Hoffnung groß, über die mediale Aufmerksamkeit an die richtigen Ratschläge zu kommen. „Im Internet ließen sich leider wenige Tipps in Sachen Känguru-Know-how finden“, meint die Besitzerin. „Sie wurde weiterhin in der Nähe gesehen, wir hoffen daher eben sehr, dass wir sie überzeugen können, zurückzukommen.“ Da die Tiere beide nicht handzahm sind und ein Känguru viel zu stark ist, um sich zum Beispiel mal eben mit dem Netz fangen zu lassen, ist nun guter Rat teuer.

Der Zaun des Geheges ist hoch, zeigt Bianca Erdmann.

Aktuell hat die Familie im Garten der Nachbarn – dort wo „Energy“ schon gesichtet wurde – eine Kamera installiert und einen Anhänger hingestellt. „Wir haben den Tipp erhalten, dass die Tiere sehr auf Erdnussbutter stehen. Die wollen wir da deponieren“, so Erdmann. „Die Überwachungskamera könnte anspringen, wenn sie kommt – und dann hoffen wir, dass wir den Anhänger mit einer Plane abschließen können, um sie so zurückzuholen.“ Auch habe sie inzwischen einen Ansprechpartner gefunden, der das Tier möglicherweise narkotisieren könnte – dann gebe es ebenfalls eine gute Chance, dass „Energy“ wohlbehalten zurück zu ihrem Kumpel „Rocky“ kommen könne.

Seit Oktober 2020 ist die zweijährige Kängurudame quasi Gesellschafterin von „Rocky“, der schon seit vier Jahren bei der Familie auf dem Hof lebt. „Mein Mann hat gerne etwas exotische Tiere. Wir haben Nandus, drei Schafarten, Hunde, Microschweine, Laufgänse und mehr – insgesamt halten wir 42 Tiere“, berichtet die Lauenbrückerin.

Das entflohene Känguru ist etwa einen Meter groß, und möglicherweise hat sie sogar Nachwuchs dabei. „Kängurus können bis zu vier Nachkommen gleichzeitig in ihrem Beutel großziehen“, so Bianca Erdmann. Es sei durchaus der Plan gewesen, dass die beiden Tiere sich paaren.

Der Platz auf dem Hof ist da, auch die beiden Kängurus haben einen Auslauf von 320 Quadratmetern. Die Tiere seien eher nachtaktiv, tagsüber würden sie meistens entspannen und schlafen, weiß die Halterin. „An dem Tag, als es passiert ist, war es sehr windig. Wir vermuten, dass „Energy“ eventuell durch den Wind etwas gerochen hat oder irgendwie durcheinander war.“ Von einer Sekunde zur nächsten sei das Tier einfach über den Zaun gesprungen, aus dem Stand. Der Zaun ist 1,80 Meter hoch, noch kurz bevor es passiert ist, habe ihr Mann kontrolliert, ob aufgrund des Windes noch alles im ordnungsgemäßen Zustand ist – das sei auch der Fall gewesen. „Energy“, der Name scheint Programm zu sein. Erhalten haben die Erdmanns die exotischen Tiere von der Kamelfarm in Visselhövede, dort leben noch weitere Vertreter dieser Art. Erst schafften sie das männliche Känguru an, nun folgte das Weibchen. Ernährt werden beide mit Kaninchenfutter, Gemüse, Salat, Obst und Heu. „Bananen und Weintrauben mögen sie besonders gerne. Aber sie sind eben leider nicht handzahm, sie wollen immer etwas Sicherheitsabstand bewahren“, so Bianca Erdmann. Das respektierten sie auch – nur jetzt erschwert es die Situation eben sehr.

Kumpel „Rocky“ sei die ersten Stunden sehr unruhig gewesen, doch mittlerweile habe sich das gelegt, berichtet die Tierhalterin. Sie und ihr Mann hoffen weiterhin, dass sie die junge Kängurudame finden und irgendwie wieder zurück in das Gehege bringen können. „Ansonsten wäre das eine sehr traurige Angelegenheit“, bedauert die Lauenbrückerin die so plötzlich entstandene und verzwickte Situation.

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