Diskussionsveranstaltung mit JU-Landeschef Christian Fühner im Landgut Stemmen

Erreicht die CDU noch die Jugend?

„Erreicht die CDU die Jugend noch?” – über dieses Thema diskutierten Christian Fühner (v.l.), Eike Hosten und Marsha Weseloh. Foto: Bonath

Stemmen - Von Wieland Bonath. Die sozialen Medien als beherrschende Plattform der heutigen Kommunikation – sie standen am Dienstag im Mittelpunkt der CDU-Herbstgespräche, zu denen der heimische Landtagsabgeordnete Eike Holsten geladen hatte. Diesmal ging es im Landgut Stemmen um die Frage: „Erreicht die CDU die Jugend noch?” An Holstens Seite: MdL Christian Fühner, Landesvorsitzender der Jungen Union (JU) und in Hannover Mitglied des Ausschusses für Haushalt und Finanzen, sowie Marsha Weseloh, JU-Kreisvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der Kreis-CDU. Gekommen waren zu diesem zweiten Abend der diesjährigen Herbstgespräche – eine „Erfindung” von Holsten – gut 30 Besucher, etwa die Hälfte Jüngere.

Die Junge Union hat im Kreisverband 164 Mitglieder im Alter von 14 bis 35 Jahren. Im Nordkreis ist sie mit zwei Ortsverbänden (Bremervörde und Selsingen-Zeven) aktiv und mitgliederstärker als im Südkreis. Der Ortsverband Sittensen-Scheeßel im Südkreis wachse ständig, so heißt es im JU-Jahresbericht.

Die schlechten Ergebnisse der letzten Wahlen ließen Fühner fragen: „Wie kommen wir als CDU wieder an 35 bis 40 Prozent?” Er habe den Eindruck, „dass wir vielfach die Jugend nicht mehr erreichen.” Umweltschutz, soziale Themen, Landwirtschaft – alles ursprünglich Bereiche der CDU, die wieder verstärkt zu den Menschen gebracht werden müssten. Er habe die Sorge, so Fühner, „dass eine Generation der CDU schon weggelaufen und zu den Grünen gegangen ist.”

Wenn die Partei wieder 35 bis 40 Prozent bei Wahlen erreichen wolle, betonte der JU-Landesvorsitzende, „dann müssen wir emotionale Themen formulieren.” Junge Menschen dächten an die Zukunft, und hier müsse die CDU Antworten geben.

Die anderthalbstündige Veranstaltung gestaltete sich zu einem lebendigen Dialog zwischen Besuchern und Politikern. Dabei wurde immer wieder betont, die CDU müsse ihrer angestammten Rolle gerecht werden und eine Partei des ländlichen Raums sowie der Landwirtschaft sein.

Allerdings, könne der Rat an junge Menschen, bei einem Nichterfüllen ihrer Wünsche, so Fühner, aus der Partei auszutreten, keine Lösung sein. Es müsse vielmehr gelten, für die Ziele und Belange der Partei einzutreten. „Wenn du etwas ändern willst, dann ist es falsch, zum Austritt aufzurufen“, ergänzte er. „Im Übrigen „steht die Junge Union an der Seite der Landwirtschaft.” Zum Gespräch gehörten auch aktuelle Berliner Querelen. Fühner: „Im Moment haben wir auf Bundesebene ein Führungsproblem.”

Ein älterer Besucher zu dem Thema, das den Abend durchzog: „Soziale Medien sind eine schwierige Sache, aber man kommt nicht drum herum.” Ein anderer sah es so: „Ich habe morgens meine Zeitung.” Und Christian Fühner hatte diese Erfahrung im Zusammenhang mit sozialen Medien mit nach Stemmen gebracht: „Politische Kommunikation, das verstehen Eike und ich noch – Bernd Busemann (Jahrgang 1952, Anm. d. Red.) und andere verstehen das nicht.” Eine Besucherin stellte sich an die Seite der Senioren und rief dazu auf: „Die Älteren muss man mitnehmen.”

Am Ende richtete Fühner den Blick in die Zukunft: „Unser Anspruch muss sein: Wir wollen wieder die modernste Partei sein. Da müssen wir wieder hinkommen.” Eike Holsten war schon mit dem Ergebnis des Abends in Stemmen zufrieden: „Genauso habe ich mir das gewünscht.”

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