Facebook-Gruppe „Wir sind Lauenbrück“

Mit virtuellem Blick auf die Heimat

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Mit Blick auf die Heimat: „Wir sind Lauenbrück“ heißt die Facebook-Gruppe, die inzwischen mehr als 530 Mitglieder zählt.

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. „Wir sind Papst“? Das war einmal. „Wir sind Weltmeister“? Die letzte Fußball-WM liegt auch schon wieder vier Jahre zurück. Beständiger erweist sich da eine Gruppe im Internet, die den Begriff des „sozialen“ Netzwerks wörtlich nimmt. „Wir sind Lauenbrück“ heißt die Facebook-Gruppe, der das Kunststück gelingt, Verbindungen unter Menschen zu schaffen, die sonst eher wenig miteinander zu tun hätten – und ganz nebenbei die Heimatliebe zu fördern vermag.

Was im sozialen Netzwerk Facebook geschrieben wird, ist angesichts von 24 Millionen Nutzern in Deutschland nur schwer zu überblicken, geschweige denn zu steuern. Mit nur einem einzigen Satz ist es der Administratorin der Gruppe gelungen, die Kreativität von Hunderten zu lenken. Hier passiert mehr als der übliche Small-Talk über Lokalkolorit. Sie macht in der Beschreibung deutlich, worum es ihr geht: „Ich bitte um private Meinungen, denn gewerbliche Werbung und Politik gehört hier nicht rein“, schreibt sie auf Facebook. Vielmehr sei die Gruppe zum Austausch von Neuigkeiten gedacht, aber auch für Diskussionen darüber, was die Einwohner vor Ort bewegt. Gerne verlinkt und kommentiert werden ebenso Zeitungsartikel – zuletzt der über die Schließung der Sparkassenfiliale und der über den örtlichen Bauboom.

Mehr als 530 Mitglieder

Die Idee wird gut angenommen. Mehr als 530 Mitglieder sind der Gruppe seit ihrer Gründung vor sechs Jahren bislang beigetreten. Bedenkt man, dass Lauenbrück rund 2300 Einwohner zählt, wahrlich kein schlechter Schnitt. Dabei gibt es hier auch Ehemalige, die keine Lauenbrücker mehr sind, über solche Seiten aber Kontakt zur alten Heimat halten. Die Gruppe (zu finden unter www.facebook.com/groups/lauenbrueck) ist für viele Nutzer wie ein digitales Klassentreffen: Man ist aus Lauenbrück weg, aber immer noch ein bisschen da.

Ähnliche Gruppen gibt es auch in Scheeßel, Bothel, Rotenburg und vielen weiteren Umlandsgemeinden. Wer ihnen beitritt, bekommt oft zahlreiche nostalgische Fotos der Kategorie „Weißt du noch ...?“ zu sehen. Nicht so in Lauenbrück. Bis jetzt jedenfalls nicht. Da sucht eine Frau lieber einen „netten und zuverlässigen Rentner, der einen kleineren Garten auf Vordermann bringen und dann später regelmäßig pflegen kann“. Da postet jemand Bilder mit einem herrlichen Winterpanorama. Da meldet sich ein Mann mit den Worten: „Hab‘ heute Morgen eine Brille im Birkenweg gefunden. Also wenn sie jemand vermisst ...“. Eine andere Nutzerin möchte endlich den Zaun am Bahngleis repariert wissen und sucht Mitstreiter, die das mit ihr auf eigene Faust in die Hand nehmen möchten. Wieder jemand anderes warnt via Post vor „komischen Gestalten“, die sich am Dreierkamp herumtreiben würden. „Passt auf euch und eure Nachbarn auf!“, rät sie auf dem virtuellen Weg. Und eine Lauenbrückerin ist auf der Suche nach einem ortsansässigen Betrieb, der im Eigenheim die Dusche behindertenfreundlich umbauen kann. Klar, dass unter den Mitgliedern der Lauenbrück-Gruppe sich auch in diesem Fall jemand findet, der einen guten Tipp parat hat.

„Wenn es die Seite nicht geben würde, müsste man sie erfinden“, spricht ein Nutzer von einem „Stückchen Heimat“ und einem „wunderbaren Austauschort für die Bürgerinnen und Bürger“.

Das wird sich wohl auch der eine oder andere denken, welcher der thematisch artverwandten, aber noch nicht ganz so alten Facebook-Gruppe „Du kommst aus der SG Fintel“ angehört, die es immerhin aktuell schon auf 245 Mitglieder bringt. Helvesiek, Stemmen, Vahlde und Fintel, die übrigen Mitgliedsgemeinden zwischen Fintau und Eurostrand, haben übrigens keine eigenen virtuellen Heimatgruppen – noch nicht.

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