Große Beteiligung beim Totenkopfschwimmen im Freibad Fintel

Anfassen nicht erlaubt

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Mit flotten Sprüchen animiert Putzfrau „Biggi“ die Schwimmerinnen zur Ausdauerprüfung.

Fintel - Von Jennifer Kräge. Reges Treiben herrschte am Mittwochabend in Fintel. Schwimmmeisterin Michaela Bosse und ihr Team hatte zum Totenkopfschwimmen für Mädchen und Frauen geladen, aber auch für Männer im Badeanzug.

Die Herren der Schöpfung waren zwar nicht anzutreffen. Dafür kamen zahlreiche Teilnehmerinnen aller Altersklassen, um das Totenkopfabzeichen in schwarz zu ergattern. Mit dem Start hieß es 60 Minuten Dauerschwimmen ohne Pause.

Ganz in pink weht die Totenkopfflagge im Wind – das Zeichen dafür, dass es ein Abend nur für die Damen der Schöpfung werden soll. Das Wetter droht im letzten Moment zu kippen – Gewitter und Regen waren vorhergesagt, aber das Glück ist auf des Schwimmers Seite. Mädchen und Frauen aller Altersklassen versammeln sich vor dem Start, damit sie den Regeln für das Abzeichen lauschen können. „Das Totenkopfschwimmen ist eine Ausdauerleistung, bei der es nicht um Schnelligkeit beziehungsweise Leistung geht, sondern darum, 60 Minuten im Wasser zu überstehen, ohne sich dabei am Beckenrand abzustützen, den Boden zu berühren oder gar die Schwimmnachbarin als Stütze zu benutzen“, erklärt Badleiterin Michaela Bosse die Hintergründe für das Abzeichen. Wer keine Lust habe, ununterbrochen zu schwimmen, könne sich auch nur treiben lassen – „die Hauptsache ist, man schafft es ohne Hilfe.“

Es gibt mehrere Abzeichen des Totenkopfes – in schwarz, silber und gold. Beim schwarzen Totenkopfabzeichen gilt es 60 Minuten zu schwimmen, beim silbernen 90 und beim goldenen 120 Minuten. Das Problem: Der Körper kann schnell auskühlen, deshalb ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben. Das beheizte Becken im Freibad Fintel hat eine Temperatur von 28 Grad Celsius und sorgt dafür, dass 60 Minuten schwimmen oder treiben zu schaffen sind.

Für den Start hat sich das Freibad-Team etwas Besonderes einfallen lassen: Es geht nicht einfach so über die Leiter, sondern über eine Planke mit einem Sprung ins Wasser. Eine Ausnahme gilt für die über 50-Jährigen, sie dürfen den Umweg über die Leiter nehmen. Eine von ihnen ist Katja Beneker – die wohl älteste Teilnehmerin an diesem Abend. Auf die Frage, warum sie sich das antut, antwortet die über 70-Jährige: „Ich bin eine Wasserratte und komme jeden Tag zum Schwimmen her. Das Totenkopfabzeichen ist für mich nochmal eine Herausforderung.“

Spaß mit „Biggi“ und „Schantalle“

Wie es überhaupt zu der Idee des Totenkopfschwimmens nur für Frauen gekommen ist, erklärt Teilnehmerin und Initiatorin Isving Prost: „Mein Sohn hat dieses Jahr seinen Schwimmkurs in Fintel absolviert. Ganz stolz hat er mich dann gefragt, ob ich auch ein Abzeichen habe. Ich habe irgendwann mal ein Abzeichen erhalten, jedoch kam mir mein Mann zuvor und prahlte mit dem Totenkopfabzeichen. Da habe ich mir gedacht, dass ich das auch kann.“

Am eigentlichen Termin für das Totenkopfabzeichen in Fintel konnte sie nicht teilnehmen, und so bat sie Bademeisterin Michaela Bosse um eine neue Veranstaltung – eben nur für das weibliche Geschlecht. Die Nachfrage gab es schon vorher. Und so wurde es umgesetzt. Mehr als 20 Anmeldungen habe es im Vorfeld gegeben, so Bosse, und einige Kurzentschlossene.

Für witzige Unterhaltung beim Schwimmen sorgen „Biggi“ und „Schantalle“ – Bademeisterin Michaela Bosse und Kollegin Christine Raether haben sich extra in Schale geworfen. So schrubbt und wischt „Biggi“ im knallpinken Nachthemd und Putzkittel den Beckenrand und wartet vergebens auf „Schantalle“. Diese erscheint nach Minuten des Wartens ganz in pink gestylt mit frischlackierten Fingernägeln, ohne zu wissen, dass sie beim Putzen helfen soll. Auf der Suche nach dem Bademeister gibt es dann wohl oder übel den einen oder anderen Wassereimer für „Schantalle“. Zur Stärkung verteilt „Biggi“ noch schwimmende Snacks.

Die Teilnehmerinnen hat’s erfreut – und so vergingen 60 Minuten schwimmen, treiben oder tauchen wie im Flug. Abgerundet wurde das feuchtfröhliche Dauerschwimmen mit Urkunden, natürlich den Abzeichen sowie Sekt und Selters.

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