Dicht beieinander

Bürgermeisterkandidaten in der Samtgemeinde Fintel auf dem Podium

Auf dem Podium: Die Bewerber für die Bürgermeisterwahl Sven Maier (v.l.), Anne Cordes und Uwe Gerlach stellen sich den Fragen der Hundefreunde und des Publikums.
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Auf dem Podium: Die Bewerber für die Bürgermeisterwahl Sven Maier (v.l.), Anne Cordes und Uwe Gerlach stellen sich den Fragen der Hundefreunde und des Publikums.

In der Samtgemeinde Fintel wird am Sonntag ein neuer Bürgermeister gewählt. Die drei Kandidaten präsentierten sich nun im Rahmen einer Podiumsdiskussion.

Lauenbrück – Sven Maier ist ein Weihnachtsfan. Sein Mitbewerber Uwe Gerlach mag es als Stürmer lieber offensiv. Und Anne Cordes würde in jedem Fall das Herz dem Kopf vorziehen. Beim Talk zur anstehenden Bürgermeisterwahl in der Samtgemeinde Fintel bekam das Publikum am Dienstagabend persönliche und vor allem auch politische Bekenntnisse aus dem Munde der drei Kandidaten zu hören. Der Veranstalter, die Hundefreunde Lauenbrück, hatten in die Aula der Fintauschule eingeladen, die pandemiebedingt maximal 199 getesteten, geimpften oder genesenen Gästen Platz bieten durfte. Erschienen war am Ende – wohl dem lauen Spätsommerwetter geschuldet – gut die Hälfte.

Zweieinhalb Stunden lang stellten sich die drei Kontrahenten souverän den Fragen vom zweiten Vereinsvorsitzen Reto Bachmann (der sei als gebürtiger Schweizer neutral und in der Funktion des Moderators damit eine Idealbesetzung, bemerkte Vorsitzende Katrin Wulf in ihrer Begrüßung augenzwinkernd) sowie den Auskunftswünschen einiger Zuhörer. In sachlicher Atmosphäre machte das Trio seine unterschiedlichen Standpunkte (die angesichts der anstehenden Herausforderungen in der Samtgemeinde, Stichwort Schulneubauten, etwa, nicht immer ganz unterschiedlich ausfielen) deutlich. Die inhaltliche Tiefe kam bei dem betont lockeren Format nicht zu kurz, Debatten um kaum nachvollziehbare Detailfragen blieben allerdings aus.

Pandemiebedingt ist die Zahl der Zuhörer in der Schulaula begrenzt.

Zunächst hatten alle drei parteilose Bewerber aber die Gelegenheit, sich auf dem Podium selbst vorzustellen. Erfahrung aus dem kommunalen Verwaltungsgeschäft bringt bekanntlich nur Maier, der von der CDU und den Grünen unterstützte Kandidat, mit. Gerlach, der Einzelbewerber aus Lauenbrück, und die Fintelerin Anne Cordes, der die SPD den Rücken stärkt, kommen beide aus der Privatwirtschaft. Entsprechend konnte der 33-jährige Horneburger oft auch die Rathaus-Trumpfkarte ausspielen, wenn es um gesellschaftspolitische Themen ging – etwa zum ÖPNV, zur örtlichen Infrastruktur, zur Jugendarbeit oder zum kulturellen Leben. Man merkte erwartungsgemäß: Der Mann ist vom Fach. Oder wie er selbst seinen Wahlkampf-Slogan formuliert: Gelernt ist gelernt.

Einschüchtern ließen sich die Mitbewerber davon indes nicht. Im Gegenteil: Sowohl Gerlach als auch Cordes hatten sich offenbar gut vorbereitet – und machten bei ausgewogener Redezeit recht selbstbewusst deutlich, was denn die Bürger von ihnen als neue(r) Amtsträger(in) zu erwarten hätten. Belebendes Element der Debatte war dabei häufig Gerlach, der mit pointierten Einwürfen („Ich könnte mir Herrn Maier als Fachbereichsleiter Bau und Planung, der er ja ist, in meinem Team durchaus gut vorstellen.“) die Lacher auf seiner Seite hatte.

Reto Bachmann und Katrin Wulf moderieren.

Was aus den Reihen des Publikums unter anderem zur Sprache kam: Der Verwaltung mangele es bisher an Bürgernähe. Man wünsche sich mehr Transparenz sowie ein aktiveres Zugehen ihres Oberhauptes auf die Bürger. Dem, versicherte jeder Kandidat, wolle er oder sie auch Abhilfe schaffen, sich vermehrt unters Volk mischen und, was Maier für sich in Anspruch nehmen wolle, stärker zur Information auf die Sozialen Medien setzen.

Am Ende der Veranstaltung hatten Cordes, Gerlach und Maier nicht nur Werbung in eigener Sache machen können, sondern auch unter Beweis gestellt, das Politik in der Samtgemeinde Fintel durchaus dialogfähig sein kann. Sie sei jedenfalls froh, dass die Wähler beim Bürgermeister auch endlich mal die Wahl hätten, meldete sich eine ältere Zuschauerin zu Wort. „Und ich bin auch froh, dass zwei heimische Kandidaten dabei sind, die einfach mehr Bezug zur Samtgemeinde haben.“ Dafür erntete sie Applaus. Ob der Beifall allerdings schon als Stimmungsbarometer zu werten ist – gegen Sven Maier und pro die Lokalmatadoren Anne Cordes und Uwe Gerlach –, das bleibt sicher abzuwarten. Am Sonntagabend wird sich zeigen, wer das Rennen um den Chefsessel im Rathaus macht – oder eben auch nicht. Erreicht nämlich keiner der Bewerber mehr als die Hälfte aller Stimmen, geht es für zwei am 26. September in die Stichwahl.

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