Apfelbäume für Erstklässler der Schulen in Fintel und Lauenbrück

Eine reiche Ernte

Luca Petersen (r.) freut sich riesig über seinen Roten Boskoop aus Eckart Brandts Boomgarden.

Fintel - Von Hannes Ujen. Die Vorfreude war den 22 Erstklässlern der Eingangsstufen E1 und E2 der Friedrich-Freudenthal-Schule in ihren Gesichtern abzulesen. Die Klassenlehrerinnen Andrea Neuhaus und Klara Hägelen hatten schon etwas Mühe, die aufgeregten ABC-Schützen zusammen zu halten, denn es nahte die mit großer Spannung erwartete Übergabe der Apfelbaum-Geschenke.

Und da kam auch schon Eckart Brandt mit seinem vollbeladenen Transporter auf den Schulhof gefahren. Der bekannte Pomologe überreichte jedem der insgesamt 55 Grundschulkinder, 22 in Fintel und 33 in Lauenbrück, das gewünschte Apfelbäumchen. Schüler und Eltern hatten vorher die Qual der Wahl gehabt, um ihren ganz persönlichen Apfelbaum aus Eckart Brandts 41 Angeboten auszusuchen, die er jetzt direkt aus seinem Boomgarden Park in Helmste, südlich von Stade, mitbrachte.

Luca Petersen freute sich riesig über seinen „Roten Boskoop Hochstamm“, der ihn um einiges überragte. Staunend las er seinen Namen, Apfelsorte, Schule und Einschulungsjahrgang auf dem wetterfesten Anhänger: „Der kommt erst mal in einen Topf und dann suchen wir für ihn einen schönen Platz bei uns im Garten aus.“

Heino Peters, Vorsitzender des Verkehrsvereins, zeichnete sich bereits zum dritten Mal für das Konzept und die organisatorische Umsetzung der Aktion „Apfelbaum-Geschenkgutschein zum Schulanfang“ im Auftrag der Samtgemeinde Fintel verantwortlich: „Grundidee des Projekts ist zuerst den Kindern als Baumpaten eine Freude zu bereiten und ihnen ein Stück Natur näher zu bringen.“ 

Mit dem Zugriff auf alte regionale Sorten, wie sie Jahrhunderte lang auf Streuobstwiesen, Höfen, in Gärten oder entlang von Wegen anzutreffen waren, setzten die Organisatoren einen deutlichen Schwerpunkt auf robuste, unempfindliche Apfelsorten, die mit dem Klima und den Bodenverhältnissen in unserer Region besonders gut zurechtkommen.

Eckart Brandt, populärer Obstbauer, gelernter Historiker und Autor spannender Bücher, der sich seit Jahrzehnten mit alten Obstsorten beschäftigt, sieht sich selbst als „Retro-Futurist“: „Ich verkläre nicht die Vergangenheit mit dem Blick durch die rosarote Brille, sonder sehe in dem Erbe der Vergangenheit ein großes Potenzial für die Zukunft, das wir nicht über Bord werfen dürfen.“ 

Dies und weitere spannende Fakten, Berichte und Geschichten sind frei nach dem Motto „Jeden Dach een Appel, un de Doktor holt sein Sabbel“ nachzulesen in seinem neuen Buch „Die alten Sorten – der Boomgarden Park“, soeben erschienen im KJM-Buchverlag, Hamburg.

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