Interview

„Es gab viele schöne Momente“: Fintels Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger scheidet aus dem Amt

An den letzten Tagen im Lauenbrücker Rathaus war für Tobias Krüger Aufräumen angesagt.
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An den letzten Tagen im Lauenbrücker Rathaus war für Tobias Krüger Aufräumen angesagt.

Lauenbrück – Mitte vergangenen Jahres schon stellte Tobias Krüger klar, dass er sich nicht mehr zur Wahl für das Bürgermeisteramt in der Samtgemeinde Fintel zur Verfügung stellen werde. Zum 1. November macht der 44-Jährige den Chefsessel nun frei für seinen Nachfolger Sven Maier. Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt Krüger auf Erfolge und Herausforderungen in seiner Amtszeit zurück und erzählt, welche beruflichen Pläne er für die Zukunft hat.

Herr Krüger, Sie sind noch gut zwei Wochen Bürgermeister. Wie ist Ihre Gemütslage in den letzten Tagen?

Ich konnte noch wichtige Vorgänge voranbringen und habe bis zum Schluss meine Zeit genutzt. Unter anderem habe ich den Bauvertrag für den Neubau der Grundschule Lauenbrück noch unterzeichnen können. Seit meiner offiziellen Verabschiedung am vergangenen Donnerstag bin ich jetzt im Herbsturlaub, also eigentlich nicht mehr im Büro. Das heutige Interview ist mein letzter Termin im Rathaus.

Das sagt der Verwaltungschef. Und was sagt der Mensch Tobias Krüger zu der Frage?

Die Verabschiedungen waren für mich bewegende Momente. Auch die sehr persönlichen Abschiedsgrüße und Geschenke von allen haben mich sehr berührt.

Warum haben Sie sich entschieden, nach nur einer Amtszeit nicht wieder für das Bürgermeisteramt zu kandidieren?

Mehr als 25 Jahre war ich in unterschiedlichen Kommunalverwaltungen tätig und habe für mich entschieden, dass die Zeit reif ist, mich nochmal beruflich zu verändern.

Es ist ja kein Geheimnis: Sie wechseln in die freie Wirtschaft. Wohin genau?

Ich kehre wieder zurück in die „Gebäudewirtschaft“. Nicht im kommunalen Bereich, sondern als Mit-Geschäftsführer einer Hausverwaltung. Der Familienbetrieb wird bereits seit zehn Jahren von meiner Frau selbständig in Sittensen geführt.

Welche drei Projekte, die Sie in Ihrer Amtszeit mit umgesetzt haben, halten Sie für die wichtigsten?

Neben dem geplanten Neubau der Grundschule Lauenbrück war auch der stetige Ausbau der Betreuungsangebote in den Kitas wichtig. Daneben fallen mir aber zahlreiche weitere Projekte ein. Spontan und aus dem Bauch heraus würde ich noch den Beitritt zum HVV nennen. Die attraktive Bahnanbindung wird auch künftig ein wichtiger Standortfaktor sein.

Gibt es etwas, das Sie gerne noch abgearbeitet hätten?

Gerne hätte ich die Umsetzung eines zentralen Bauhofes für die Samtgemeinde noch weiter vorangebracht. Die Grundlage ist aber da, sodass die neuen Räte gut darauf aufbauen können.

Mit welcher Entscheidung des Samtgemeinderates haben Sie am meisten gehadert?

Eine solche Entscheidung gab es zum Glück nicht. Alle wesentlichen Themen konnten in Gesprächen und Sitzungen so umfangreich vorbereitet werden, dass alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang gezogen haben.

Neben ernsten Themen gab es sicherlich auch viele vergnügte und fröhliche Momente in Ihrer Amtszeit. An welches Erlebnis erinnern Sie sich besonders gern?

Es gab viele schöne Momente durch das tolle Miteinander. Ganz aktuell fällt mir meine Verabschiedung ein. Gut kann ich mich auch noch an eine Sitzung erinnern, in der ein Ratsmitglied den übrigen Anwesenden anhand eines mitgebrachten Quecke-Rhizomes den Aufwand zur Entfernung eben dieser sehr anschaulich dargestellt hat.

Gibt es etwas, das Sie sich als ganz persönliches Verdienst anrechnen?

Viele Themen habe ich mit Nachdruck verfolgt. Aber jede Entscheidung war und ist natürlich eine Teamleistung mit Mitarbeitern und Ratsmitgliedern.

Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger Sven Maier, den Sie als derzeitigen Leiter des Fachbereichs Bau und Finanzen ja schon etwas länger kennen?

Gute Nerven und immer ein glückliches Händchen. Ich wünsche ihm und seiner Familie einen guten Start.

Sie leben mit ihrer Familie in Sittensen. Werden Sie mit der Samtgemeinde Fintel in irgendeiner Form in Verbindung bleiben?

Ganz bestimmt werde ich vorbeischauen, wenn das Feuerwehrhaus in Helvesiek oder der Neubau der Grundschule Lauenbrück eingeweiht werden. Meinen Genossenschaftsanteil an der Dorfmitte Fintel werde ich auch behalten. Die Idee, als Gemeinschaft für den Erhalt der Gaststätte einzutreten, finde ich damals wie heute sehr gut. Natürlich werde ich mich mit dem ein oder anderen auch künftig auf ein Bier treffen.

An was, hoffen Sie, erinnern sich die Einwohner, wenn Sie an ihren ehemaligen Bürgermeister Tobias Krüger denken?

Der hat was bewegt.

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