Es lahmt noch vielerorts

„Beschämend“: Fintels Bürgermeister sieht Defizite beim Ausbau der Breitbandversorgung

Glasfaser sorgt für hohe Übertragungsgeschwindigkeiten im Internet – nicht so im Finteler Eurostrand-Resort.
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Glasfaser sorgt für hohe Übertragungsgeschwindigkeiten im Internet – nicht so im Finteler Eurostrand-Resort.

Fintel – Was die Glasfaserverlegung betrifft, für den die EWE den Auftrag im Kreis erteilt bekommen hat, ist die Samtgemeinde Fintel mit ihren Mitgliedsgemeinden auf den letzten Metern. Sogenannte „weiße“ Flecken, also Orte an denen bisher kein Internet oder nur solches mit geringer Bandbreite erhältlich war, sollen schließlich auch versorgt sein. Entsprechende Aufträge sind in Auftrag gegeben.

Schön und gut – nur was hat der Ausbau bisher eigentlich gebracht? Eine Frage, die Ratsherr Wilfried Behrens (SPD) am Donnerstagabend in einer Sitzung des Samtgemeinderates aufwarf und eigentlich schon gleich mitbeantwortete: „Das Ergebnis, was die bisherigen Arbeiten angeht, ist erschreckend schlecht“, befand Fintels Bürgermeister. Laut einer Karte, die farblich ausweist, wo wie schnell das Internet in der Samtgemeinde ist, sollte in seinem Eigenheim inzwischen schon über Geschwindigkeiten zwischen 50 und 100 Mbit pro Sekunde verfügen. Eigentlich. „Denn tatsächlich habe ich zwölf, was wahrscheinlich an den vielen verschlungenen Kupferleitungen liegt, die im Laufe der Jahre überall von der Telekom verlegt worden sind.“ Bloß da werde die Kommune seiner Befürchtung nach wohl kaum eingreifen können, um Abhilfe zu schaffen.

Er komme, auch vor dem Hintergrund, dass selbst ein Bereich wie das Eurostrand-Resort in Fintel noch gar nicht mit Glasfaser ausgebaut worden sei, obwohl das auf dem Plan doch grün angezeigt werde, jedenfalls nur zu einem Schluss: „Was hier im Laufe der letzten fünf, sechs Jahre passiert ist, ist beschämend. Das kann nicht das Ende sein.“ Und das sei es auch nicht, erwiderte Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger. Ganz so negativ betrachte er die Schritte, die in den vergangenen Jahren vorgenommen worden seien, nicht, „gleichwohl ist in den Diskussionen immer ganz deutlich gesagt worden, dass das, was beauftragt wurde, keine 100-Prozent-Lösung ist.“ So habe es sich bisher auch gar nicht um einen vollständigen Glasfaserausbau gehandelt. Krüger: „Aus meiner Sicht ist es weiterhin sinnvoll, gemeinsam mit dem Landkreis an dem Thema weiterzuarbeiten, wie es alle anderen Kommunen auch tun.“ Im Kreishaus sei man ja auch schon dabei, die sogenannte Gigabit-Strategie weiter auszuarbeiten und ebenso die finanziellen Auswirkungen auf alle Gemeinden weiterzubewerten. „Ich jedenfalls halte es für unheimlich wichtig, auch die nächsten Jahre zu investieren und dann idealerweise eben wirklich 99,9 Prozent der Haushalte mit Glasfaser zu versorgen“, betonte der Verwaltungschef. Aber: „Einzelne Randlagen wie Höfe im Außenbereich werden wir vermutlich so nicht erwischen können, aber einen großen Anteil mit Sicherheit.“

Abschluss erst Ende 2022

Was den vor allem von Touristen stark frequentierten Eurostrand betrifft, zähle der sicher zu jenen Bereichen, wo Abhilfe geschaffen werden müsse, befand Krüger. „Das gilt es, wenn die konkreten Zahlen vorliegen, nochmal zu klären.“ Oder auch nicht – denn wie Ratsherr Michael Versemann (CDU), selbst bei der EWE beschäftigt, erläuterte, sei das Urlaubsresort bereits im vergangenen Jahr an das Glasfasernetz angeschlossen worden. „Die Hauptstränge sind dort verlegt, wie auch andernorts in Fintel – nur natürlich kann man nicht die Versäumnisse der letzten sieben bis zehn Jahre innerhalb von einem Jahr aufholen, das ist schlichtweg nicht machbar.“ Nun sollen erst bis Ende 2022 die „weißen“ Flecken im Dorf beseitigt sein. „Das liegt daran, dass wir absolut keine Kapazitäten haben – es gibt keine Baufirmen, die es dieses Jahr noch bewältigen könnten.“

Überhaupt, so der Stemmer, könne sein Unternehmen nicht gewährleisten, dass nach dem Prinzip „Straßenzug für Straßenzug“ gleich jeder an der Reihe sei. „Das ist auch vom Fördermittelgeber nicht so gewollt“, so der CDU-Politiker. Demnach sollen erst jene Haushalte eine Versorgung erfahren, die aktuell noch unter 20 Mbit/s lägen – erst im Anschluss komme es zu einer Nachverdichtung. „Wir dürfen, weil es sich hier um einen eigenwirtschaftlichen Ausbau handelt, aber erst nachverdichten, wenn die Fördermittelgeber sagen, sie seien durch damit.“ Und damit sei tatsächlich wohl erst Ende kommenden Jahres zu rechnen.

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