Lauenbrücker Grundschüler setzen Kunstprojekt während Schulschließung um

Eine wichtige Rolle

Zuhause kreativ sind die Viertklässler mit dem „Klomonster“-Projekt.
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Zuhause kreativ sind die Viertklässler mit dem „Klomonster“-Projekt.

Lauenbrück – Sonnenbrille, Hüte, Socken, Handtücher oder Schuhe, alles Dinge, die man für seine Toilette gebrauchen kann. Das dachten sich zumindest die Viertklässler der Grundschule an der Wümme Lauenbrück, die für ein neues Kunstprojekt ein sogenanntes „Klomonster“ erschaffen sollten. Immerhin ist Klopapier ein Symbol der Corona-Krise geworden, weshalb Kunstlehrerin Britta Bollenhagen das neue Projekt ins Leben rief.

Die Lauenbrückerin arbeitete selber im Homeoffice und muss die Schüler somit immer von Zuhause mit Kunstideen versorgen. Wöchentlich hat sie per Mail die neuen Hausaufgaben vergeben, allerdings durften diese nicht zu ausgefallen sein, da nicht jeder Schüler die benötigten Materialien besitzt und die Schule durfte auch keine Bastelsachen ausleihen. Deswegen hätten die Schüler viel gezeichnet, aber auf Dauer sei das nicht sonderlich abwechslungsreich, so Bollenhagen. „Also habe ich mir ein Projekt überlegt, an dem jeder mitmachen kann, weil er alles dafür verwenden darf. Und was passt in Zeiten von Corona besser, als eine Klopapierrolle zu benutzen?“ Nach einer Woche waren somit insgesamt 34 Monster entstanden, bestehend aus der Papierrolle. Es sei vor allem erstaunlich, wie kreativ die zehnjährigen Schüler geworden seien und selbst von den Eltern habe viel positive Kritik gegeben, auch wenn das Badezimmer nach der Dekoration zum Teil im Chaos gelegen habe, erklärt Bollenhagen in einem Videogespräch, bei dem auch einige Schüler ihre Erfahrungen mit dem Projekt und der Zeit des Homeschoolings berichten.

Die Monster fielen komplett unterschiedlich aus. „Ich habe einen Soldaten gemacht“, erklärt Joris Karbstein. „Ich habe ihm eine Taktikweste angezogen, Klorollen als Augen genutzt, ihm einen Helm gegeben und meine Spielzeugpistolen benutzt.“ Auch die zehnjährige Alina Meyer hat ihrer Fantasie freien Lauf gelassen: „Ich habe zwei Monster gemacht, weil es so viel Spaß gemacht. Eines hat einen Mundschutz bekommen und das andere trägt ein Tuch und eine Sonnenbrille aus meiner Verkleidungskiste.“ Einige Schüler haben ihre Werke sogar beleuchtet, während andere komplett ohne Hilfe der Eltern an die Aufgabe gegangen sind. „Die Idee hatte ich selber, aber Mama hat mir geholfen, die Sachen zu befestigen. Zum Glück haben wir noch eine zweite Toilette, sonst hätten wir das komplette Badezimmer blockiert“, so Viertklässlerin Layla Stünkel. Bollenhagen freut es besonder, zu sehen, wie viel Spaß die Kinder an der Aufgabe hatten.

Die schulischen Umstellungen haben sich generell auf das Verhalten der Kinder ausgewirkt, erklärt die Kunstlehrerin. Die Klassen sind unterteilt worden und wechseln sich wöchentlich mit Präsenzunterricht ab. „In der Schule bin ich viel ruhiger und konzentrierter, weil die Klassen kleiner sind. Das Arbeiten ist dann nicht so anstrengend, aber ich will irgendwann wieder mit der ganzen Klasse Unterricht haben“, erklärt Stünkel. Nicht alle Schüler kommen so gut mit dem Konzept klar. Der Großteil freut sich darüber, endlich wieder zur Schule gehen zu können. Vor allem Freunde wiederzusehen sei für viele der alltägliche Höhepunkt.

„Ich gehe viel lieber zur Schule, weil ich bei Fragen auch sofort den Lehrer ansprechen kann. Meine Eltern können mir Zuhause auch nicht immer weiterhelfen“, erklärt Thiele. Allerdings sehen ein paar Schüler auch Vorteile darin, daheim zu lernen. „Ich schlaf lieber aus und teile mir meine Hausaufgaben ein. Vormittags kann ich dann ein wenig entspannen und mache die Aufgaben später“, so Karbstein. Außerdem gaben einige Schüler an, mehr Zeit für Sport zu haben, dennoch sei die wechselnde wöchentliche Umstellung anstrengend.

Ein negativer Punkt, der die meisten Viertklässler stört, ist jedoch die Absage der gemeinsamen Abschlussfahrt. Alle abgehenden Klassen fahren zum Jahresende noch einmal weg, bevor die Kinder auf weiterführende Schulen wechseln. Wegen Corona findet dies nun nicht mehr statt und einige Schüler sehen sich im ursprünglichen Klassenverbund nun gar nicht mehr. „Es ist irgendwie komisch in eine neue Schule zu wechseln, ohne den anderen Auf Wiedersehen zu sagen“, so Bendix Lünsmann. Um zumindest eine kleine Erinnerung zu haben, soll es ein kleines Abschlussbuch geben, in dem die Toilettenmonster in Form einer Collage auch ihren Platz finden werden.  md

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