Experten zur europäischen Wolfspolitik / Gesetz wird wohl kaum geändert

„Nur ausgebildete Hunde schützen die Nutztiere“

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Marcel Pommerenke und Jürgen Cassier (r.) während des Informationsgesprächs zum Thema Wolf.

Lauenbrück - „Zäune allein können keine Wölfe heraus- und keine vor Wölfen in Panik flüchtenden Tiere aufhalten.“ Holger Benning als Vertreter des Vereins für arbeitende Herdenschutzhunde (VAH) und Betreiber der Schäferei Wümmeniederung, sprach klare Worte während der Infoveranstaltung zum Thema Wolf der Hundefreunde Lauenbrück.

Für ihn gibt es nur eine Lösung: „Die Haltung von ausgebildeten Schutzhunden ist unverzichtbar, um auf der Weide gehaltene Nutztiere künftig vor Wolfsangriffen zu bewahren.“ Benning bestätigte, dass es schwierig sei, den Nachweis zu führen, dass Nutztiere tatsächlich von Wölfen angegriffen worden seien.

Silke Köhler, Betreiberin eines Islandpferdegestüts, informierte die Gäste allgemein über den Wolf und seine Lebensweise. Sie präsentierte Fotos von gerissenen Schafen, Rindern, Pferden und Hunden aus europäischen Regionen, in denen bereits eine Wolfsdichte herrscht, „wie sie auch hierzulande politisch erwünscht ist“. Die Pferdewirtschaftsmeisterin stellte emotionale und finanzielle Folgen für Tierhalter sowie Einschränkungen in Naturerleben und Tourismus heraus und forderte, „die Ansiedlung von Wölfen auf Wälder zu beschränken, sie jedoch nicht in Feld und Flur zuzulassen“.

Berufsjäger Marco Soltau brachte den starken Schutzstatus des Wolfes ins Gespräch. So müsse eine Bedrohung für seltene heimische Wildtierarten wie zum Beispiel Birkhühner nachgewiesen werden, damit in eine Ausbreitung des Wolfs durch zum Beispiel eine Aufnahme in das Jagdrecht eingegriffen werden könne.

Die derzeitige Gesetzeslage sei wohl kaum zu ändern, so Soltau, weil das enorme städtische Wählerpotential Wölfe nur vom Fernsehbildschirm kenne und die relativ kleine, aber betroffene Landbevölkerung für politische Entscheidungen nicht ausschlaggebend sei.

Mit Blick auf die Sorgen von Hundehaltern meinte er, so lange es noch keine Rudel vor Ort gebe, könne man gefahrlos spazieren gehen, solange sich der Hund in unmittelbarer Nähe aufhalte.

„Das Verhalten von Wildtieren ist unvorhersehbar“, räumte Jürgen Cassier ein, der gemeinsam mit Marcel Pommerenke als Wolfsberater des Landkreises an der Inforunde teilnahm. Er gab Auskunft über Sichtungen und Risse in der Region und rief alle Naturnutzer auf, Begegnungen und Beobachtungen zu melden (Telefon 04261/9832800). „Damit baldmöglichst die von der EU geforderte Bestandsdichte nachweisbar ist, ab der reduzierend eingegriffen werden kann“, so Cassier. Aktuelle Informationen und Verhaltensmaßnahmen bekämen Interessierte auf der Internetseite des Landkreises Rotenburg.

hu

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