Mit einem kleinen Obolus zu mehr blühenden Landschaften

Landwirt aus Stemmen setzt sich mit einer Online-Aktion für Artenvielfalt ein

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Blühstreifen wie dieser sind nicht nur schön anzusehen, sie sind auch ökologisch sinnvoll.

Stemmen - Von Lars Warnecke. An den Rändern von Karsten Indorfs Ackerflächen dürfte es in diesem Sommer noch etwas bunter zugehen als sonst. Grund: Der Landwirt, der in Stemmen den Brunkshof betreibt, sucht momentan Paten für ein von ihm erdachtes Blühstreifen-Projekt. Für jeden via Internet gespendeten Euro will Indorf in den Gemarkungen Stemmen und Helvesiek einen Quadratmeter Naturwiese anlegen – und damit gleichzeitig auf ein mittlerweile ernstzunehmendes Problem hinweisen.

Denn um die Lebensbedingungen für Bienen, sonstige Insekten und andere Tiere ist es derzeit bundesweit nicht allzu gut bestellt. Der Landwirt will seinen Beitrag leisten, das zu ändern. „Entgegen anderslautender Meinungen, kümmern wir uns auch in der Agrarlandschaft um die Artenvielfalt“, sagt er.

Stein des Anstoßes für sein Online-Projekt sei ein Rundfunkbeitrag über die in diesen Tagen in Berlin stattfindende „Grüne Woche“ gewesen. Dort, so Indorf, werde viel über landwirtschaftliche Themen diskutiert – begleitet von Demonstrationen, die sich pauschal gegen ihn und seine Berufskollegen richten würden. „Aus meiner Sicht ist das etwas schwierig: Es wird angeprangert, teilweise auch zurecht, aber es werden zu wenig konstruktive Lösungen geboten“, will Indorf festgestellt haben.

Etwas Positives für die Umwelt

Getragen von dem Gedanken, direkt vor Ort irgendetwas Positives für die Umwelt zu tun, etwas, das seinen Worten nach „unbürokratisch ist und jeder verstehen kann“, setzte sich der Milchviehalter vor den PC und rief auf seiner Seite www.brunkshof.de die Crowdfunding-Aktion ins Leben. „Ich habe schon in den letzten Jahren, mit Unterstützung der Jägerschaft, viel in Sachen Blühstreifen gemacht, finde es grundsätzlich eine tolle Sache – also warum nicht auch andere Menschen an dieser Form des Artenschutzes teilhaben lassen?“

Und so kann jeder, der einen finanziellen Beitrag leistet, demnächst einen frisch angelegten Blühstreifen für ein ganzes Jahr sein Eigen nennen – flächentechnisch so viel, wie er bereit ist, zu geben. Immerhin: Seit Beginn der Aktion Anfang dieser Woche, die er über die sozialen Netzwerke publik gemacht hat, konnte Karsten Indorf schon 85 Quadratmeter an den Mann oder die Frau bringen. „Und jeden Tag kommen ein paar Quadratmeter dazu“, sagt der Landwirt, der auf Wunsch inmitten der rund drei Meter breiten Beete auch gerne Schilder aufstellt, auf denen die Paten namentlich Erwähnung finden.

Verbesserung der Stallbuchten

Und damit nicht genug: Sobald die Blühstreifen in voller Pracht blühen, lädt er die Unterstützer ein, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. „Jeder darf von seiner Wiese dann auch eine Blume pflücken – die anderen bleiben für die Insekten.“

Noch bis Ende Februar will Karsten Indorf die Aktion im Internet laufen lassen – den Erlös daraus, sagt er, wolle er unter anderem in das Wohlergehen seiner Milchkühe investieren. Ihm schwebt eine Verbesserung der Stallbuchten vor, der Einbau weiterer Ventilatoren oder eine neue Kuhbürste.

Schon heute denkt der umtriebige Landwirt aus Stemmen über sein nächstes Projekt nach. Eine Internet-Plattform soll es sein, auf der sich Verbraucher, Tierschützer und Landwirte virtuell austauschen können – „aber dann bitte ohne Anfeindungen“.

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