Finteler Fachausschuss vergibt Verkehrsgutachten

Edeka-Erweiterung: Als Nächstes wird gezählt

Der Kreisel an der Straße Am Markt in Fintel.
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Kommt die dauerhafte Sperrung im hinteren Bereich des Kreisels (Am Markt) oder kommt sie nicht? Ein Verkehrsgutachten soll darüber Aufschluss geben.

Der Finteler Edekamarkt möchte sich erweitern, allerdings gibt es da ein Problem: Dann werden mehr Parkplätze benötigt und dafür müsste ein Teil der Straße „Am Markt“ abgetreten werden.

Fintel - Eine erste Hürde hat der Finteler Gemeinderat schon genommen: Der Aufstellungsbeschluss für den B-Plan „Sondergebiet großflächiger Einzelhandel“ wurde bereits im vergangenen Sommer gefasst. Was dahinter steckt: Die Investorengruppe um Ralf Behrens möchte den örtlichen Edekamarkt baulich erweitern. Dazu müssten aber auch mehr Parkplätze geschaffen werden. Die sollen, wenn möglich, einen Teil der Straße „Am Markt“ in Beschlag nehmen. Eine Durchfahrt auf und in den Kreisel im Kernbereich des Dorfes wäre dauerhaft so nicht mehr möglich.

Ob dieses Vorhaben Aussicht auf Erfolg hat oder nicht, das soll im nächsten Schritt ein vom Investor bezahltes Gutachten zeigen, das die Verkehrsströme in den umliegenden Straßen mit einbezieht. Drei Planungsbüros hatten dazu Angebote abgegeben – für das günstigste sprach sich der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde in seiner Sitzung am Dienstagabend aus – einstimmig bei einer Enthaltung.

„Es soll erstmal, so hat es uns die Verkehrsbehörde beim Kreis auferlegt und so ist es auch mit dem Bauamt der Samtgemeinde abgesprochen worden, eine Bestandsaufnahme in Form einer Messung gemacht werden, wie viele Fahrzeuge dort pro Tag durchfahren“, erläuterte Bürgermeister Wilfried Behrens (SPD). Fünf Messpunkte sollen dazu eingerichtet werden – allerdings nicht, solange noch der Lockdown besteht, da das Ergebnis so nicht repräsentativ wäre. „Später können wir dann daraus unsere Schlüsse ziehen, wo es langgehen würde, wenn die Straße auf Höhe des Marktes gesperrt wäre.“ Sollte man im Anschluss über die Verkehrsführung sprechen, auch unter Berücksichtigung eines geplanten Neubaugebietes im Ort, würde der Landkreis dann ganz sicher eine Rolle spielen, „das ist der Knackpunkt“.

Es kann ja bei dem Verkehrsgutachten auch herauskommen, dass es mit der Erweiterung so gar nicht geht.

Steffen Florin (CDU)

Ein Knackpunkt, wandte Gabriele Schnellrieder von der Ratsgruppe B90/Die Grünen/Erwin Weseloh ein, sei das Gutachten aber schon als solches, sollte ihrer Meinung nach in Anbetracht der zu erwartenden Veränderungen doch gleich ein ganzheitliches Konzept für die Entwicklung der Dorfmitte durch einen Stadtplaner erstellt werden, wie es im Rat auch schon mal angesprochen worden war. „Ansonsten wäre es im Moment rausgeschmissenes Geld“, befand sie. Dem entgegnete Behrens, dass eine großflächige Planung für das gesamte Dorf unter völlig anderen Gesichtspunkten zu werten sei. „Da sehe ich auch nicht das allergrößte Problem, der Ortskern ist das Problem – und das wird natürlich Auswirkungen auch auf den Verkehr im größeren Bereich der Gemeinde haben.“ Das Thema Gesamtkonzept sei jedenfalls nicht vom Tisch. „Alles andere, was wir dazu schon mal angesprochen haben, ist ein weiterer Schritt – der steht aber heute nicht zur Debatte, es geht jetzt nur speziell um Edeka, und Ralf muss das, wie es im städtebaulichen Vertrag geregelt ist, bezahlen, wie auch ein Lärmgutachten, das ebenfalls noch in einem nächsten Schritt eingeholt werden muss.“

Die nun angestrebte enge Betrachtung so auch durchzuführen, damit der Investor weiter planen kann, dafür sprach sich Steffen Florin (CDU) ganz klar aus: „Es kann ja bei dem Verkehrsgutachten auch herauskommen, dass es mit der Erweiterung so gar nicht geht – deshalb ist es schon wichtig, dass wir in der Richtung eine Aussage bekommen, denn sonst müssten wir wieder ganz andere Ideen entwickeln, wie es mit dem Einzelhandel weitergehen kann.“ Die andere Geschichte mit dem Stadtplaner sei seinen Worten nach völlig unbetroffen davon, „da spielen dann weitere Punkte mit rein wie die Wohn- , Gewerbe- und Verkehrsentwicklung“.

Für sie sei bei der Sache immer der Hintergedanke, dass man vielleicht auch Geld sparen könne, äußerte sich Schnellrieder. Darum warb sie auch dafür, bei einer städtebaulichen Gesamtbetrachtung, wenn sie denn kommt, auch über das Thema Fördermittel nachzudenken. „Bei der Dorfentwicklung bekommen wir das, bei einem einfachen Verkehrsgutachten nicht.“

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