Zu Ehren des berühmten Heimatdichters

Freudenthal-Gesellschaft will von Soltau nach Fintel umziehen

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Soll Museum und Hort des Freudenthal-Nachlasses werden: Das Freudenthal-Haus in Fintel.

Fintel - Von Wieland Bonath. Der Volks- und Heimatdichter Friedrich Freudenthal (1849-1929) hat seine lebenslange Liebe zu Fintel in seinem wohl bekanntesten Gedicht „Dat Dörp in stille Heide“ so beschrieben: „Ick glööv, ick bün en Stück von di, wi höört tosamen beide, wat hüng süs so mien Hart an di, du Dörp in stille Heide.“

Die Freudenthal-Gesellschaft, 1948 in Rotenburg gegründet und seit 30 Jahren in Soltau ansässig, soll jetzt am eigentlichen Wirkungsort des überregional bekannten Dichters, Schriftstellers und Redakteurs ihren endgültigen Platz bekommen. Das prächtige Niedersachsenhaus, das nach dem berühmten Sohn der Gemeinde benannt wurde und wo er viele Jahre wirkte, soll ein Museum werden und, in eine Stiftung überführt, den umfangreichen Nachlass Freudenthals aufnehmen.

Hans-Joachim Schmidt (80), als Leitender Ingenieur auf großen Schiffen und den Weltmeeren unterwegs, zog mit seiner Frau Gesa im Ruhestand aus Kiel an der Ostsee in das beschauliche 3 000-Einwohner-Dorf Fintel. Die vergangenen 28 Jahre haben den „Seebären“ längst zu einen Heide-Enthusiasten werden lassen. Schmidt hat sich mit Leib und Seele der Arbeit für die Freudenthal-Gesellschaft und dem Heimatverein Fintel verschieben.

„Gegründet wurde die Freudenthal-Gesellschaft 1948 in Rotenburg im ehemaligen Hotel ,Deutsches Haus‘ auf Initiative des Senators Hermann Konrich aus Pattensen“, erinnert der 80-Jährige, der heute ehrenamtlich als Archivar arbeitet. 40 Jahre lang sei sie an der Wümme ansässig gewesen. Zu den maßgeblichen Köpfen habe der damalige Rotenburger Oberkreisdirektor Helmut Janßen gehört. Anschließend sei der Sitz der Gesellschaft auf Initiative des damaligen Vorsitzenden, Pastor Heinrich Kröger aus Soltau, nach dort verlegt worden. „Die Stadt an der Böhme hat allerdings nur wenige direkte Bezüge zu Freudenthal“, sagt er.

Der Vorstand tagt regelmäßig im alten Soltauer Rathaus unter Leitung des jetzigen Vorsitzenden Werner Salomon. Der Dachdeckermeister aus Schneverdingen steht seit vier Jahren an der Spitze der Gesellschaft. Die Chancen, dass das Lebenswerk und Wirken Friedrich Freudenthals in Fintel, also dem Mittelpunkt seines Schaffens, bewahrt wird, stünden laut Schmidt gut. „Inzwischen bin ich von der in Schneverdingen lebenden 89-jährigen Enkelin Freudenthals, Marianne Schröder, gebeten worden, den gesamten Nachlass des Heidedichters zu betreuen. Dazu gehören auch die Arbeiten von August Freudenthal, des jüngeren Bruders, der ebenfalls schriftstellerisch tätig war.“

Ausgestellt und archiviert wird der Nachlass des Verfassers von Lyrik und Prosa auf Hoch- und Niederdeutsch zur Zeit unter anderem im Finteler Heimathaus und im Freudenthal-Zimmer im Soltauer Rathaus. Der umfangreiche Nachlass besteht unter anderem aus wertvollem Mobiliar, dem Schriftverkehr mit Künstlerkollegen, seine autodidaktische Beschäftigung mit 17 Sprachen, seine naturwissenschaftlichen Werke und natürlich die umfangreiche Freudenthal-Literatur in ihrer ganzen Vielfalt.

Zu denen, die sich über die geplante Bewahrung des Freudenthal-Nachlasses freuen, gehört Alfred Nottorf (79) aus Stemmen, der viele Jahre als zweiter Vorsitzender der Freudenthal-Gesellschaft ehrenamtlich tätig war, davon die längste Zeit als Geschäftsführer. Er begrüßt, dass Annerieke Schröder, die Ur-Enkelin des Dichters, das Freudenthal-Haus in Fintel in eine Stiftung überführen und zu einem Museum für den Nachlass der Freudenthal-Brüder umgestalten möchte. Dort könnte dann auch die Freudenthal-Gesellschaft ihren endgültigen Sitz haben.

„Zurzeit bemühe ich mich, die notwendigen finanziellen Mittel zu beschaffen“, sagt Hans-Joachim Schmidt. „Es ist ein steiniger Weg, aber verbunden mit der Hoffnung, alles zu einem guten Ende zu bringen.“ Diese Aktion würde in Übereinstimmung mit dem jetzigen Vorstand der Freudenthal-Gesellschaft laufen.

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