Bürgermeisterwahl

Die rote Jacke ist immer dabei: Kandidatin Anne Cordes aus Fintel auf der Zielgeraden

Einfach mal die Füße hochlegen – dafür bleibt für Anne Cordes in diesen Wochen kaum Zeit. Der Strandkorb in ihrem Garten zählt zu ihren Lieblingsorten.
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Einfach mal die Füße hochlegen – dafür bleibt für Anne Cordes in diesen Wochen kaum Zeit. Der Strandkorb in ihrem Garten zählt zu ihren Lieblingsorten.

FIntel – Die rote Jacke ist ihr in diesen Wochen ein treuer, wenn nicht sogar ihr treuester Begleiter. Die streift Anne Cordes aus Fintel sich immer dann über, wenn die Bürgermeisterkandidatin in der Samtgemeinde kreuz und quer auf Wahlkampf-Mission unterwegs ist. Warum sie sich ausgerechnet in rote Schale wirft, liegt auf der Hand: Cordes, selbst parteilos, wird von der örtlichen SPD unterstützt und will das mit ihrem Outfit nach außen hin unterstreichen. Wer ihr auf Instragram und Facebook folgt, weiß, wovon die Rede ist. „Außerdem habe ich in der Jacke 2015 meinen Mann geheiratet – das war eine gute Entscheidung, also fühle ich mich in ihr einfach nur pudelwohl“, sagt die 55-Jährige.

Man merkt: Anne Cordes, Mutter von drei erwachsenen Kindern aus erster Ehe und schon einfache Oma, ist eine Frohnatur durch und durch. Ihr Auftreten? Sympathisch, schlagfertig. Ob sie, die Frau aus der Privatwirtschaft, damit bei der Bürgermeisterwahl in gut vier Wochen auch punkten kann? „Ich glaube schon, dass die Wähler nach Sympathie entscheiden werden – es ist eine Personenwahl.“ Zwei Mitbewerber liebäugeln ebenso mit dem Amt im Rathaus. Die Fintelerin geht ihren eigenen Weg, um sich bekannt zu machen, berichtet von Begegnungen mit vielen netten Leuten aus der Wirtschaft, dem Vereinswesen und der Politik. „Selbst, wenn ich nicht gewählt werden sollte, waren diese Termine alle sehr positiv, die haben mir wirklich großen Spaß gemacht.“ Großartig aufraffen habe sie sich dafür jedenfalls nicht müssen, es sei eben positiver Stress, sagt sie. Gleiches habe auf die politischen Sitzungen zugetroffen, zu denen sie in den vergangenen Monaten noch nach Feierabend (Cordes arbeitet in Visselhövede bei JBS in leitender Funktion im Produktqualitätsmanagement) als Zuhörerin gegangen sei. „Gerade diese Sitzungen haben mir geholfen, in die Themen einzusteigen.“ Ob sie in Ausschüssen und Räten schon mal gedacht habe, wie es wohl wäre, wenn sie dort sitzen würde statt des noch amtierenden Verwaltungschefs? Cordes lacht. „Klar, und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich es mir 100-prozentig vorstellen kann.“ Schon in ihrem jetzigen Job sei sie eine Macherin, „und ich sehe mich durchaus mit diplomatischen Fähigkeiten versehen.“

Ich sehe mich durchaus mit diplomatischen Fähigkeiten versehen.

Anne Cordes

Da stellt sich unwillkürlich die Frage: Was kann Cordes, die stellvertretende Kreischorverbandsvorsitzende eigentlich nicht? Klar, sie singt. In zwei Chören wirkt sie mit. Auch sonst hat sie eine muskalische Ader, spielt Blockflöte und Geige. Am liebsten höre sie „so Latin-, Jazz- und Soulsachen – da tanze ich unheimlich gerne zu.“ Zwei Fremdsprachen, Französisch und Englisch, spricht sie fließend – alleine schon von Berufs wegen her. Und Platt schnackt sie auch noch. Entspannung findet die in Bremen geborene und in Hannover aufgewachsene Bewerberin beim Walken. Jeden Sonntagmorgen, noch vor dem Kirchenbesuch („Ich bin ein gläubiger Mensch“), geht sie ihre Runden, vorzugsweise auf dem Finteler Nordpfad Haxloher Erde – und das bei Wind und Wetter. Statt Fernsehen nehme sie lieber ein gutes Buch zur Hand. „Ich schaue eh schon den ganzen Tag im Büro auf den Bildschirm.“ Für Cordes müssen es dann aber Krimis sein. Sie näht, sie malt, sie backt und sie werkelt gerne. Eine Sitzbank, die die Mitfünfzigerin selbst zusammengebaut und mit Meeresmotiven versehen hat, zeugt von ihrer kreativen Ader. „Das ist meine ganz persönliche Sandbank“, schmunzelt sie. Aufgestellt ist die neben dem mehr als 1 000 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem Cordes mit ihrem Mann, dem Finteler SPD-Ratsmitglied Wernner Kahlke, seit fünf Jahren in einem schmucken Einfamilienhaus in der Ortsmitte wohnt. „Unser Garten zählt definitiv auch zu meinen Lieblingsplätzen hier in der Samtgemeinde“, berichtet sie beim entspannten Gespräch im Strandkorb.

Mit Seehund, Meer und Muscheln – die selbstgebaute Palettenbank zeigt die kreative Ader der Kandidatin.

Den Wahlkampf möchte die Fintelerin natürlich fortsetzen. Bis zum 12. September stehen noch zahlreiche Haustürgespräche in den Mitgliedsgemeinden auf dem Programm – mit roter Jacke, versteht sich. Am Super-Wahltag selbst, bevor am Abend das Ergebnis feststeht, werde sie natürlich wieder die Walkingstöcke in die Hand nehmen, vielleicht den Gottesdienst besuchen. Und sie möchte ganz sicher auch einen Kuchen backen. „Ich werde dem Ganzen entspannt entgegensehen“, sagt sie und nimmt einen kräftigen Schluck aus dem Kaffeebecher. „Klar, ich möchte für das Umfeld, in dem ich lebe, als Samtgemeindebürgermeisterin etwas tun – wenn es aber nichts werden sollte, dann hatte immer noch einen schönen Wahlkampf. Und diese Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen.“

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