15 Täuflinge aus Lauenbrück, Fintel und Scheeßel wagen das Bad in der Wümme

Erfrischend anders

Zeremonie in der Wümme: Lauenbrücks Pastor Lars Rüter hatte mit sieben Täuflingen am meisten zu tun. - Foto: Heyne

Lauenbrück - In mehrerlei Hinsicht erfrischend und anders nahm sie sich aus, die Taufe von insgesamt 15 Täuflingen am Pfingstmontag. Denn die fand nicht wie üblich in der Kirche statt, sondern einige hundert Meter weiter unter einem nur durch ein Blätterdacht gesäumten Himmel, mit der Wümme als Taufbecken.

Im Hintergrund zwitschern Vögel, einige Geschwister haben sich Laubhaufen gebaut, in die sie sich mit Wonne plumpsen lassen, und als in der Predigt vom Sturm die Rede ist, der das Boot des Lebens aus der Bahn wirft, erhebt sich gehorsam ein Windhauch und bringt Frisuren, Liederzettel und die Noten des Posaunenchors durcheinander. Die unvergleichliche Atmosphäre wird von vielen Eltern geschätzt. Dazu Pastor Jens Ubben, der den Gottesdienst im Schulterschluss mit den Kollegen Lars Rüter aus Lauenbrück und Thomas Steinke aus Fintel gestaltet: „Einige Familien schätzen den experimentellen Charakter, andere sind besonders naturverbunden. Kollege Rüter ergänzt: „Deshalb bieten wir diese besondere Form der Taufe inzwischen auch jährlich an.“

Das Ehepaar Lohmann aus Wohlsdorf hat fast ein Jahr gewartet, um seine Kinder Fenja und Tjorge heute taufen zu lassen. „Wir mögen den Bezug zur Natur und zum Wasser“, so Mutter Judith Callies, die die Alternative zur Strenge der Kirche gewählt hat.

In der Tat, Gummistiefel zur festlichen Kleidung, verwaiste Pumps und hoch gezogene Anzughosen: Hier geht es alles andere als streng zu. Thomas Steinke, der sich für die Taufe mit Gummistiefeln bewaffnet hatte, während Kollege Ubben auf Outdoorsandalen setzte, hatte so manchen weltlichen Tipp parat: „Hose mindestens über die Knie, hier ist es tief“, und mit einem bedauernden Blick auf die eigenen Füße: „Ich bin schon vollgelaufen!“ Und wenn der ein oder andere hartgesottene Pate beim Barfuß-Abstieg in die kalten Wümmefluten schmerzverzerrt das Gesicht verzog, dann sorgte das bei aller Festlichkeit für eine ungezwungene Heiterkeit.

Pastor Lars Rüter freute sich über den Schulterschluss der drei Gemeinden: „Es ist schön, dass eine übergreifende Zusammenarbeit möglich ist!“

Wümmetaufe in Lauenbrück

hey

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