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Lauenbrückerin organisiert mit örtlichen Partnern ein Hoffest für den Frieden

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Von: Lars Warnecke

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Da kommt ordentlich was zusammen: Kathrin Ehrke präsentiert in ihrem Wohnzimmer einen Bruchteil der bereits gespendenten Güter für die Ukraine.
Da kommt ordentlich was zusammen: Kathrin Ehrke präsentiert in ihrem Wohnzimmer einen Bruchteil der bereits gespendenten Güter für die Ukraine. © Warnecke

Kathrin Ehrke weiß: Für die ukrainische Frontstadt Cherson wird dringend spezielles medizinisches Material benötigt. Deshalb will die Lauenbrückerin in ihrem Heimatort ein Hoffest für den Frieden veranstalten.

Lauenbrück – Das Telefon von Kathrin Ehrke – es will in diesen Tagen einfach nicht stillstehen. Und das aus gutem Grund: Viele Menschen wollen helfen. Sehr viele. Mit Sach- und Geldspenden für die Ukraine. Wer sich von der überwältigenden Bereitschaft ein plastisches Bild machen möchte, muss nur ein Blick in das Wohnzimmer der Lauenbrückerin werfen: Kisten und Kartons, gefüllt mit Gütern des täglichen Gebrauchs, stapeln sich dort. Und eben erst sind schon wieder einige Tüten angekommen – dieses Mal mit warmen Winterklamotten.

Wie sagt man so schön: Es „läuft“ bei der 44-Jährigen. Erst kürzlich hatte Ehrke in den Sozialen Netzwerken einen Spendenaufruf gestartet – und war von der daraufhin losgelösten Welle der Solidarität dann doch komplett überrascht. „Eine Spendenmüdigkeit sehe ich jedenfalls nicht, im Gegenteil!“ Diese Beobachtung macht sie auch bei der Hannoveraner Ukraine-Hilfe, in der sie sich seit einigen Monaten ehrenamtlich engagiert. „Dort haben wir ein großes Pack- und Logistik-Center, wo die Güter sortiert und gepackt werden – auch für die Geflüchteten hier“, erzählt sie. Ein Teil jener Spenden, die nach ihrem Aufruf zur Verfügung gestellt worden waren – nicht nur aus Lauenbrück, sondern aus der gesamten Region – sei auch schon über das Zentrum verteilt worden. „Ich schicke jetzt schon immer einige Sachen dahin.“ Weitere sollen selbstverständlich folgen.

Auch in Ehrkes Nachbarschaft haben Ukrainer eine Heimat gefunden – geflüchtet sind sie aus Odessa und der im Süden gelegenen Frontstadt Cherson. „Natürlich habe auch ich die ganzen schrecklichen Geschichten von dort mitbekommen und überlegt, was ich machen kann.“ Da sie Tourismusmanagement studiert habe, sei sie auf jemanden aufmerksam geworden, der in Cherson das größte Reisebüro weit und breit betrieben habe. „Weil dort im Moment natürlich nichts passiert, leisten er und sein Mitarbeiter vor Ort humanitäre Hilfe, versorgen Menschen und Tiere mit dem Nötigsten.“ Regelmäßig stünde sie mit dem Team in Kontakt, habe so unter anderem auch in Erfahrung gebracht, dass die Rettungskräfte an der Front vor allem spezielles medizinisches und daher nicht gerade kostengünstiges Material benötigen würden – darunter etwa Knochenbohrer und Beckenbodenstabilisatoren.

Alles ist durchgeplant – nun müssen nur noch ganz viele Gäste erscheinen.

Kathrin Ehrke

Und exakt für ein solches Equipment will Ehrke nun möglichst viel Geld sammeln – in einer konzentrierten Aktion am Samstag, 4. Februar. Dann steigt in Miesners Scheune am Lauenbrücker Eichenweg von 14 bis 19 Uhr das sogenannte „Hoffest für den Frieden“. „Alles ist durchgeplant – nun müssen nur noch ganz viele Gäste erscheinen“, sagt die Veranstalterin, der zwecks Durchführung mit der örtlichen Feuerwehr, den Landfrauen und dem Tequila-Team um DJ Behne (alias Andreas Behnemann) gleich mehrere Partner unterstützend zur Seite stehen. „Familie Miesner hat sofort eingewilligt, für das Fest ihre Scheune zur Verfügung zu stellen, die Landfrauen machen ein Kuchenbüffet, der DJ kümmert sich um die Musik und die Feuerwehr sorgt dort offiziell für den Brandschutz“, zählt Ehrke auf.

Das Prinzip der betont auf Besinnlichkeit ausgerichteten Veranstaltung („Ballermann“-Atmosphäre sei laut der Lauenbrückerin definitiv nicht zu erwarten und auch nicht gewünscht): Kuchen, Bratwurst, Kaffee und weitere Getränke würden gegen eine Spende ausgegeben – „dabei bepreisen wir nichts, jeder entscheidet selbst, was er oder sie dafür zahlen möchte.“ Dass die Besucher ihre Portemonnaies für den guten Zweck weit öffnen werden, davon ist die kaufmännische Angestellte überzeugt. „Wer will, kann während des Festes auch vor Ort noch neuwertige Sach- wie auch Geldspenden abgeben. Für beides, betont sie, könnten bei Bedarf Spendenbescheinigungen ausgestellt werden – über den Verein „Herz für die Ukraine“, mit dem sie zusammenarbeiten würde.

Klönschnack bei Essen und Trinken sowie guter Musik, dazu eine Tombola und Stockbrotbacken für die Kinder – „wir haben das Fest extra so gestaltet, dass für jeden etwas dabei ist“, verrät die Mittvierzigerin, die jetzt aber erstmal wieder ans Telefon gehen muss. Man weiß natürlich, warum.

Welche Spenden dringend benötigt werden 

Wer sich an der Spendensammelaktion beteiligen möchte, beim Hoffest am 4. Februar aber nicht dabei sein kann, den bittet Kathrin Ehrke, sich mit ihr weiterhin per E-Mail an kathrinehrke@gmx.de in Verbindung zu setzen. Benötigt werden neben Geldspenden folgende Güter: Isomatten, Schlafsäcke, Wolldecken, Verbandsmaterial (auch abgelaufene Verbandskästen, Krücken etc.), warme Kleidung und Mützen, Handschuhe für Männer, Frauen und Kinder (besonders Fleece), Thermosocken und -unterwäsche, Trekkingschuhe, Gummistiefel, Winterschuhe, Äxte, Akkuschrauber, Kettensägen, Multitools, Bettwäsche, haltbare Lebensmittel (besonders Protein- und Schokoriegel, Nüsse), Tiernahrung, -leinen, -näpfe, Batterien, Power-Banks, Generatoren, Taschenlampen und Ferngläser. 

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