Der Vorhang bleibt geschlossen

Die Lauenbrücker Speeldeel sagt Spielsaison 2021 ab

Die Darsteller der Lauenbrücker Speeldeel auf der Bühne.
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So viele Darsteller gleichzeitig auf der Bühne – das ist aktuell natürlich nicht möglich.

Lauenbrück – Eine Änderung hier, die letzte Änderung da, das Bühnenbild steht schon längst und die Make-up-Tests sind in vollen Zügen – all diese Vorbereitungen für die Aufführungen der Lauenbrücker Speeldeel werden in diesem Jahr nicht nötig sein. Aufgrund der Pandemie bleibt der Vorhang dieses Frühjahr geschlossen. Die Entscheidung sei zwar allen schwergefallen, aber die einzige Möglichkeit gewesen, so die zweite Vorsitzende Anne Rosenbrock.

Bereits im September haben sich die Mitglieder dazu entschlossen, die Spielsaison 2021 abzusagen – aus gutem Grund. „Die Gesundheit geht einfach vor“, sagt Rosenbrock. „Außerdem hätten wir mit dem Hygienekonzept vom letzten Herbst nur mit zwei Leuten auf der Bühne stehen können, womit weder die Schauspieler, noch die Zuschauer Spaß gehabt hätten.“ Immerhin hatte die Speeldeel noch Glück im vergangenen Jahr, denn im Februar war Corona hier noch kein Thema, sodass sie das Stück „Leevde, Lust un Krullenwickels“ aufführen konnte. „Es ist wirklich ein komisches Gefühl, denn als wir letztes Jahr gespielt haben, gab es Corona zwar schon, aber es war noch nicht so allgegenwärtig. Es war in den Medien, aber wir waren hier noch nicht betroffen, und zu dem Zeitpunkt hätten wir niemals mit solch großen Ausmaßen gerechnet“, erinnert sich die Vorsitzende. Nach den Aufführungen im Februar ist dann allerdings alles Weitere ausgefallen. Die Jahreshauptversammlung wurde in den Herbst verschoben, die Sommerfahrt gecancelt und die Weihnachtsfeier ebenfalls, auch aktuell liege fast alles brach. „Treffen finden nicht mehr statt, aber wir versuchen weiterhin, uns über Whatsapp auszutauschen.“

Jetzt wäre eigentlich die heiße Phase für die Laiendarsteller. Die letzten Proben stünden an, an der Bühne wären letzte Handgriffe vorgenommen worden, und alle Mitglieder hätten weitere letzte Vorbereitungen getroffen. Es fehle allen Beteiligten, sich nicht mehr zu treffen und gemeinsam Schweiß und Arbeit in das Projekt zu stecken. „Ich vermisse die gemeinsame Zeit. Immerhin machen alle bei uns mit, weil es ihnen Spaß macht und viele geben sogar einen Großteil ihrer Freizeit für diese Leidenschaft her“, gesteht Rosenbrock. Seit 21 Jahren ist sie Teil der Lauenbrücker Speeldeel, und auch wenn sie nicht jedes Jahr eine schauspielerische Leistung abgelegt hat, war sie stets mit von der Partie. Auch Schriftführerin Kerstin Rosenbrock ist derselben Ansicht. „Es ist zwar immer ziemlich stressig, aber letztlich fehlt es einem einfach.“

Dennoch seien nicht alle Mitglieder frustriert über die Absage der Spielsaison. Einigen tue eine Pause zur Abwechslung mal gut, um im nächsten Jahr wieder mit neuer Kraft durchzustarten. „Außerdem ist es auch nicht das erste Jahr, das mal ein Stück ausfällt.“

Konkrete Pläne für die Zukunft gebe es noch nicht. Spielleiterin Sara Rosenbrock habe allerdings schon im vergangenen Sommer einige Stücke rausgesucht und gesammelt, damit sie hoffentlich im Herbst wieder mit den Proben starten können. Falls die Regelungen gelockert werden, könne sich der Verein auch vorstellen, ein paar kleinere Aktionen für die Mitglieder nachzuholen. Ob oder wie in diesem Jahr eine Hauptversammlung stattfinden wird, stehe aber auch noch nicht fest. „Dafür müssen wir noch eine Lösung finden, wir würden uns gerne endlich wieder persönlich treffen, anstatt immer technisch miteinander zu kommunizieren“, erklärt die Vorsitzende.

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