Verkehrsverein der Samtgemeinde Fintel wendet sich an Amt für Naturschutz

Droht dem Erlebnispfad das Aus?

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Haben sich an Ort und Stelle ein Bild gemacht: Heino Peters (v.l.), Annika Mutke, Volker Steinbruch, Tjede Nordhoff, Klaus Intelmann, Klaus Miesner und Carsten Schildhauer kurz vor der Begehung.

Lauenbrück - Von Hannes Ujen. Heino Peters, der Vorsitzende des Verkehrsvereins der Samtgemeinde Fintel, ist in Sorge. Das Kreisamt für Naturschutz und Landschaftspflege will zeitnah ein FHH-Gebiet ausweisen, die sogenannte Wümmeniederung. Die Fläche, die künftig möglichst nicht mehr betreten werden soll, umfasst unter anderem den Hauptlauf der Wümme im Landkreis Rotenburg von der Grenze des Landkreises Harburg bis zur Grenze des Landkreises Verden – also auch die Gemarkung Lauenbrück.

Dass hier künftig auch jene Abschnitte betroffen sein sollen, die das von ihm entwickelte Wanderwegekonzept „Rund um Lauenbrück – historischer und ökologischer Erlebnispfad“ mit einschließt, will Heino Peters nicht hinnehmen. Das hat der ehemalige Schulrektor dem Landkreis auch schon schriftlich mitgeteilt. Seine zu Papier gebrachte Forderung: der Schulwald hinter der Lauenbrücker Kirche, die Fläche hinter dem Baugebiet Dreierkamp mit Wanderweg bis einschließlich Bocksbrückenweg mit Wümmequerung und Wiese am Ortseingang mit Blick zur Kirche sollen aus der Planung doch bitteschön herausgenommen werden, um so weiter von der Öffentlichkeit uneingeschränkt genutzt werden zu können. „Die Bereiche gelten schließlich als Visitenkarte unseres Dorfes“, sagt Peters.

Davon wollten sich Annika Mutke, Leiterin der Naturschutzbehörde, und ihre Sachbearbeiterin Tjede Nordhoff jetzt selbst einen Eindruck machen. Begleitet wurden sie von den Gemeinderatsmitgliedern Klaus Miesner (CDU) und Klaus Intelmann (SPD). Auch Carsten Schildhauer vom Bauamt der Samtgemeinde Fintel sowie Volker Steinbruch vom örtlichen Verkehrsverein nahmen an dem Rundgang teil.

Und natürlich Heino Peters selbst. Der wies dabei auch auf die seinen Worten nach so beliebten Aktionen wie den Taufgottesdienst im Uferbereich der Wümme, die Tierschau und ein Outdoor-Klassenzimmer für Grundschüler hin. Ob die und andere Aspekte in dem Schutzgebiet Berücksichtigung finden werden, bleibt nun abzuwarten. „Das Beteiligungsverfahren wird voraussichtlich in ein paar Wochen starten, in dem sich dann jeder zu der geplanten Naturschutzgebietsverordnung äußern kann“, stellte Mutke zum Abschluss der Begehung in Aussicht.

22 FFH-Gebiete und ein EU-Vogelschutzgebiet im Landkreis

Der Rat der Europäischen Gemeinschaft erließ im Jahr 1992 die sogenannte FFH-Richtlinie. Dieses Kürzel steht für Fauna (Tierwelt), Flora (Pflanzenwelt) und Habitat (Lebensraum bestimmter Pflanzen- und Tierarten). Die Richtlinie verfolgt das Ziel, die biologische Vielfalt in Europa zu erhalten. Das soll durch den Aufbau eines europaweiten vernetzten Schutzgebietssystems mit der Bezeichnung „Natura 2000“ geschehen, um natürliche und naturnahe Lebensräume sowie bestandsgefährdete wildlebende Tiere und Pflanzen zu sichern, zu erhalten und gegebenenfalls zu entwickeln. Im Landkreis Rotenburg gibt es 22 FFH-Gebiete und ein EU-Vogelschutzgebiet (Moore bei Sittensen) mit einer Gesamtgröße von 13 861 Hektar – das entspricht etwa 6,7 Prozent der Landkreisfläche.

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